Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Heute ist es wieder soweit - die erste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) nach der Sommerpause steht an, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Der Regisseur des Italo-Zins-Klassikers, Mario Draghi, werde bei seiner heutigen Pressekonferenz sicherlich erneut betonen, dass man mit den bisher eingeleiteten Maßnahmen zwar noch nicht das Ziel erreicht, aber noch eine Vielzahl an Pfeilen im Köcher habe. Um seine Gedanken zum "Lied vom Zins-Tod" näher zu erläutern, werde Draghi am 28. September vor dem Europa-Ausschuss des Deutschen Bundestages ausgiebig Gelegenheit haben. Denn es seien die deutschen Banken, die in besonderem Maße unter der extremen Niedrigzinspolitik der EZB leiden w[rden. Deshalb herrsche für Draghi ein gewisser Erklärungsbedarf gegenüber dem Deutschen Bundestag.
Wer auf eine rasche Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank gesetzt habe, sei in den vergangenen Monaten ein ums andere Mal enttäuscht worden und sehe nach den jüngsten US-Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten nur noch eine geringe Chance auf eine baldige Zinserhöhung. Dennoch würden vereinzelt führende Repräsentanten der US-Notenbank FED für eine baldige Änderung der Notenbankpolitik plädieren und hierbei argumentieren, dass der US-Arbeitsmarkt immer noch auf Erholungskurs sei und man Spielräume für die Zukunft schaffen müsse.
Immerhin meine die OECD, dass sich die Zeit der niedrigen Zinsen allmählich ihrem Ende entgegen neige. Denn nach ihrer Einschätzung hätten die führenden Notenbanken weltweit ihre Möglichkeiten zur Konjunkturbelebung weitestgehend ausgeschöpft. Diese These stehe allerdings im krassen Widerspruch zur Sichtweise des japanischen Notenbank-Gouverneurs Haruhiko Kuroda, der noch reichlich Spielraum für geldpolitische Maßnahmen sehe. Doch sei er bisher schuldig geblieben, den Märkten mitzuteilen, an welche Schritte er dabei denke. Am 21. September werden wir die Zinswelt vielleicht mit anderen Augen sehen, denn an diesem Tag werden die Vertreter der Notenbanken in Japan und in den USA zusammensitzen, um über künftige Maßnahmen zu beraten, so die Analysten der Baader Bank.
Doch zuvor gelte es den Worten von Mario Draghi zu lauschen. Die Erwartungshaltungen für die heutige Sitzung der EZB könnten nicht unterschiedlicher sein. So erhoffe sich ein Teil der Marktteilnehmer Hinweise zu möglichen weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen wie einer zeitlichen Ausweitung der Ankaufprogramme, dem Wegfall der Zinsuntergrenze, der Streichung der prozentualen Volumenbegrenzung je Gattung oder die Einführung eines Staffelzinses, um sinnvolles Liquiditätsmanagement der Banken nicht noch zu bestrafen.
Zumindest für heute aber scheine sicher zu sein, dass eine weitere Absenkung der Zinsen nicht auf der Agenda steht und dass nach einer Notenbanksitzung auch stets vor einer Notenbanksitzung sei. Die nächste findet am 15. September in England statt und eine Woche später blicken wir nach Japan und den USA, so die Analysten der Baader Bank.
Die Wirkung des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) lasse bekanntlich zu wünschen übrig. Von dem Inflationsziel 2% und einem Anspringen der Konjunktur im Euroraum sei man jedenfalls noch weit entfernt. Außerdem habe das Kaufprogramm, wie schon vielfach beschrieben, ohnehin eine marktverzerrende Wirkung.
Hinzu komme nun ein weiterer Aspekt. So seien die Investmentbanken dazu übergegangen, zielgenau solche Anleihen maßzuschneidern, die von der EZB angekauft würden. Seit die EZB im März ihre Ankaufpläne verkündet habe, hätten die Banken EZB-fähige Firmenanleihen im Volumen von mehr als 110 Mrd. EUR begeben. Das sei mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewesen und könne somit ohne Übertreibung als Emissionsboom bezeichnet werden.
