Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aus dem Wochenende zurückgekommen, hatten die Händler zwar einige Nachrichten und Szenarien einzuordnen, aber mangels wichtiger ökonomischer Daten blieben zumindest die Impulse im Euro-Handel überschaubar, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Was das Türkei-Thema angehe, hätten gestern Abend das bis zum Ende der Woche andauernde muslimische Opferfest begonnen. Damit sei die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass wesentliche Signale (etwa eine Leitzinserhöhung der Türkischen Zentralbank oder ein konkretes Sparprogramm) von türkischer Seite zunächst ausbleiben würden. Zur Türkei habe sich übrigens auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann geäußert, der laut eines Zeitungsinterviews am Wochenende keine größeren Gefahren wegen der dortigen Krise sehe. Schwer kalkulierbar seien indes die indirekten Risiken, wie etwa ein genereller Vertrauensverlust, der dann auch andere Schwellenländer betreffen könnte, so Weidmann.
Für Händler habe es gestern noch ein anderes wichtiges Thema gegeben: Die Gespräche zwischen Vertretern Chinas und der USA in Washington, die während dieser Tage beginnen würden, um den Weg für Handelsgespräche auf höchster Ebene zu bereiten. Obwohl jene Gespräche nur vorbereitender Natur sein würden, seien sie als einer der Gründe genannt worden, warum sich die Lage um den Yuan etwas entspannt habe. Zum Handelsschluss in New York sei es aber dann doch noch richtig unruhig im Devisenhandel geworden. Denn US-Präsident Donald Trump habe sich einmal mehr gegen die US-Notenbank gestellt, indem er deren Kurs deutlich kritisiert habe.
In einem Interview mit Reuters habe sich Trump gegen höhere Zinsen ausgesprochen und in mehreren Statements und heftiger Kritik an FED-Chef Jerome Powells Zinserhöhungen die Unabhängigkeit der FED zumindest indirekt infrage gestellt. Weitere Tiraden Trumps, in denen er unter anderem China und Europa erneut der Währungsmanipulation bezichtigt habe, seien dabei fast schon ein wenig in den Hintergrund geraten. Bis zum Ende der New Yorker Handelssitzung sei der Dollar deutlich unter Druck geraten und habe dabei den Euro aus seinem kurzfristigen Abwärtstrend heute Morgen in Fernost in eine vorläufige neue Seitwärtsentwicklung zwischen 1,1295 und 1,1640 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) gedrückt. (21.08.2018/alc/a/a)
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