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18.01.19 09:00
Renten: Märkte reagieren eher gelassen auf Brexit-Votum

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Noch ist das, was der Governor der Bank of England, Mark Carney, schon 2016 als das "größte Risiko für die Finanzstabilität Großbritanniens" bezeichnet hat, der Austritt des Landes aus der EU, nicht Realität geworden. Und muss es auch nicht zwingend werden, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Aber nach der Klatsche, die sich Premierministerin Theresa May vom Parlament für ihren ausgehandelten Brexit-Vertrag eingefangen habe, herrsche Chaos auf der Insel. Dass die Kapitalmärkte angesichts der Situation relativ gelassen, ja scheinbar lethargisch reagieren würden, liege an zwei Gründen. Zum einen sei das Votum von den Börsianern erwartet worden, wenn auch nicht in dieser Deutlichkeit. Und zum anderen seien ja keine wirklich neuen Fakten entstanden. Dies sei am Kurs des Britischen Pfunds ablesbar, das zunächst um 0,7% auf 1,2766 USD nachgegeben habe, um sich anschließend auf 1,2895 USD zu erholen.

Doch nicht nur am Devisenmarkt, sondern auch am Bondmarkt sei es zu Bereinigungen eingegangener Absicherungsmaßnahmen gekommen und das habe beispielsweise bei der Rendite zehnjähriger britischen Staatsanleihen (aktuell: ca. 1,31%) gegenüber deutschen Bundesanleihen zu einer Spreadausweitung von bis zu 108,6 BP geführt. Zu Jahresbeginn hätten sich die Renditeaufschläge noch auf 104,1 BP belaufen.

Welcher Weg nun aus dem Chaos führen solle, lasse sich schwer voraussagen. Man erinnere sich angesichts der verworrenen Situation humoristisch an Obelix, der in dem Comic-Abenteuer "Asterix bei den Briten" die Eigenarten der Inselbewohner gerne mit "Die spinnen, die Briten" kommentiert habe. Und ernsthaft betrachtet, wäre es aus Sicht der Europäer doch schön, wenn die Briten endlich für Klarheit sorgen würden. Nicht von Ungefähr habe EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker das Vereinigte Königreich aufgefordert, seine Absichten schnellstmöglich intern zu klären und offenzulegen. Doch bevor ein Plan B als Lösung aus dem Hut habe gezaubert werden können, habe Theresa May zuerst ein Misstrauensvotum überstehen müssen.

Hätte das Parlament May die Gefolgschaft verweigert und wäre dem Misstrauensantrag von Oppositionsführer Jeremy Corbyn gefolgt, wäre der Weg für Neuwahlen frei gewesen. Um aber ihre Macht zu erhalten, hätten Mays Tories den Sturz der Premierministerin verhindert - obwohl sie der Regierungschefin doch kurz zuvor eine krachende Niederlage bereitet hätten. Alle nun noch möglichen Optionen hätten jedoch ihre Tücken.

Zum einen könnte der Brexit noch einseitig von Großbritannien gestoppt werden. Doch diese Variante erscheine politisch nicht durchsetzbar. Aber auch ein zweites Referendum, von dem keiner wüsste, wie es ausgehe, würde für großen Druck sorgen. Zumal hierzu ein Aufschub des Austrittdatums am 29. März notwendig wäre und dazu auch die anderen 27 EU-Staaten ihre Zustimmung geben müssten. Nach jüngsten Meldungen der Zeitung "The Times" wäre hierzu die Europäische Union sogar bereit und entsprechende Pläne sollten bereits geprüft werden. Doch angesichts der anstehenden Europa-Wahlen vom 23. bis 26. Mai würde dies sogar neue Probleme schaffen, wie beispielsweise die Rolle der Briten bei den Wahlen.

Sollte sich die EU hierauf nicht einlassen wollen, zumal die Briten dann noch sehr wahrscheinlich Zugeständnisse mit Brüssel aushandeln möchten, würde ein ungeregelter Brexit näher rücken. Den wolle eigentlich kein vernünftig denkender Mensch, weder in Brüssel noch in London, außer den sturen Hardlinern unter den Brexiteers. Sollte das Vereinigte Königreich also sehenden Auges in ein Chaos schliddern, weil es im Parlament keine Mehrheit für einen wie auch immer gearteten Austrittsvertrag gebe? EU-Chefunterhändler Michel Barnier jedenfalls beurteile das Risiko eines Brexits ohne Abkommen so hoch wie noch nie. Sollte es so kommen, müsste man Obelix Recht geben.