Damit sei ein weiterer Marktmechanismus außer Kraft gesetzt worden. Nicht von ungefähr habe die Tageszeitung "Die Welt" bereits von einer Art Schulden-Bonanza geschrieben, die das Anleihekaufprogramm ausgelöst habe und am Ende zu einer Pleitewelle führen könnte. Anleihen, welche die Kriterien der EZB erfüllen würden, fänden damit in der Notenbank ihre Käufer. Alles andere, etwa Bonds von kleinen und mittleren Unternehmen, würden leer ausgehen - zumindest was den Einkaufszettel der EZB angehe. Die Schere zwischen den großen Emittenten, denen das Geld nachgeworfen werde, und den kleinen Unternehmen, die auch einen großen Beitrag zur Wirtschaftsleistung beitragen würden, gehe immer weiter auseinander.
Insgesamt müsse man feststellen, dass die EZB durchaus mit Hochdruck ihr Ankaufprogramm vorantreibe. So habe die Notenbank bisher im Wochenschnitt Corporate Bonds im Wert von ca. 1,7 Mrd. EUR erworben. Unverständlich erscheine es vor diesem Hintergrund, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm und die damit verbundenen Kriterien so offen gegenüber dem Markt kommuniziert habe. Wenn eine Seite ihre Absichten so berechenbar zeige, wie es die EZB getan habe, falle es den anderen Marktteilnehmern leicht, darauf bereits im Vorfeld zu reagieren und die Marktmechanismen auszuhebeln. Hätte nicht einfach die bloße Ankündigung der EZB, ein Aufkaufprogramm starten zu wollen, genügt? Die Rolle als verdeckter Finanzmarktpolizist wäre vielleicht sinnvoller gewesen.
Erst jüngst habe auch die Bank von England feststellen müssen, dass der Markt nicht die gewünschte Menge an Anleihen zur Verfügung gestellt habe. Daraufhin sei der Fehlbetrag auf die nächste Kaufaktion vorgetragen worden.
Nach dem Ende der Sommerpause stelle man fest, dass die Zahl der europäischen Baustellen nicht abgenommen habe. Im Gegenteil, die eine oder andere sei neu hinzugekommen.
Zum Beispiel Spanien: Das Land sei seit mehr als 250 Tagen ohne handlungsfähige Regierung und werde zur Belastung für die gesamte Eurozone. Nachdem der konservative Ministerpräsident Rajoy im Parlament zum zweiten Mal bei seinem Versuch gescheitert sei, wiedergewählt zu werden, seien Neuwahlen im Dezember immer wahrscheinlicher. Die Sozialisten hätten ihm vergangene Woche wegen der Korruptionsskandale in seiner Partei die Unterstützung verweigert und den Stillstand im Land verlängert. Doch dieser Stillstand koste Geld und Zeit - Zeit, die den Reformstau in Spanien weiter verlängere.
Nun hätten die Parteien bis Ende Oktober Zeit, sich noch einmal über mögliche Regierungskonstellationen auszutauschen. Sofern diese Gespräche scheitern würden, stehe Spanien vor einer weiteren Neuwahl. Nach den gesetzlichen Fristen würde der Wahltermin ausgerechnet auf den ersten Weihnachtstag fallen. Immerhin seien sich in diesem Fall Sozialisten und Konservative darüber einig, das Wahlrecht so zu ändern, dass eine Neuwahl ein paar Tage vor dem Weihnachtsfest stattfinden könnte.
Zum Beispiel Griechenland: Während der Internationale Währungsfonds (IWF) noch immer nicht bereit sei, an dem aktuellen Finanzierungsprogramm für Griechenland teilzunehmen, halte der Euro-Rettungsfonds ESM Schuldenerleichterungen für leicht durchführbar. IWF-Chefin Christine Lagarde habe erneut betont, dass es in Hellas signifikante Reformen geben müsse und die Schulden tragfähig nach IWF-Standards sein müssten.
Voraussetzung für Erleichterungen sei seitens des ESM einmal mehr die Umsetzung von Reformen. Hierbei gehe es vor allem um die Pläne für einen Privatisierungsfonds und den Verkauf einiger Staatsanteile. Das derzeitige Hilfsprogramm für Griechenland laufe bis 2018. Darin hätten die Geldgeber von EZB, EU und IWF bis zu 86 Mrd. EUR an Krediten in Aussicht gestellt - immer unter der Bedingung, dass das Land Reformen durchführe.
