Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Nun soll es also "Scale" richten, so das Team des Steubing German Mittelstand Fund I (SGMF) (ISIN LU0934080986/ WKN A1WY59, ausschüttend; ISIN LU0934081281/ WKN A1WY6A, thesaurierend), das sich im "Standpunkt German Mittelstand" regelmäßig zum Markt für Mittelstands- und Hochzinsanleihen äußert.
"Scale" ersetze seit dem 1. März 2017 den "Entry Standard" der Deutschen Börse. Offiziell solle mit "Scale" ein neues Wachstumsmodell auf die Beine gestellt werden, das kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtere. Völlig klar sei aber auch, dass sich die Deutsche Börse von dem skandalträchtigen "Entry Standard" habe lossagen wollen, um die häufigen Pleiten von Mittelstandsanleihen der Vergessenheit anheim zu geben. "Scale" fordere zuerst einmal mehr Transparenzverpflichtungen von den Unternehmen, die sich hier listen lassen möchten - genauso wie von den emissionsbegleitenden Banken als auch von den prospekterstellenden Rechtsanwaltskanzleien. Formal würden nun die Ansprüche spiralartig nach oben geschraubt.
Die EU fordere einen leichteren Zugang von kmU zum Kapitalmarkt. Im Klartext heiße dies weniger Regelwerk. So wie "Scale" aufgebaut sei, reiche das neue Segment als Wachstumsmarkt nicht aus. Hoffentlich sehen die Analysten der Wolfgang Steubing AG in den nächsten Jahren nicht eine Rolle rückwärts und es wird noch Segment unterhalb von "Scale" gegründet, dessen Ansprüche an die Emittenten, Banken und Rechtsanwaltskanzleien wieder reduziert werden.
Schlussendlich haben wir zumindest bei den Mittelstandsanleihen eine Situation geschaffen, die Anleihen in zwei Kategorien aufteilt, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Die guten Anleihen hätten sich um eine Aufnahme in "Scale" beworben und würden damit aufzeigen, dass diese Emittenten eine erhöhte Kommunikationspflicht Genüge tun möchten - aber was sei mit den anderen, die nicht bereit seien, diese Auflagen für ihre - teilweise auch kleinen - Anleihen zu erfüllen. Es dürfe nicht sein, dass diesen Unternehmen und damit verbunden den Anlegern Nachteile durch die Einführung von "Scale" entstünden: Die Unternehmen, die sich nicht für "Scale" entschieden hätten, dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden - die Anleger dürften nicht mit "willkürlichen" Kursabschlägen bestraft werden.
Zusammenfassend denken die Analysten der Wolfgang Steubing AG, "Scale" könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Bisher handle es sich aber nur um einen kurzen Schritt - die Analysten würden hoffen, dass die Deutsche Börse mutig genug sei, einen langen Schritt zu machen, und hier nicht nur "alter Wein in neuen Schläuchen" präsentiert worden sei. Im Interesse aller aufrechten Emittenten und aller Anleger drücken die Analysten der Wolfgang Steubing AG der Deutsche Börse die Daumen. (20.03.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.de