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26.09.17 08:45
"Aufgalopp" der Notenbanker

Essen (www.anleihencheck.de) - Die nordkoreanische Regierung hat gestern verlauten lassen, dass sie die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten als Kriegserklärung interpretiert, so die Analysten der National-Bank AG.

Daraus leite sie ein Recht zur Selbstverteidigung auch außerhalb des eigenen Hoheitsgebietes ab. Somit werde die Eskalationsschraube um eine weitere Umdrehung angezogen. Das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung habe zugenommen. Die Investoren sollte das beunruhigen. Ein Blick auf die Entwicklung der Aktienmärkte bestätige zwar, dass die Anleger die Risiken auf der koreanischen Halbinsel sehr wohl wahrnehmen würden. Doch sonderlich stark scheine die Sorge nicht zu sein. Kursverluste würden sich in Grenzen halten. Der Gewöhnungseffekt greife um sich. Von einer Verhandlungslösung sei man in der Region aber weit entfernt, und China scheine den Zugriff auf das Regime in Pjöngjang verloren zu haben.

Auch innenpolitisch laufe es für den US-Präsidenten überhaupt nicht rund. Die Ablösung von Obamacare dürfte endgültig gescheitert sein. Drei republikanische Senatoren würden die Gefolgschaft für die Ablösung auf Basis des über Wochen ausgearbeiteten Kompromissvorschlags der Republikaner verweigern. Es könne zwar immer noch zu einer "last minute"-Lösung kommen, denn bis einschließlich 30. September würden 50 Senatorenstimmen zzgl. derjenigen des Vizepräsidenten reichen, um das Gesetz durch den Senat zu bringen. Würden Änderungen an dem Gesetzesentwurf vorgenommen, bestehe für den Mehrheitsführer im Senat jedoch die Gefahr, dass bereits sicher geglaubte Stimmen wieder abspringen würden. Nun dürfte der Fokus auf der Steuerreform liegen, für die der US-Präsident in den nächsten Tagen auf Werbetour durch das Land ziehen wolle. Details seien jedoch bisher nicht bekannt. Da das Thema bislang ähnlich kontrovers in republikanischen Reihen diskutiert werde, wie der Ersatz von Obamacare, könnte der Steuerreform ein ähnliches Schicksal bevorstehen, wie der Gesundheitsreform.

Ansonsten würden heute die FED sowie die EZB im Mittelpunkt des Interesses stehen, denn der Aufgalopp der Notenbanker gehe weiter. Die US-Notenbanker hätten gestern unterschiedliche Signale gesendet. Da gebe es die Fraktion, die für weitere Leitzinserhöhungen aufgrund der guten konjunkturellen Lage eintrete und die geringe Preisdynamik zwar irritiere. Grundsätzlich gehe das Lager aber davon aus, dass temporäre Faktoren für die Verzerrung verantwortlich seien, auch wenn man das nicht vollständig aufklären könne. Das andere Lager sehe aufgrund des schwachen Preisauftriebs keinen Grund, die Leitzinsen anzuheben. Dazu werde es heute weitere Stimmen geben. Hier werde insbesondere der Auftritt von Leal Brainard ("Taube") und Janet Yellen von Interesse sein. Allerdings sei es bis Dezember noch lange hin, sodass man sich keine bahnbrechenden Erkenntnisse versprechen sollte. Ähnliches sehe es bei der EZB aus. Die letzten Aussagen einiger EZB-Vertreter würden deutlich machen, dass es einige gebe, die sich für ein konkretes Ende des QE-Programms aussprechen würden. Letztlich werde man sich bis zum 26. Oktober gedulden müssen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 161,25 und 162,70 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,14 und 2,29% schwanken. (26.09.2017/alc/a/a)


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