Zum Beispiel Italien: Dort solle zwischen dem 15. November und dem 5. Dezember ein Referendum über eine Verfassungsreform stattfinden, mit dem Ministerpräsident Matteo Renzi die Macht des Senats stark begrenzen wolle. Damit bestünde die Chance, das blockadeanfällige System aus zwei gleichberechtigten Parlamentskammern zu überwinden. Mit dem neuen System hätte die Abgeordnetenkammer das letzte Wort bei der Verabschiedung von Gesetzen. Reformen würden erleichtert und das durch häufige Regierungswechsel geprägte politische System könnte stabilisiert werden. Würden die Italiener mit "Ja" stimmen, dürfte sich Renzi als erfolgreicher Reformer feiern lassen. Der Ausgang des Referendums sei offen. Dennoch seien die Bemühungen von Renzi als Hoffnungsschimmer zu werten.
Der milliardenschwere Streit um die österreichische Pleitebank Heta könnte vor einer Einigung stehen. Das Bundesland Kärnten habe den Gläubigern ein neues Angebot vorgelegt, das 7,8 Mrd. EUR kosten würde.
Inhaber besicherter Anleihen würden demnach rund 90% ihrer Forderungen zurückbekommen, die Inhaber von nachrangigen Papieren nur rund 45%. Insgesamt müssten zwei Drittel der Geldgeber dem neuen Angebot zustimmen. Außerdem müssten von den Inhabern vorrangiger und nachrangiger Heta-Anleihen jeweils mindestens 75% zustimmen. Die Frist für die Annahme laufe bis zum 7. Oktober, 17:00 Uhr. Große Gläubiger-Gruppen hätten bereits im Vorfeld zum Ausdruck gebracht, die neue Offerte annehmen zu wollen.
Die Heta stelle eine der größten Banken-Abwicklungen in Europa dar. Kärnten habe Garantien für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria von rund 11 Milliarden EUR übernommen, sehe sich aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zurückzuzahlen. Das österreichische Bundesland plane vorrangige Anleihen nun zu 75% des Nennwerts zurückkaufen und nachrangige Papiere zu 30%. In der Konsequenz könnten die Gläubiger dann die Erlöse in andere staatliche Papiere stecken, sodass sie am Ende auf eine Rückzahlungsquote von 90% beziehungsweise 45% kämen.
Die Gläubigerbanken hätten Anfang 2015 auf Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) die Hälfte des Werts ihrer Heta-Papiere abschreiben müssen. Würde nun mehr zurückbezahlt, könnten Rückstellungen aufgelöst und laut der Ratingagentur Fitch Buchgewinne von bis zu 1,5 Mrd. EUR entstehen.
Die Liste von Draghis Kritikern wird länger: Jens Weidmann, Axel Weber, Wolfgang Schäuble und nicht zuletzt Experten aus unserem Hause, so die Analysten der Baader Bank. Die Liste der Kritiker des Mario Draghi sei vor allem in Deutschland lang. Ende August habe sich nun auch noch John Cryan eingereiht. In ungewohnt scharfer Form habe der Chef der Deutschen Bank in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) angegriffen.
Cryan fordere vor diesem Hintergrund EZB-Präsident Mario Draghi zu einem Kurswechsel auf, sprich: Zum Ausstieg aus den Minuszinsen. Es könne nicht sein, so der Spitzenbanker, dass die Finanzaufseher höhere Sicherheitspolster von den Banken fordern würden, für diese zusätzlichen Reserven dann aber Strafzinsen verlangen würden. Der Zinsüberschuss, der die wichtigste Ertragsquelle der Banken darstelle, sei seit 2009 um 7% geschrumpft, stelle Cryan fest. Kein Geld aufzunehmen, sondern Geld vorzuhalten koste Zinsen. "Sicherheit wird damit bestraft", resümiere Cryan.
Pünktlich zum Ende der Sommerferien und der Urlaubszeit würden auch verschiedene Akteure an den Primärmarkt zurückkehren. Das aktuell günstige Renditelevel habe sich neben Henkel auch Sanofi durch die Emission diverser Anleihen gesichert. Erstmals seien Bonds der beiden Emittenten mit negativer Rendite am Primärmarkt für Corporates platziert worden, was allerdings der Nachfrage seitens der Investoren keinen Abbruch getan habe.
