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08.06.18 12:10
FED und EZB vor wichtigen Entscheidungen

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der bisher wohl hektischsten Woche des Jahres ist zumindest vorübergehend eine gewisse Ruhe an die Märkte zurückgekehrt, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management.

Von den politischen Turbulenzen in Italien und in geringerem Maße auch in Spanien verlagere sich der Fokus nun zunehmend wieder auf die Politik der Zentralbanken. Nächste Woche stünden gleich zwei wichtige Zentralbanksitzungen im Kalender.

Den Anfang mache am Mittwoch der FOMC-Zinsentscheid, gefolgt von der Pressekonferenz mit Jerome Powell. Aktuell werde laut Bloomberg eine Zinserhöhung um ein Viertelprozent mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent eingepreist. Dieser Einschätzung schließen wir uns angesichts der anhaltend starken Konjunktur an, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management. Tatsächlich sollte der eindeutig starke US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag die Zweifel der bis dato noch unschlüssigen FOMC-Mitglieder ausgeräumt haben.

Die bevorstehende Zinsstraffung ist also eingepreist und unsere Aufmerksamkeit richtet sich daher vor allem auf den Verlauf der Renditekurve und darauf, wie stark sie die Entscheidung der FOMC-Mitglieder beeinflusst, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management. In dieser Woche habe der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Papieren die Marke von 42 Basispunkten durchbrochen. Damit sei die Kurve so flach wie seit 2007 nicht mehr.

Interessanterweise sei das letzte Mal, dass die FED bei einer derart flachen Kurve die Zinsschraube angezogen habe, im Juni 2006 gewesen. Und dies sei zugleich die letzte Zinsstraffung in einer sich über zwei Jahre erstreckenden Serie von 17 Zinsschritten nach oben gewesen. Ziehe die FED nächste Woche die Zinszügel an, werde dies erst das siebte Mal in der aktuellen Serie sein. Aber schon jetzt sei die Kurve so flach wie 2006. Deshalb werden wir bei der Pressekonferenz sehr aufmerksam zuhören, da wir ernsthaft bezweifeln, dass die FOMC bereit ist, alle derzeit von seinen Mitgliedern in Aussicht gestellten Zinserhöhungen durchzuführen - vor allem wenn die momentane Abflachungsdynamik anhält, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management.

Werde der Ausschuss mit Äußerungen über die fehlende Laufzeitprämie versuchen, das lange Ende der Kurve höher zu reden? Oder werde er eine Atempause im Straffungszyklus andeuten, solange die Kurve so flach sei, und damit in Kauf nehmen, dass die Inflation etwas über ihr Ziel hinausschieße? Dies seien die zentralen Botschaften, anhand derer Anleger bestimmen sollten, wie sie sich entlang der Renditekurve positionieren würden.

Am Donnerstag stünden dann die Ergebnisse der Juni-Sitzung des EZB-Rats auf der Agenda. Änderungen der EZB-Politik würden zwar nicht erwartet. Aber nach uns vorliegenden Informationen werden die Ratsmitglieder in diesem Monat über das Ende des Anleihekaufprogramms sprechen, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management. Man erwarte eine Ankündigung, dass die monatlichen Käufe im Volumen von 30 Milliarden Euro Ende September weiter gedrosselt würden, bevor sie Ende 2018 vollständig auslaufen würden. Auch dies sei am Markt weitgehend Konsens. Aber es werde die Aufmerksamkeit der Anleger auf technische Marktfaktoren lenken, die in der Zeit der Bilanzvergrößerung der EZB verzerrt gewesen seien. Wichtig sei dabei jedoch, dass die Bilanz in dieser Größenordnung bleibe und Erlöse aus fälligen Anleihen weiterhin reinvestiert würden. Zweifellos werde das jedoch Auswirkungen auf die Staatsanleihen der Eurozone haben, und zwar keine positiven. Angesichts der Turbulenzen in Italien in der vergangenen Woche sei zudem das Timing mit Blick auf italienische Staatsanleihen weder für das italienische Schatzamt noch für die neue Regierung ideal.

Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management, erwartet, dass Mario Draghi einige heikle Fragen zu Italien gestellt werden sowie Fragen darüber, ob die jüngsten politischen Turbulenzen die Entscheidungen der EZB beeinflusst haben. Allerdings sei der EZB-Chef gut darin, solchen Fragen auszuweichen.

Interessanter sei vielleicht, wie lange die Zinsen unverändert bleiben würden, nachdem das Anleihekaufprogramm beendet worden sei. Bislang sei stets von "erheblicher" Zeit die Rede gewesen, was die Märkte als etwa sechs Monate interpretiert hätten. Das würde bedeuten, dass wir noch gut zwölf Monate von der ersten Zinserhöhung im Euroraum entfernt sind, so Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management, einer Tochter von Vontobel Asset Management. (08.06.2018/alc/a/a)



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