Die konservativen Abgeordneten aus Mays Tory-Partei würden zwar "No" zu sagen wissen (Motto: "No Deal, no Problem"), seien aber nicht in der Lage auszudrücken, was sie en Detail wollten, insbesondere wie man die Grenzfrage zwischen Nordirland und der Republik Irland lösen könnte. Sie würden auch die Auffanglösung ("Backstop") ablehnen, die einen Verbleib in der Zollunion, gegebenenfalls auch befristet, vorsehe und so eine "harte" Grenze verhindere.

Vor diesem Hintergrund dürfte es May erneut versuchen, Brüssel Zugeständnisse abzuverhandeln, um ihren Deal aufzuhübschen und dem Parlament schmackhaft zu machen. Ob dies gelinge, werde sich bald zeigen. Denn bereits am Montag sei erneut Mayday: Dann müsse die Premierministerin dem Parlament ihren Plan B vorstellen und nach maximal sieben Sitzungstagen darüber erneut abstimmen lassen. Die Uhr ticke also gnadenlos. Jedoch habe man den Eindruck, dass infolge der seit 2017 durchgeführten Renovierungsmaßnahmen am Elisabeth Tower die Briten nicht mehr wissen würden, was die Stunde geschlagen habe!

Man könne es sich im Leben sehr einfach machen. Und zwar mit der Devise "Wenn es schlecht läuft, sind immer die anderen schuld". Nach diesem Motto würden Populisten agieren. Und Matteo Salvini sei ein solcher. Diesmal seien es die Vorgaben der EZB-Aufseher, die von Instituten in der Euro-Zone mehr Rückstellungen für faule Kredite verlangen würden, was Italiens Vize-Ministerpräsident nicht in den Kram passe. Jedoch sei es nicht die Schuld der EZB, dass insbesondere italienische Banken davon betroffen seien. Die europäischen Währungshüter hätten den Banken der Eurozone - und wohlgemerkt nicht nur italienischen Instituten - eine Frist bis 2026 gegeben, um Rücklagen zur Abdeckung ihrer Problemkredite i.H.v. 657 Mrd. EUR zu bilden. Es gehe also darum, die faulen Kredite entweder zu verkaufen oder mit Eigenkapital abzudecken.

So nenne er das Vorgehen der EZB ein "Foulspiel", das politisch motiviert sei und Italiens Banken 15 Mrd. EUR kosten könnte. Die EZB attackiere das Bankensystem in Italien, so die Argumentation des rechtspopulistischen Lega-Führers. Weil davon 225 Mrd. EUR auf italienische Institute entfallen würden, treffe die Aufforderung der EZB, die Non Performing Loans (NPL) bis 2026 voll abzuschreiben, die italienischen Banken am härtesten.

Dass der Vertreter eines Landes für dessen Interessen eintrete, dagegen sei nichts zu sagen. Salvini aber stelle die Realitäten auf den Kopf. Er wäre gut beraten, wenn er im Glashaus sitzend nicht mit Steinen werfen, sondern stattdessen lieber schweigen und kooperativ mit der EZB zusammenarbeiten würde. Denn natürlich sei es sowohl im Interesse eines stabilen Finanzsystems als auch der Aktionäre von Banken, dass die Institute gesunde Bilanzen aufweisen würden. Und dass die EZB hier Druck aufbaue, gehöre schlicht und einfach zu deren begründeten Aufgaben.

Welche Maßnahmen sonst notwendig würden, zeige das Beispiel der Banca Carige. Diese sei von der EZB erst vor wenigen Tagen unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Außerdem sorge sich die EZB erneut um das Bankhaus Monte dei Paschi di Siena (MPS). In einem Schreiben an den Vorstand würden die Bankenaufseher dies mit Schwächen bei der Kapitalausstattung und der Profitabilität des Instituts begründen. Erst vor knapp drei Jahren sei die älteste Bank der Welt nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung mit knapp 7 Mrd. EUR von Rom gerettet worden. Italien halte seitdem 68,5% an der Bank.

Auch in Griechenland habe sich der Ministerpräsident Alexis Tsipras zur Wochenmitte der Vertrauensfrage stellen müssen. Denkbar knapp habe er diese jedoch mit 151 zu 149 Stimmen für sich entscheiden können. Dies habe den Weg für eine Unterzeichnung des Mazedonien-Abkommens geebnet, werde aber für Spannung bei weiteren Regierungsaktivitäten sorgen.