Der Konsumgüterhersteller Henkel habe insgesamt 1,2 Mrd. EUR als Dualtranche refinanziert. Bei der ersten Anleihe (ISIN XS1488370740 / WKN A2BPAW) handle es sich um einen 2-jährigen Zerobond im Volumen von 500 Mio. EUR mit Laufzeitende am 13.09.2018. Das Pricing sei zu 100,10% (Rendite -0,05%) und damit bei +18,9 Bps über Mid Swap erfolgt.
Das zweite Papier (ISIN XS1488418960 / WKN A2BPAX) sei als 5-jährige Nullkuponanleihe im Umfang von 700 Mio. EUR und einer Fälligkeit am 13.09.2021 emittiert worden. Der Ausgabepreis von 100% habe einem Emissionsspread von +16,6 Bps über Mid Swap entsprochen. Henkel habe sich bei beiden Anleihen ebenfalls für die "Privatanleger-freundliche" Mindestanlagesumme von 1.000 EUR entschieden, aber gleichzeitig auch zur Festschreibung eines optionalen Kündigungsrechts zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).
Das in der Pharmazeutika Herstellung tätige Unternehmen Sanofi habe insgesamt 3 Mrd. EUR refinanziert, verteilt auf drei Anleihen. Die erste Tranche, ein etwas mehr als 3-jähriger Bond (ISIN FR0013201613 / WKN A18532), habe ein Volumen von 1 Mrd. EUR und sei als Zerobond begeben worden. Das Laufzeitende sei am 13.01.2020. Der Ausgabepreis habe bei 100,167% (Rendite -0,05%) und somit bei +16,8 Bps über Mid Swap gelegen.
Die zweite Anleihe (ISIN FR0013201621 / WKN A18533) im Volumen von 850 Mio. EUR sei am 13.09.2022 endfällig und ebenfalls als Nullkupon begeben worden. Das Pricing sei bei +17 Bps über Mid Swap erfolgt und folglich habe der Ausgabepreis 99,539% betragen.
Bei der dritten Anleihe (ISIN FR0013201639 / WKN A18534) im Bunde handle es sich um ein etwas mehr als 10-jähriges, 1,15 Mrd. EUR schweres Papier, welches den Investoren eine nominale Verzinsung in Höhe von 0,5% p.a. bis zum Laufzeitende am 13.01.2027 biete. Der Reoffer habe bei 99,449% und somit bei +27 Bps über Mid Swap gelegen.
Sanofi habe sich bei allen Anleihen für die Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden und auch die so genannte Make-Whole-Option in die Anleihebedingungen aufnehmen gelassen.
Viermal im Kalenderjahr stehe ein Roll-Over bei den Zins-Futures an und heute sei es wieder soweit. Also nicht wundern, wenn der September-Kontrakt nicht mehr updatet, denn ab heute spielt die Musik im Dezember-Kontrakt, so die Analysten der Baader Bank. Beim ersten Blick werde sich mancher Investor verwundert die Augen reiben, da jetzt wieder Kurse von ca. 165,50% angezeigt würden. Das bisherige Kontrakthoch habe am D-Day (Draghi-Day) bei 168,86% gelegen, allerdings im Juni-Kontrakt. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe habe sich damals auf -0,19% und heute bei 165,55% auf -0,122% belaufen. Also seien die preislichen Unterschiede lediglich der Finanzmathematik geschuldet und würden nicht den von vielen Investoren herbeigesehnten Kursrutsch bedeuten.
Die Preisunterschiede infolge des Kontraktwechsels würden sich beim Euro-Buxl-Future auf ca. -1,72 Prozentpunkte (PP), beim Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) auf ca. -2,75 PP und beim Euro-Bobl-Future auf ca. 2,05 PP belaufen. Lediglich der Euro-Schatz-Future habe sein Niveau beibehalten. Da die teilweise großen preislichen Anpassungen jedoch ein verfälschtes Bild aufzeigen könnten, sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass der bereits Mitte des vergangenen Jahres entstandene Rendite-Abwärtstrend bei der 10-jährigen Benchmark-Anleihe der Bundesrepublik Deutschland weiterhin intakt sei.
