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11.04.18 10:00
Covered Bonds: Emissionstätigkeit nimmt wieder Fahrt auf - Emittenten weiterhin mit Zugeständnissen

Hannover (www.anleihencheck.de) - Im Vergleich zu den vorangegangenen Wochen präsentierten sich die letzten fünf Handelstage am Covered Bond-Markt dynamischer, so Frederik Kunze von der Nord LB.

Von Mittwoch bis Dienstag seien sieben neue EUR-Benchmarks emittiert worden, wobei die AXA Bank Europe mit einer zweitranchigen Transaktion an den Markt gegangen sei. Im derzeitigen Marktumfeld falle jedoch auf, dass die Emittenten weiterhin Zugeständnisse mit Blick auf das Pricing machen müssten, um ihre Anleihen zu platzieren.

Die holländische ABN AMRO habe am vergangenen Mittwoch einen zwanzigjährigen EUR 1,25 Mrd. Covered Bond (ISIN XS1805353734 / WKN A19YY7) bei ms +8 Bp emittiert, wobei die Vermarktungsphase mit einer Guidance von ms +10 Bp area aufgenommen worden sei. Das Orderbuch habe sich bei 50 Orders auf EUR 1,5 Mrd. gefüllt. Als Folge des aktuellen Marktumfelds sei gegenüber den am Sekundärmarkt befindlichen Emissionen ein nennenswerter Aufschlag fällig geworden.

Am nachfolgenden Donnerstag sei die holländische ING (ISIN XS1805257265 / WKN A19Y43) nach fünfjähriger Pause an den Covered Bond-Primärmarkt zurückgekehrt. Die Benchmarkemission über EUR 1,75 Mrd. und mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei mit einer Guidance von ms flat area in die Vermarktungsphase gestartet. Der Reoffer-Spread sei schließlich bei ms -3 Bp fixiert worden. Insgesamt habe entsprechend eine Neuemissionsprämie von +4 Bp bis +5 Bp gezahlt werden müssen. Die Bid-to-Cover-Ratio habe bei 1,3 gelegen.

Den Start in die aktuelle Handelswoche markiere die Commerzbank (ISIN DE000CZ40MQ5 / WKN CZ40MQ) mit einer Benchmark über EUR 500 Mio. (10y), die mit einer Guidance von ms -5 Bp area in die Vermarktungsphase gegangen sei. Der Reoffer-Spread habe bei ms -7 Bp gelegen. Das größte Interesse sei dabei von Investoren aus Deutschland/Österreich (64%) gekommen, gefolgt von asiatischen Investoren (14%) und jenen aus den Nordics (11%). Mit 50% habe zudem der Anteil der Zentralbanken recht hoch und vor den Anteilen der Asset Manager (28%) und den Banken (16%) gelegen.

Am gestrigen Dienstag seien mit den Covered Bonds der Erste Group (ISIN XS1807495608), der AXA Bank Europe (ISIN FR0013329216; ISIN FR0013329224) sowie von HSBC SFH (ISIN FR0013329638) weitere in Euro denominierte Benchmarks emittiert worden. Die Erste Group habe eine Anleihe über EUR 750 Mio. mit einer Laufzeit von acht Jahren am Markt platziert. Die Guidance habe sich auf ms -1 Bp area belaufen. Der Reoffer-Spread sei bei ms -3 Bp gepreist worden. Das Orderbuch habe sich auf EUR 950 Mio. summiert.

AXA habe eine zweitranchige Transaktion an den Markt gebracht, die sich aus einer Emission über EUR 750 Mio. (Laufzeit 7y) sowie einer Anleihe über EUR 500 Mio. (15y) zusammensetze. Der 7y Covered Bond sei mit einer Guidance von ms flat area in die Vermarktungsphase gegangen, während die Transaktion mit 15 Jahren Laufzeit mit ms +14 Bp gestartet sei. Die Reoffer-Spreads seien mit ms -3 Bp (7y) bzw. ms +10 Bp (15y) gefixt worden.

Der HSBC SFH Covered Bond über EUR 1,0 Mrd. (7y) sei nach einer Guidance von ms -5 Bp area final bei ms -7 Bp gepreist worden. Die Bid-to-Cover-Ratio habe bei 1,1 gelegen.

Noch für den laufenden Monat April habe die norwegische Sbanken Boligkreditt die erste Emission einer EUR-Benchmark angekündigt. Der Start der European Roadshow sei für den kommenden Freitag terminiert. Bisher habe sich der Emittent auf Covered Bonds in Norwegischen Kronen (NOK) beschränkt, die sich per 31.12.2017 auf NOK 25,5 Mrd. (ca. EUR 2,6 Mrd.) summiert hätten. Die Ratingagentur Moody's stufe das Programm mit Aaa ein. Den Collateral Score bemesse Moody's mit 5%, was einer sehr guten Qualität entspreche. Auch für die EUR-Benchmarkemission von Sbanken sei mit der Bestnote Aaa zu rechnen. Sbanken reagiere mit dem angekündigten Covered Bond auf den eigenen Refinanzierungsbedarf und wolle die Investorenbasis mit Blick auf die emittierten Covered Bonds erweitern.

Der Covered Bond-Markt sei weiterhin durch ein spürbares Maß an Unsicherheit geprägt. Hinzu kämen die wieder zahlreicher angekündigten Neuemissionen. In diesem Umfeld gebe es mehr Verkäufer und es kommt entsprechend zu Spreadausweitungen. Die Neuemissionen würden sich trotz gebotener New Issue Premiums nur im Bereich der Reoffer-Spreads bewegen. (11.04.2018/alc/a/a)


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