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0,5% sind nur ein erster Schritt
22.07.22 08:45
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat die Ära der Negativzinsen in Europa beendet, so Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Public Fixed Income Team bei M&G Investments.
Angesichts der hohen Inflation habe die Notenbank beschlossen, die Normalisierung der Geldpolitik zu beschleunigen und die Leitzinsen um 0,5% angehoben. Dass der Zinsschritt doppelt so stark ausfalle wie bei der Sitzung im Juni angekündigt, sei ein Beleg für die Schwere der aktuellen Inflationsdynamik. Und indem die Hüter des Euro weit über ihre eigenen Prognosen hinausgehen würden, würden sie den Marktteilnehmern signalisieren, dass sie sich der Eindämmung der Inflation verpflichtet fühlen würden.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die EZB trotz der heutigen Zinserhöhung immer noch eine deutlich akkommodierendere Geldpolitik betreibe als andere große Zentralbanken. Die Anhebung um 0,5% sei nur ein erster Schritt in Richtung Zinsnormalisierung gewesen, wenn auch mutiger als allgemein erwartet. Doch wenn die Inflation weiterhin die Oberhand behalte, bestehe noch ein großer Nachholbedarf. (Ausgabe vom 21.07.2022) (22.07.2022/alc/a/a)
Angesichts der hohen Inflation habe die Notenbank beschlossen, die Normalisierung der Geldpolitik zu beschleunigen und die Leitzinsen um 0,5% angehoben. Dass der Zinsschritt doppelt so stark ausfalle wie bei der Sitzung im Juni angekündigt, sei ein Beleg für die Schwere der aktuellen Inflationsdynamik. Und indem die Hüter des Euro weit über ihre eigenen Prognosen hinausgehen würden, würden sie den Marktteilnehmern signalisieren, dass sie sich der Eindämmung der Inflation verpflichtet fühlen würden.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die EZB trotz der heutigen Zinserhöhung immer noch eine deutlich akkommodierendere Geldpolitik betreibe als andere große Zentralbanken. Die Anhebung um 0,5% sei nur ein erster Schritt in Richtung Zinsnormalisierung gewesen, wenn auch mutiger als allgemein erwartet. Doch wenn die Inflation weiterhin die Oberhand behalte, bestehe noch ein großer Nachholbedarf. (Ausgabe vom 21.07.2022) (22.07.2022/alc/a/a)