Zugleich würden sich folgende charttechnische Marken für den aktuellen Dezember-Kontrakt ergeben: Die erste Unterstützung verlaufe bei ca. 164,44% (Tief am 05. und 06.09.) und erst beim Durchbrechen richte sich der Blick auf den Bereich bei ca. 163,67% (Tief am 27.07. und 02.08.). Das bisherige Allzeit-Hoch bei 168,86% sei um die Roll-Over-Differenzen zu bereinigen und somit ergebe sich rechnerisch ein Wert von ca. 166,40%. Der Weg sei also vorgezeichnet und es sei nur eine Frage der Zeit, bis dieses Niveau erneut in Angriff genommen werde.
In der infolge eines US-Feiertages verkürzten Handelswoche seien in den USA nur T-Bills im Volumen von 114 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten emittiert worden.
Auch in Euroland habe der Primärmarkt für Staatsanleihen eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Lediglich Österreich habe am Dienstag dieser Woche zwei Altemissionen (ISIN AT0000A105W3 / WKN A1HJL5, 2023; ISIN AT0000A1K9C8 / WKN A18X6P, 2026) aufgestockt. Am gleichen Tag habe auch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland das Emissionsvolumen der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) um 500 Mio. EUR auf insgesamt 8 Mrd. EUR erhöht. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -1,00% erfolgt.
Die am gestrigen Mittwoch ebenfalls im Tenderverfahren angebotene 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102408 / WKN 110240) habe allerdings nicht in dem ursprünglich geplanten Volumen bei Kaufinteressenten platziert werden können. Von den angepeilten 5 Mrd. EUR hätten fast 1,5 Mrd. EUR in den Eigenbestand des Bundes umgebucht werden müssen. Für ca. 3,5 Mrd. EUR der aufgegebenen Kaufaufträge von ca. 3,95 Mrd. EUR sei die Zuteilung trotz der technischen Unterzeichnung bei einer Durchschnittsrendite von -0,11% erfolgt.
Das Handelsgeschehen an den Finanzmärkten sei in den vergangenen Wochen durch nahezu gespenstische Ruhe gekennzeichnet gewesen. Doch so ganz allmählich würden die Märkte aus ihrer Lethargie erwachen.
Am Devisenmarkt habe sich das Währungspaar EUR/USD dieser Tage recht schwankungsanfällig gezeigt. Aufgrund des Feiertags am Montag in den Vereinigten Staaten sei die europäische Gemeinschaftswährung zunächst ziemlich verhalten in die neue Woche gestartet und um die Marke von 1,1150 USD gependelt. Im weiteren Handelsverlauf hätten jedoch überraschend schlechte US-Zahlen aus dem Dienstleistungssektor für einen Schwächeanfall beim Greenback gesorgt. Unter anderem habe der EUR davon profitieren können und sei in der Folge bis auf 1,1271 USD gestiegen. Mit der heute anstehenden EZB-Pressekonferenz könnte die Volatilität beim Devisenpaar EUR/USD weiterhin bestehen bleiben. Im Vorfeld der Ratssitzung handle die Einheitswährung heute Morgen bei 1,1255 USD.
Vor der EZB habe in dieser Woche bereits die Notenbank Australiens getagt. Nach zwei Zinssenkungen in den vergangenen vier Monaten sei der Leitzins diesmal unverändert bei 1,50% geblieben. Die australische Wirtschaft entwickle sich nach den jüngsten Zahlen bestens. Das Bruttoinlandsprodukt habe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3% zugenommen. Damit bleibe Australien inzwischen seit 25 Jahren von einer Rezession verschont und das drücke sich auch im Währungskurs gegenüber dem EUR aus. Aktuell notiere die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,4625 AUD (Australischer Dollar).
Die Handelsaktivitäten bei den Währungsanleihen würden aufgrund der noch vorherrschenden Urlaubszeit überschaubar bleiben. Trotzdem hätten Bonds lautend auf USD, Türkische Lira, Südafrikanischen Rand sowie Brasilianischen Real eine gewisse Umsatztätigkeit verzeichnet.
Disclaimer
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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (08.09.2016/alc/a/a)
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