Bei der Höhe dieser Zahl könne einem schwindelig werden. Auf den Rekordwert von mehr als sage und schreibe 244 Billionen USD türme sich der Berg der weltweiten Schulden von Privathaushalten, Unternehmen und Staaten. Das sei das Ergebnis des am Dienstag veröffentlichten Schuldenmonitors des Internationalen Finanzinstituts in Washington für das dritte Quartal 2018.

Und dabei gebe es sogar noch eine gute Nachricht. Aufgrund des weiterhin stabilen Wirtschaftswachstums nehme die Verschuldungsquote gemessen an der weltweiten Wirtschaftsleistung sogar ab - und zwar von 320% auf 318% seit 2016. Absolut gesehen aber sei die Verschuldung um 12% angewachsen.

Die höchsten Verschuldungszuwächse würden dabei die Schwellenländer verzeichnen, die mit starken Kapitalabflüssen zu kämpfen hätten. Besonders betroffen seien davon Argentinien, Brasilien und die Türkei. Viele Staaten wie Ägypten, Nigeria, Kolumbien und Argentinien müssten spätestens Ende 2020 große Teile ihrer Staatsschulden wieder refinanzieren. Nicht von Ungefähr bezeichne der Internationale Währungsfond (IWF) die massive Verschuldung als eines der wesentlichen Risiken für die Weltwirtschaft und somit auch für die Finanzmärkte.

In diesem Zusammenhang sei aber auch noch auf die Schuldenproblematik in den USA hingewiesen. Nachdem die Fronten im Haushaltsstreit dermaßen verhärtet seien, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass ohne baldige Einigung am 1. März zusätzlich die Verschuldungsobergrenze zum Tragen komme. Vieles erinnere hierbei an das Geschicklichkeitsspiel Mikado (wer sich bewege, verliere) und man dürfe gespannt sein, wer dieses Stäbchen bewusst bewegen werde, um sich einen Vorteil in der öffentlichen Wahrnehmung zu verschaffen.

Momentan habe man das Gefühl, dass in Europa nichts mehr so sei, wie es noch vor einigen Jahren gewesen sei. Und dabei denke man sicherlich nicht nur an die Finanzkrise, sondern auch an die politischen Beziehungen der einzelnen Staaten untereinander. Dieser immer stärker werdende nationale Ansatz in der Denkweise verschiedener europäischer Regierungen sei nicht zuletzt in Ungarn und Polen festzustellen, die ein anderes Verständnis von gemeinsamen Werten und einem entsprechenden Handeln hätten.

Aber auch der Reformstau in Frankreich sowie Italien und der daraus resultierende Unwille in der Bevölkerung sei kurz vor den Europawahlen Ende Mai zum Problem geworden. Denn man könne davon ausgehen, dass in das neue EU-Parlament immer mehr "Europa-kritische" Politiker einziehen würden und vielleicht sei das der Grund, weshalb die Regierung der Bundesrepublik Deutschland inzwischen bei verschiedenen europäischen Chefposten ihre Ansprüche anmelde. Jedoch habe man in der Vergangenheit stets innerhalb der Gemeinschaft versucht, keinem Staat zu viele Schlüsselpositionen zuzuschreiben, was zumindest bei Italien - nach Meinung verschiedener Beobachter - nicht konsequent umgesetzt worden sei.

Deshalb mache es durchaus Sinn, mit Manfred Weber, dem Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkpartei (EVP), den Spitzenkandidaten für Europas Konservative und somit einen möglichen Nachfolger des bisherigen EU-Präsidenten in Position zu bringen. Diese Vorgehensweise habe bisher inkludiert, dass der als möglicher Kandidat auf den Chefsessel bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gehandelte Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht zum Zuge komme. Jedoch sollte insbesondere in solch unruhigen Zeiten der bestmögliche Kandidat ausgewählt werden und kein Verteilen der Posten nach Staatsbürgerschaft erfolgen. Um dazu allerdings überhaupt in der Lage zu sein, habe die Bundesregierung beschlossen, den Ende April auslaufenden Vertrag von Jens Weidmann um weitere 8 Jahre zu verlängern.

