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2016 - ein fantastisches Jahr für Emerging-Markets-Anleihen
08.09.16 12:15
Berenberg Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Performance von Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern liegt für Euro-Anleger in den ersten acht Monaten dieses Jahres im zweistelligen Bereich. Dies hält Robert Reichle, Manager des Publikumsfonds Berenberg Emerging Markets Bond Selection, für durchaus gerechtfertigt, so die Analysten der Berenberg Bank.
Sowohl externe als auch interne Faktoren hätten sich für die aufstrebenden Volkswirtschaften im Laufe des Jahres deutlich verbessert. Eine Fortsetzung dieses fundamentalen Aufschwungs halte er für wahrscheinlich. Die größte Gefahr für den Markt sehe der Fondsmanager in Gewinnmitnahmen von zufriedenen Investoren, sollte es an den Kapitalmärkten wieder holpriger werden.
Im vierten Quartal 2015 seien die Emerging Markets noch schlecht geredet worden. Entsprechend enttäuschend sei der Jahresstart von Anleihen, aber auch von Aktien aus den aufstrebenden Staaten gewesen. Investoren seien verunsichert gewesen über China, die Rohstoffmärkte und die Politik der US-Notenbank. Das habe sich im Laufe dieses Jahres geändert. "Die Emerging Markets sind zurück. Sowohl die externen als auch die internen Faktoren haben sich aus Investorensicht deutlich verbessert", sage Robert Reichle.
Die amerikanischen Währungshüter würden zwar aktuell wieder von Zinserhöhungen sprechen, hätten es bislang aber bei dem einen Zinsschritt im Dezember 2015 belassen. China sei noch in einem Modus der Wachstumsverlangsamung, stabilisiere sich aber. Die Rohstoffpreise, vor allem von Öl, hätten sich von ihren Tiefständen deutlich erholt und damit zur guten Performance der Emerging Markets beigetragen.
Auch das Brexit-Referendum habe den Märkten nicht geschadet. Im Gegenteil. "Nach einem kurzfristigen Performancerückschlag, der nur zwei Tage dauerte, gab es eine kräftige Rally für Schwellenländeranleihen", sage Reichle. Das EU-Votum habe damit die Kurse genau entgegen der Richtung getrieben, die viele Marktteilnehmer befürchtet hätten. Reichle: "Es hatte sich schnell herauskristallisiert, dass ein EU-Austritt Großbritanniens eher die entwickelten Volkswirtschaften belasten könnte, warum also nicht lieber in die Emerging Markets investieren?"
Neben diesen externen Treibern habe es auch interne Effekte gegeben. "Die fundamentalen Daten in den Emerging Markets haben sich nach Jahren der Dürre verbessert. Die Länder sind wieder wettbewerbsfähiger", urteile Reichle. In vielen Staaten habe es Strukturreformen gegeben, die erste Früchte tragen würden. Reichle halte die Anleihemärkte in Emerging Marktes insgesamt daher wieder für vielversprechend. Der Blick auf die Unterschiede in den einzelnen Ländern lohne sich aber seiner Ansicht nach unbedingt.
Auch in der Zusammensetzung des Berenberg Emerging Markets Bond Selection spiegele sich die Erholung in den Emerging Markets wider. Der Fonds werde über ein quantitatives Modell gesteuert, Fundamentaldaten stünden im Vordergrund. Im Laufe des Jahres sei die Zahl der Länder gestiegen, die es ins Portfolio schaffen würden.
"Bei unseren Favoriten hat sich aber wenig geändert", so Reichle. Staaten wie Indonesien, Mexiko und die Dominikanische Republik würden weiterhin favorisiert. Diese Länder würden ein vielversprechendes Wachstumspotenzial bieten, da in Mexiko bereits wichtige Reformen angestoßen worden seien und Indonesien sich diesbezüglich weiter öffne. In der Dominikanischen Republik würden die stark steigenden Tourismuszahlen überzeugen, aber auch die Agrarproduktion habe in den vergangenen ein bis zwei Jahren deutlich zugelegt.
