Paris (www.anleihencheck.de) - Die Marktkorrektur im Oktober war bemerkenswert, da sie nicht von einem bestimmten Ereignis ausgelöst wurde, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.
"Stattdessen führte ein Rückgang des Gesamtumfelds zu einem plötzlichen starken Einbruch der Marktstimmung", sage Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management, in seinem jüngsten Kommentar. Hierzu führe er folgende vier Faktoren an: Der bisherige Renditeanstieg langlaufender US-Anleihen, die sinkende Liquidität der großen Zentralbanken, die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China und die Ergebnisse der US-Unternehmen im dritten Quartal.
Die europäische und die chinesische Konjunkturentwicklung würden sich verlangsamen, während die US-Wirtschaft, angetrieben von Trumps Konjunkturprogrammen, steige. Doch deren Auswirkungen würden bald nachlassen. Ein Ende des Zyklus sei jedoch noch nicht in Sicht. Die Inflation sei immer noch harmlos, die Ertragslage der Unternehmen bleibe gesund und ihr Zinsaufwand sei überschaubar. Somit sei trotz der Krise im Oktober keine wirtschaftliche Schwäche zu erwarten. "Wir erleben eher eine Verlangsamung als einen zyklischen Abschwung", erkläre Melman.
Durch das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung könne der Markt einige positive Überraschungen erleben. Auch der Protektionismus, der aktuell ein hohes Risiko darstelle, könnte durch neue Gespräche zwischen den USA und China nach den US-Zwischenwahlen verringert werden. "Ende Oktober haben wir unsere Allokation in Aktien aus den USA, Europa und den Schwellenländern erhöht, da die Stimmung an den Märkten von einem Extrem ins andere gewechselt hat. Dabei übersehen viele die Möglichkeit, dass es bis zum Jahresende durchaus zu positiven Überraschungen kommen kann", sage Melman. "Auch US-Staatsanleihen mit einer 10-jährigen Laufzeit und einer Rendite von rund 3,2 Prozent halten wir für interessant, da sie vor einer Konjunkturabschwächung schützen." (15.11.2018/alc/a/a)
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