Jedoch werde auch ein Nachfolger für den überraschend zum 1. Februar zurückgetretenen Weltbank-Chef Jim Yong Kim gesucht. Da in der Vergangenheit stets ein US-Bürger dieser Institution vorgestanden habe - was allerdings inzwischen nicht mehr der wachsenden Bedeutung der Schwellenländer gerecht werde - seien Spekulationen bis hin zu einer möglichen Berufung von Ivanka Trump ins Kraut geschossen. Dies hätte zwar sicherlich in das Verhaltensmuster ihres Vaters gepasst, sei aber inzwischen von offizieller Seite dementiert worden und so würden u.a. mit der ehemaligen Pepsico-Chefin Indra Nooyi oder Ray Washburne, dem Chef der Entwicklungshilfe-Organisation der USA, erste Kandidaten genannt. Jedoch habe die Weltbank-Führung erklärt, dass bei der Besetzung des Chefpostens auch Nicht-US-Bürger berücksichtigt würden. Das Verfahren solle transparent sein und man hoffe, die Entscheidung über die Nachfolge Kims bis Mitte April getroffen zu haben.

Endlich bringe ein Unternehmen mal wieder zwei Bonds mit einer Mindeststückelung von 1.000 EUR an den Kapitalmarkt, dürften sich viele Privatanleger in dieser Berichtswoche gedacht haben, als Fresenius die Details für seine zwei Anleihen bekannt gegeben habe. In letzter Zeit hätten Unternehmen immer wieder auf die besonders bei institutionellen Kunden beliebte Mindeststückelung von 100.000 EUR zurückgegriffen, wie dies die beiden anderen Emittenten Fedex und Vinci gemacht hätten.

Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber Fresenius habe gleich zwei Bonds begeben und so insgesamt 1 Mrd. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt. Dabei zahle das Unternehmen den Investoren bei der ersten Tranche (ISIN XS1936208252 / WKN A2NBMS) bis zur Fälligkeit am 15.02.2025 einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,875%. Begeben worden sei das Papier zu 99,257%, was einem Emissionsspread von +165 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Abgerundet werde das Angebot mit einem Kündigungsrecht seitens des Emittenten - jederzeit ab dem 15.11.2024 - zu 100%. Ebenfalls 3 Monate vor Endfälligkeit am 15.02.2029 sei die zweite Anleihe (ISIN XS1936208419 / WKN A2NBMT) von Fresenius zu 100% kündbar. Der Bond sei mit einer jährlichen Verzinsung von 2,875% ausgestattet und sei zu 99,164% begeben worden. Dies habe einem Spread von +215 BP über Mid Swap entsprochen.

Das weltweit operierende Logistikunternehmen Fedex mit Sitz in Memphis habe mittels einer 3-jährigen Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Mit dem 640 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1937060884 / WKN A2RWNH) refinanziere sich das Unternehmen, welches weltweit mehr als 330.000 Mitarbeiter beschäftige, bis zum 13.05.2022 zu einem Zins von jährlich 0,70%. Der Spread von +75 BP über Mid Swap habe einen Ausgabepreis von 99,929% bedeutet. Fedex habe eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufgenommen.

Als Letzter im Bunde habe der französische Baukonzern Vinci eine Anleihe mit einem Volumen von 950 Mio. EUR begeben. Der Bond (ISIN FR0013397452 / WKN A2RWMX) zahle den Gläubigern bis zur Fälligkeit am 18.01.2029 einen festen jährlichen Zins in Höhe von 1,625%. Der Emissionspreis habe bei 99,034% gelegen, was einem Spread von +93 BP über Mid Swap entsprochen habe. Das Unternehmen mit Sitz in Rueil-Malmaison habe neben einer Make Whole Option einen zusätzlichen Kündigungstermin in die Emissionsbedingungen aufgenommen. So sei der Bond 3 Monate vor Endfälligkeit jederzeit ab dem 18.10.2028 zu pari kündbar.

Auch in dieser Woche sei das Rentenbarometer erneut an der 165er-Hürde gescheitert und im Tennis würde man das als Doppelfehler bezeichnen. Deshalb sei ein Match allerdings noch lange nicht verloren. Nicht zuletzt könne wegen der ungeklärten Brexit-Fragen und einem sich eintrübenden wirtschaftlichen Umfeld eine Flucht in die als sicherer Hafen geltenden deutschen Staatsanleihen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Zumal führende Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks in diversen Reden deutlich gemacht hätten, dass einerseits eine Zinspause angebracht erscheine (USA) und andererseits die Wachstumsabkühlung in der Eurozone zwar nicht zu leugnen, aber eine Rezession noch nicht einmal am Horizont zu erkennen sei. Somit ziehe man im EZB-Rat nicht die Abkehr von einer angestrebten Normalisierung der Geldpolitik, was allerdings frühestens Ende des Jahres anstehe, in Betracht.