Russland und die Türkei habe Reichle hingegen nur schwach gewichtet. Von Staaten mit hohen Ausfallrisiken wie die Ukraine und Venezuela lasse ihn das quantitative Modell ganz Abstand nehmen. "Zwar verzichten wir hier aktuell auf Performance, ein geringeres Risiko ist uns aber wichtiger", sage der Fondsmanager. Er investiere ausschließlich in Anleihen in Hartwährung. Diese hätten bereits im ersten Quartal ein gutes Ergebnis erzielt. "Anleger trauen sich meist erst in Anleihen in Hartwährung, Mitte des Jahres gab es dann einen Investitionsschub in die Lokalwährungsanleihen, und in den letzten Wochen und Monaten ist auch das Interesse an Aktien wieder gestiegen", sage Reichle.
Für Hartwährungsanleihen habe sich die gute Entwicklung im zweiten und dritten Quartal fortgesetzt. "Die Kapitalzuflüsse sind gestiegen. Viele Investoren beobachten den Markt etwas länger und haben erst nach der ersten Erholung wieder Vertrauen gefasst", erkläre der Fondsmanager. Auf Euro-hedged Basis habe der globale Index für Hartwährungs-Schwellenländeranleihen bis Ende August ein Plus von rund 13 Prozent in diesem Jahr erzielt. Die Renditen der Anleihen seien entsprechend zurückgegangen.
Zurzeit würden Hartwährungsanleihen im Durchschnitt mit rund 5 Prozent rentieren. Das sei ein Risikoaufschlag (Spread) von 340 bis 350 Basispunkten auf US-Staatsanleihen. Reichle sehe durchaus noch Raum für weitere Spread-Einengungen, die eventuell steigende US-Renditen kompensieren könnten. "Auslöser hierfür kann eine Verbesserung der globalen Wirtschaftslage sein. Wenn die Zinsen in den USA langsam steigen, spricht das für eine fundamentale Erholung, die sich auch positiv in den Emerging Markets widerspiegeln sollte und mittelfristig zu einer Aufwertung der Kreditwürdigkeit der Länder führen könnte."
Das größte Risiko für die Asset-Klasse sehe der Fondsmanager im aktuellen Erfolg der Anleihen: "Investoren könnten Gewinne mitnehmen, vor allem wenn kurzfristig die Volatilität und die Risikoaversion ansteigt." Allerdings rechne er dann mit stärkeren Verkäufen im risikoreicheren Markt für Lokalwährungsanleihen. Für das nächste Jahr müssten Anleger ihre Erwartungshaltung wohl wieder etwas herunterschrauben, meine Reichle. Die Performance für Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen erwarte er dann eher im Bereich von 4 bis 6 Prozent. (08.09.2016/alc/a/a)
Sowohl externe als auch interne Faktoren hätten sich für die aufstrebenden Volkswirtschaften im Laufe des Jahres deutlich verbessert. Eine Fortsetzung dieses fundamentalen Aufschwungs halte er für wahrscheinlich. Die größte Gefahr für den Markt sehe der Fondsmanager in Gewinnmitnahmen von zufriedenen Investoren, sollte es an den Kapitalmärkten wieder holpriger werden.
Im vierten Quartal 2015 seien die Emerging Markets noch schlecht geredet worden. Entsprechend enttäuschend sei der Jahresstart von Anleihen, aber auch von Aktien aus den aufstrebenden Staaten gewesen. Investoren seien verunsichert gewesen über China, die Rohstoffmärkte und die Politik der US-Notenbank. Das habe sich im Laufe dieses Jahres geändert. "Die Emerging Markets sind zurück. Sowohl die externen als auch die internen Faktoren haben sich aus Investorensicht deutlich verbessert", sage Robert Reichle.
Die amerikanischen Währungshüter würden zwar aktuell wieder von Zinserhöhungen sprechen, hätten es bislang aber bei dem einen Zinsschritt im Dezember 2015 belassen. China sei noch in einem Modus der Wachstumsverlangsamung, stabilisiere sich aber. Die Rohstoffpreise, vor allem von Öl, hätten sich von ihren Tiefständen deutlich erholt und damit zur guten Performance der Emerging Markets beigetragen.
