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Heute im Fokus: Frühindikatoren und Zinserwartungen


20.04.26 09:25
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklungen in Nahost sind für die Finanzmärkte entscheidend, so die Analysten der Helaba.

Obwohl es noch keine Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt und die Straße von Hormus weiterhin blockiert sei, habe sich das Marktsentiment verbessert. Dies berge ein gewisses Risiko, auch vor dem Hintergrund der Energiepreise, die trotz des jüngsten Rückgangs noch ein hohes Niveau aufweisen sowie eine erhöhte Volatilität. Dies dürfte in den konjunkturellen Stimmungsindikatoren zum Ausdruck kommen, die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstünden. Den Auftakt mache die ZEW-Umfrage am Dienstag. Hier liefere das sentix-Investorenvertrauen eine negative Indikation, das sich im April massiv abgeschwächt habe. Sowohl die Lagewerte als auch die Konjunkturerwartungen seien regelrecht eingebrochen - letzterer sei um 18,6 Punkte auf -16,8 gesunken und damit auf den tiefsten Stand seit September 2024 gefallen.

Insofern sollte auch bei der ähnlich konzipierten ZEW-Umfrage ein erneuter Stimmungsrückgang einkalkuliert werden. Dies gelte ebenso für die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (Donnerstag) und für das ifo Geschäftsklima Deutschland (Freitag). Nachdem sich die Konjunkturstimmung am Anfang des Jahres aufgehellt habe, komme es nun zu einem Dämpfer. Die konjunkturelle Erholung werde ausgebremst, zumal der Nahost-Konflikt die Energiepreise nach oben getrieben habe. Hinzu komme, dass sich die Währungshüter um die Inflation Sorgen machen und diesbezüglich unter Zugzwang geraten könnten. Ob es bereits in der nächsten Woche zu einer Zinserhöhung kommen werde, bleibe jedoch abzuwarten. Zuletzt hätten sich einige EZB-Vertreter eher zurückhaltend geäußert und markseitig werde ein Schritt mit einer nur noch kleinen Wahrscheinlichkeit gehandelt. (20.04.2026/alc/a/a)