Charttechnisch stelle also weiterhin der Bereich um die 165% einen Widerstand dar und eine erste Unterstützungslinie verlaufe bei 164,45%. Sollte die Leitplanke nach unten durchbrochen werden, so sei bei ca. 164,25% mit weiterer Unterstützung zu rechnen. Denn das würde bei der aktuellen 10-jährigen Benchmark-Anleihe einer Rendite von 0,25% entsprechen, einem zuletzt viel beachteten Wert.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) bei ca. 164,81%, was einer 10-Jahresrendite von ca. 0,205% entspreche.

Am Donnerstag dürfe man zum wiederholten Male in dieser Woche nach London blicken, denn im Rahmen einer Gilt-Auktion (Fälligkeit: 2024) würden nominal 2,5 Mrd. GBP interessierten Investoren angeboten und man dürfe gespannt sein auf das Verhalten der potenziellen Käufer.

In den USA hingegen habe man auch in dieser Woche T-Bills mit Laufzeiten von vier bzw. acht Wochen und drei sowie sechs Monaten für insgesamt 145 Mrd. USD offeriert. Aber auch mittels der in den USA beliebten 10-jährigen TIPS würden am 17.01.2019 weitere 10 Mrd. USD am Kapitalmarkt refinanziert.

Zusätzlich würden am 17.01.2019 auch 4 Altemissionen Spaniens (ISIN ES0000012C46 / WKN A2RSUP, 2021; ISIN ES0000012B62 / WKN A1908W, 2023; ISIN ES00000126B2 / WKN A1ZKWJ, 2024; ISIN ES00000128P8 / WKN A19CK5, 2027) aufgestockt, nachdem bereits zur Wochenmitte die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland das Emissionsvolumen der ehemals 30-jährigen Anleihe (ISIN DE0001102432 / WKN 110243, 2048) um weitere 1,5 Mrd. EUR auf insgesamt 13,5 Mrd. EUR erhöht habe. Die Nachfrage habe sich allerdings in Grenzen gehalten, denn es seien lediglich Kaufaufträge für nominal 1,339 Mrd. EUR eingereicht worden. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Anleihe sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,85% erfolgt und 289 Mio. EUR seien zur Marktpflege in den Eigenbestand des Bundes umgebucht worden.

Zum ersten Mal seit 1864 sei es geschehen, dass ein britisches Parlament ein von der Regierung ausgehandeltes Abkommen verhindert habe. Somit sind wir Zeugen eines geschichtsträchtigen Ereignisses geworden, so die Analysten der Baader Bank.

Jedoch sind wir, was den Brexit angeht, nicht viel weiter als vor der Abstimmung, berichten die Analysten der Baader Bank. Eher das Gegenteil sei der Fall! In Anbetracht der undurchsichtigen Gemengelage reagiere die britische Währung bislang ziemlich gelassen. So habe der Euro im Vergleich zum Pfund Sterling seit Wochenbeginn in einer Tradingrange zwischen 0,89854 GBP und 0,88377 GBP gehandelt. Nach dem gestrigen Misstrauensvotum notiere die europäische Gemeinschaftswährung gestern Morgen bei 0,8858 GBP.

Ähnlich unbeeindruckt vom aktuellen Marktgeschehen präsentiere sich der Euro gegenüber dem Greenback. Nach einem kurzen Anstieg am vergangenen Donnerstag bis auf 1,1570 USD sei er im weiteren Handelsverlauf auf das Niveau der vorherigen Handelstage zurückgefallen und notiere zur Stunde bei ca. 1,1390 USD. Dies könne sich allerdings sehr schnell ändern, denn die Unsicherheit und die Sorgenthemen in Europa würden nicht weniger.

Innerhalb der vergangenen Handelswoche und aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten seien Privatanleger mit ihren Investments zurückhaltend. Überschaubare Handelsaktivitäten seien dennoch bei Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Mexikanische Peso, Russische Rubel und Australische Dollar zu beobachten gewesen.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 17.01.2019) (18.01.2019/alc/a/a)


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