Brechen (www.anleihencheck.de) - Sorgenreiche Zeiten für die Rickmers Gruppe: In den ersten neun Monaten 2016 sank das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 31,1 Prozent auf 136,8 Millionen Euro (198,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum), berichtet die Anleihen Finder Redaktion.
Insgesamt habe sich für Rickmers ein Verlust von 198,7 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 94,2 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum ergeben. Der Anleihe-Kurs der Rickmers-Anleihe sei weiterhin im Keller und zudem sei aufgrund der Gegebenheiten am Containermarkt keine wirkliche Besserung für die Reederei in Sicht, was die Situation nachträglich erschwere.
Auf Konzernebene habe die Schifffahrtsgesellschaft im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 373,6 Millionen Euro erwirtschaftet, was einem Rückgang von 15 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode entspreche (Vorjahr: 439,7 Millionen Euro).
Maßgeblich für diese Entwicklung sei nach Angaben des Unternehmens das unverändert angespannte Marktumfeld mit weiteren auslaufenden margenstarken Charterverträgen, zeitweise Beschäftigungslosigkeit und Anschlussvercharterungen auf aktuell niedrigerem Marktniveau sowie geringere Frachterlöse und eine stärker rückläufige Kapazitätsauslastung im Projektladungsbereich.
Anleihe-Kurs bei 23,5 Prozent
ANLEIHE CHECK: Die Rickmers-Anleihe 2013/18 (ISIN DE000A1TNA39 / WKN A1TNA3) habe ein Gesamtvolumen von 275 Millionen Euro und werde jährlich mit 8,875 Prozent verzinst. Die Anleihe laufe noch bis Juni 2018, die nächste Zinszahlung finde im Juni 2017 statt. Der Anleihe-Kurs stehe derzeit bei 23,5 Prozent (Stand: 11.11.2016). Seit September liege der Anleihe-Kurswert unter 25 Prozent.
INFO: Mitte August habe die Creditreform Rating das Unternehmensrating der Rickmers Holding AG auf Basis der Halbjahreszahlen 2016 zwar mit "CCC" bestätigt, den Ausblick aber von stabil auf negativ geändert.
Schwaches Geschäftsjahr 2016
Hinweis: Der Geschäftsbericht 2016 der Rickmers Gruppe werde spätestens am 30. April 2017 veröffentlicht.
Maßnahmen des Unternehmens
Was unternehme die Rickmers Gruppe, um der misslichen Lage zu entkommen?
CONTAINERSCHIFFE: Im August 2016 sei eine Vereinbarung für Zeitcharterverträge über drei Containerschiffe mit einer Kapazität von je 13.600 TEU getroffen worden.
FINANZIERUNG: Parallel habe die Gruppe die Finanzierung dieser Schiffe durch Abschluss einer "Sale-and-lease-back"-Vereinbarung mit einem chinesischen Leasing-Institut neu geordnet, wodurch unter anderem auch der Kreis der Kernhausbanken weiter verschlankt worden sei. Die Laufzeit der Finanzierung stehe heute in Kongruenz zur Laufzeit der Chartervereinbarungen und könne unter bestimmten Voraussetzungen maximal bis in das Jahr 2029 verlängert werden. Vereinbarungsgemäß werde die Rickmers Gruppe die Schiffe dann zu einem bereits heute fixierten Preis zurückkaufen.
ANTRÄGE: Des Weiteren habe die Rickmers Gruppe im Rahmen der Refinanzierung von ausgewählten Bankdarlehen Anträge an die Kernhausbanken gestellt, um unter anderem ein auf die Schifffahrtskrise angepasstes Tilgungsprofil sowie Covenant-Konzept zu vereinbaren.
VERKAUF VON ANTEILEN: Am 17. Oktober 2016 sei der Verkauf sämtlicher Anteile an der Gesellschaft Rickmers Trust Management Pte. Ltd., dem geschäftsführenden Vehikel der Rickmers Maritime, einem an der Börse in Singapur notierten Trust erfolgt. Durch den Verkauf sämtlicher Anteile am geschäftsführenden Vehikel der Rickmers Maritime sei diese nicht mehr vollkonsolidiertes Tochterunternehmen der Rickmers Holding AG. Anders ausgedrückt: Die Rickmers Maritime und ihre Schulden würden nicht mehr voll in der Konzernbilanz konsolidiert. Die Rickmers Holding AG halte aber weiterhin 34,2 Prozent der Aktien an Rickmers Maritime.
OPTIONEN: Weitere Handlungsoptionen würden laut Rickmers auf fortlaufender Basis geprüft.
Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (11.11.2016/alc/n/a)
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