Auch das Brexit-Referendum habe den Märkten nicht geschadet. Im Gegenteil. "Nach einem kurzfristigen Performancerückschlag, der nur zwei Tage dauerte, gab es eine kräftige Rally für Schwellenländeranleihen", sage Reichle. Das EU-Votum habe damit die Kurse genau entgegen der Richtung getrieben, die viele Marktteilnehmer befürchtet hätten. Reichle: "Es hatte sich schnell herauskristallisiert, dass ein EU-Austritt Großbritanniens eher die entwickelten Volkswirtschaften belasten könnte, warum also nicht lieber in die Emerging Markets investieren?"
Auch in der Zusammensetzung des Berenberg Emerging Markets Bond Selection spiegele sich die Erholung in den Emerging Markets wider. Der Fonds werde über ein quantitatives Modell gesteuert, Fundamentaldaten stünden im Vordergrund. Im Laufe des Jahres sei die Zahl der Länder gestiegen, die es ins Portfolio schaffen würden.
"Bei unseren Favoriten hat sich aber wenig geändert", so Reichle. Staaten wie Indonesien, Mexiko und die Dominikanische Republik würden weiterhin favorisiert. Diese Länder würden ein vielversprechendes Wachstumspotenzial bieten, da in Mexiko bereits wichtige Reformen angestoßen worden seien und Indonesien sich diesbezüglich weiter öffne. In der Dominikanischen Republik würden die stark steigenden Tourismuszahlen überzeugen, aber auch die Agrarproduktion habe in den vergangenen ein bis zwei Jahren deutlich zugelegt.
Russland und die Türkei habe Reichle hingegen nur schwach gewichtet. Von Staaten mit hohen Ausfallrisiken wie die Ukraine und Venezuela lasse ihn das quantitative Modell ganz Abstand nehmen. "Zwar verzichten wir hier aktuell auf Performance, ein geringeres Risiko ist uns aber wichtiger", sage der Fondsmanager. Er investiere ausschließlich in Anleihen in Hartwährung. Diese hätten bereits im ersten Quartal ein gutes Ergebnis erzielt. "Anleger trauen sich meist erst in Anleihen in Hartwährung, Mitte des Jahres gab es dann einen Investitionsschub in die Lokalwährungsanleihen, und in den letzten Wochen und Monaten ist auch das Interesse an Aktien wieder gestiegen", sage Reichle.
Für Hartwährungsanleihen habe sich die gute Entwicklung im zweiten und dritten Quartal fortgesetzt. "Die Kapitalzuflüsse sind gestiegen. Viele Investoren beobachten den Markt etwas länger und haben erst nach der ersten Erholung wieder Vertrauen gefasst", erkläre der Fondsmanager. Auf Euro-hedged Basis habe der globale Index für Hartwährungs-Schwellenländeranleihen bis Ende August ein Plus von rund 13 Prozent in diesem Jahr erzielt. Die Renditen der Anleihen seien entsprechend zurückgegangen.
Zurzeit würden Hartwährungsanleihen im Durchschnitt mit rund 5 Prozent rentieren. Das sei ein Risikoaufschlag (Spread) von 340 bis 350 Basispunkten auf US-Staatsanleihen. Reichle sehe durchaus noch Raum für weitere Spread-Einengungen, die eventuell steigende US-Renditen kompensieren könnten. "Auslöser hierfür kann eine Verbesserung der globalen Wirtschaftslage sein. Wenn die Zinsen in den USA langsam steigen, spricht das für eine fundamentale Erholung, die sich auch positiv in den Emerging Markets widerspiegeln sollte und mittelfristig zu einer Aufwertung der Kreditwürdigkeit der Länder führen könnte."
Das größte Risiko für die Asset-Klasse sehe der Fondsmanager im aktuellen Erfolg der Anleihen: "Investoren könnten Gewinne mitnehmen, vor allem wenn kurzfristig die Volatilität und die Risikoaversion ansteigt." Allerdings rechne er dann mit stärkeren Verkäufen im risikoreicheren Markt für Lokalwährungsanleihen. Für das nächste Jahr müssten Anleger ihre Erwartungshaltung wohl wieder etwas herunterschrauben, meine Reichle. Die Performance für Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen erwarte er dann eher im Bereich von 4 bis 6 Prozent. (08.09.2016/alc/a/a)


