Oberursel (www.anleihencheck.de) - In den Vereinigten Staaten hat die Federal Reserve (FED) vor gut drei Jahren die Zinswende eingeleitet, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
So befinden wir uns im flachsten Leitzinsanhebungszyklus seit einem halben Jahrhundert, berichten die Experten der Alte Leipziger Trust. Diese Entwicklung habe auch Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Renditen von Staatsanleihen, die ebenfalls angestiegen seien. Zugleich verknappe die US-Notenbank auch die Liquidität und baue ihre Bilanz langsam ab.
Jedoch sei inzwischen schon sehr viel Pessimismus von den Marktakteuren eingepreist. Auch wenn wir uns in einer späten Phase des Konjunkturzyklus befinden, erwarten wir aus heutiger Sicht zumindest in den kommenden beiden Jahren keine US-Rezession, so die Experten der Alte Leipziger Trust. Die US-Notenbankzinsen dürften ab einem Niveau von gut 3% zu einer spürbaren Belastung für die Wirtschaft werden. Ein solches Niveau sollte wohl erst Ende 2019 erreicht werden.
Die Unternehmensgewinne sollten daher zunächst weiter steigen, wenn auch spürbar langsamer als in den letzten Jahren. Der Gegenwind von der Bewertungsseite dürfte für die Aktienmärkte auch zunehmen, da sich zum einen steigende Diskontierungssätze, sinkende Wachstumsraten und steigende Kosten negativ in den Bewertungsmodellen auswirken könnten. Zum anderen würden steigende Renditen mittelfristig die Attraktivität des Anleihesegments erhöhen, sodass Liquidität aus den Aktienmärkten abfließen sollte.
Mit Blick nach vorn würden die Experten somit erwarten, dass steigende Unternehmensgewinne die US-Aktienkurse weiter unterstützen würden, ein tendenziell sinkendes Bewertungsniveau jedoch die Kursdynamik verlangsamen werde. Für die Eurozone und Deutschland würden die Experten im Jahresverlauf 2019 eine wieder anziehende Konjunktur erwarten. Solange die Konjunktur insgesamt laufe, würden auch die Aktienmärkte hiervon profitieren. Denn in der Regel beende ein Konjunktureinbruch eine Aktienhausse - und nicht steigende Zinsen. Ein Ende des Aktienzyklus steht somit nach unserer Einschätzung der aktuellen Marktsituation aus heutiger Sicht noch nicht unmittelbar bevor, so die Experten der Alte Leipziger Trust. (Ausgabe Dezember 2018) (03.12.2018/alc/a/a)
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