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18.05.18 12:00
Europäische Staatsanleihen weiterhin untergewichten - Gute Aussichten bei nachrangigen Finanzanleihen

Paris (www.anleihencheck.de) - Das Risiko des Protektionismus besteht immer noch und wird Anleger noch einige Zeit beschäftigen, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Aber die Zeit sei nun reif für einen Austausch zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern. "Die aktuelle Ruhepause der Medien rund um politische und internationale Handelsfragen hat mindestens zu einer Rückkehr der Märkte zu den Fundamentaldaten beigetragen", sage Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management, in seinem jüngsten Kommentar.

Zwar sei die Berichtssaison in den USA noch nicht vorbei, aber es gebe viele positive Überraschungen bei den Umsatz- und Ertragsergebnissen US-amerikanischer Unternehmen. In anderen Regionen würden die Gewinne zwar eine hohe Qualität zeigen, jedoch weniger beeindrucken. In der Tat habe sich das Wachstum - insbesondere in Europa - seit Anfang des Jahres verlangsamt, aber dafür sei das vierte Quartal 2017 besonders stark gewesen. "Im Gegensatz zur aktuellen Meinung vieler Anleger gibt es keine Hinweise darauf, dass wir uns am Anfang des Endes dieses Zyklus befinden", beruhige Benjamin Melman.

Die Tatsache, dass sich die Umsätze erhöht hätten, während sich die Märkte in ruhigem Fahrwasser befänden, habe die Bewertungen auf ein normales Niveau gesenkt. "Wir sind davon überzeugt, dass das Risiko einer Eskalation des Protektionismus immer noch moderat ist. Wir bleiben aus diesem Grund übergewichtet in Aktien aus der Eurozone und Japan", sage Melman.

Auf der Anleiheseite seien US-Treasuries unter anderem durch die Kerninflation, die im März 2018 die 2-Prozent-Marke erreicht habe, unter Druck geraten. Die europäischen Anleihemärkte seien dadurch jedoch weniger beeinflusst gewesen. "Das Wachstum verlangsamt sich. Die Europäische Zentralbank geht zwar nur von einem temporären Phänomen aus, hat jedoch die Normalisierung ihrer Geldpolitik gedämpft, um jegliche Risiken zu vermeiden. Die Schwellenländer wurden härter getroffen, da ihre Abhängigkeit von den Anleihemärkten in den USA nach wie vor hoch ist", erläutere Melman.

Das Team von Edmond de Rothschild Asset Management gewichte Anleihen weiterhin unter, was aus Sicht der Experten aber kein Grund zur Beunruhigung sei. "Die langfristigen US-Zinsen sollten weiterhin anziehen, aber US-Treasuries bieten nun zufrieden stellende Renditen, sodass das Verlustrisiko limitiert ist", sage Melman. Zudem würden sie Diversifikationspotenzial bieten, sollten sich die Marktbedingungen ändern. Die Anlagespezialisten würden außerdem bei einer Untergewichtung europäischer Staatsanleihen aufgrund ihrer kargen Renditen bleiben, sähen dafür aber gute Aussichten bei nachrangigen Finanzanleihen: "Wir glauben weiterhin, dass nachrangige Finanzpapiere bessere Renditen liefern werden", so der Edmond de Rothschild-Experte.

Gegenüber dem US-Dollar bleibe das Team vorsichtig eingestellt: "Der US-Dollar hat bis jetzt ein sehr unbeständiges Jahr gezeigt. Aber die Inflation in den USA hat sich normalisiert und in Europa verlangsamt, was zuletzt zu einem starken Anstieg geführt hat und auf eine Rückkehr zu den Fundamentaldaten hindeutet", sage Melman. (Ausgabe vom 17.05.2018) (18.05.2018/alc/a/a)


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