Essen (www.anleihencheck.de) - Die nordkoreanische Regierung hat gestern verlauten lassen, dass sie die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten als Kriegserklärung interpretiert, so die Analysten der National-Bank AG.
Daraus leite sie ein Recht zur Selbstverteidigung auch außerhalb des eigenen Hoheitsgebietes ab. Somit werde die Eskalationsschraube um eine weitere Umdrehung angezogen. Das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung habe zugenommen. Die Investoren sollte das beunruhigen. Ein Blick auf die Entwicklung der Aktienmärkte bestätige zwar, dass die Anleger die Risiken auf der koreanischen Halbinsel sehr wohl wahrnehmen würden. Doch sonderlich stark scheine die Sorge nicht zu sein. Kursverluste würden sich in Grenzen halten. Der Gewöhnungseffekt greife um sich. Von einer Verhandlungslösung sei man in der Region aber weit entfernt, und China scheine den Zugriff auf das Regime in Pjöngjang verloren zu haben.
Ansonsten würden heute die FED sowie die EZB im Mittelpunkt des Interesses stehen, denn der Aufgalopp der Notenbanker gehe weiter. Die US-Notenbanker hätten gestern unterschiedliche Signale gesendet. Da gebe es die Fraktion, die für weitere Leitzinserhöhungen aufgrund der guten konjunkturellen Lage eintrete und die geringe Preisdynamik zwar irritiere. Grundsätzlich gehe das Lager aber davon aus, dass temporäre Faktoren für die Verzerrung verantwortlich seien, auch wenn man das nicht vollständig aufklären könne. Das andere Lager sehe aufgrund des schwachen Preisauftriebs keinen Grund, die Leitzinsen anzuheben. Dazu werde es heute weitere Stimmen geben. Hier werde insbesondere der Auftritt von Leal Brainard ("Taube") und Janet Yellen von Interesse sein. Allerdings sei es bis Dezember noch lange hin, sodass man sich keine bahnbrechenden Erkenntnisse versprechen sollte. Ähnliches sehe es bei der EZB aus. Die letzten Aussagen einiger EZB-Vertreter würden deutlich machen, dass es einige gebe, die sich für ein konkretes Ende des QE-Programms aussprechen würden. Letztlich werde man sich bis zum 26. Oktober gedulden müssen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 161,25 und 162,70 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,14 und 2,29% schwanken. (26.09.2017/alc/a/a)
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