Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Mittelstandsanleihen-Barometer zur Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe (ISIN DE000A14J7A9 / WKN A14J7A) kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv" (drei von fünf möglichen Sternen) einzustufen.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG sei ein Unternehmen des Präzisionsmaschinenbaus mit Hauptsitz in Heidelberg. Das Unternehmen sei mit einem Weltmarktanteil von über 40% der weltweit marktführende Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen.
Neben dem Maschinenbau sei die Heidelberger Druckmaschinen AG auch im Service-Geschäft tätig. Das Service-Geschäft umfasse sowohl Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilleistungen als auch die Versorgung der Printmedien-Kunden mit Verbrauchsmaterialien. Das Service-Geschäft sei im April 2015 durch die Übernahme der Printing Systems Group (PSG) gestärkt worden.
Weltweit würden etwa 11.500 Mitarbeiter in der Entwicklung, Produktion sowie im Vertrieb und Service für die Heidelberger Druckmaschinen AG arbeiten. In Deutschland fertige das Unternehmen hoch automatisierte und variantenreiche Hightech-Maschinen nach Kundenbedarf in allen Formatklassen. In Qingpu bei Shanghai in China würden hochwertige vorkonfigurierte Editionsmodelle produziert. Weiterhin seien strategische Partnerschaften mit Fujifilm und Ricoh im Bereich Digitaldruck eingegangen worden, aus denen bereits Produktvorstellungen und erste Geschäftsabschlüsse resultieren würden.
Im 1. Halbjahr 2016 (April bis September) hätten sich die Umsätze um 90,0 Mio. Euro auf 1,07 Mrd. Euro verringert. Im gleichen Zeitraum habe die Emittentin eine Steigerung der Auftragseingänge um 85,0 Mio. Euro auf 1,41 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1,32 Mrd. Euro) verzeichnen können. Der Auftragsbestand zum Ende des 1. Halbjahres habe sich auf 765,0 Mio. Euro erhöht, womit der Bestand 121 Mio. Euro über dem Vorjahreswert liege. Die Emittentin erwarte daher einen Anstieg der Umsatzerlöse für das 2. Berichtshalbjahr.
Das Eigenkapital der Emittentin habe sich im Berichtszeitraum April bis September 2016 um 168,0 Mio. Euro auf 126,0 Mio. Euro verringert. Hierdurch sei die Eigenkapitalquote von 13,0% auf 5,9% gesunken. Die Eigenkapitalveränderung sei primär auf Anpassungen der Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Diese seien wegen versicherungsmathematischen Veränderungen um 142,0 Mio. Euro erhöht worden. Die Rückstellungserhöhung sei nicht Ergebnis- oder Cash-wirksam.
Die Netto-Verschuldung betrage zum Ende des 1. Halbjahrs 276 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr habe damit eine leichte Entschuldung erzielt und die Netto-Verschuldung um 8 Mio. Euro gesenkt werden können. Mit der vorzeitigen vollständigen Rückführung der ausstehenden 9,25%-Anleihe der Heidelberger Druckmaschinen AG im Juni 2016 sei der Gesellschaft eine weitere Optimierung der Finanzierungsstruktur gelungen, die kurzfristig zu einer weiteren Verbesserung der Ertragskraft und des Free Cashflows führen werde.
Die im Mai 2015 emittierte Anleihe der Heidelberger Druckmaschinen AG sei mit einem Zinskupon von 8,00% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 15.05. und 15.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis 2022. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 205,4 Mio. Euro platziert worden. Die Anleihe sei ausschließlich institutionellen Investoren zur Zeichnung angeboten worden und die kleinste handelbare Einheit liege bei nominal 100.000 Euro. Eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit für die Emittentin sei in den Anleihebedingungen ab dem 15.05.2018 zu 104% des Nennwerts, ab dem 15.05.2019 zu 102% des Nennwerts und ab dem 15.05.2020 zu 100% des Nennwerts vorgesehen.
Auf aktueller Kursbasis (107,00% am 14.12.2016) ergebe sich bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2018 eine Rendite von 5,54% p.a., bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2019 eine Rendite von 5,64% p.a., bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2020 eine Rendite von 5,71% p.a. und bis zum Ende der Laufzeit am 15.05.2022 eine Rendite von 6,45% p.a.
Trotz des schwächeren 1. Halbjahres des Geschäftsjahres 2016/17 und des durch Pensionsrückstellungen belasteten Eigenkapitals sowie der niedrigen EBITDA-Marge bewerten wir die 8,00%-Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv", so die KFM Deutsche Mittelstand AG. Hintergrund sei die bestehende Marktführerschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG bei Bogenoffset-Druckmaschinen, die positive Auftragsentwicklung und die attraktive Rendite der Anleihe von 6,45% p.a. (auf Kursbasis 107,00% am 14.12.2016 bei Berechnung bis zur Endfälligkeit am 15.05.2022). (15.12.2016/alc/n/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.de