Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Der Bilfinger-Aufsichtsrat gab am Mittwoch überraschend bekannt, dass Vorstandschef Peer Utnegaard das Krisenunternehmen nach nur elf Monaten "aus persönlichen Gründen" und im gegenseitigen Einvernehmen verlässt, so die Börse Stuttgart.
Das Unternehmen habe allein in den vergangenen zwölf Monaten ein Drittel seines Börsenwertes eingebüßt. Eigentümer, insbesondere der schwedische Großinvestor Cevian, der ein Viertel der Aktien halte, und das Management seien sich offenbar über den Weg des Unternehmens nicht einig gewesen. Utnegaard habe Bilfinger auf das Kerngeschäft konzentrieren wollen, also auf die zwei Säulen Industriedienstleistungen sowie Building- und Facility Management.
Der größte Verlustbringer, das Kraftwerksgeschäft, sollte verkauft werden. Doch die hoch defizitäre Powersparte habe sich bislang nicht veräußern lassen. Die Energiewende sorge dafür, dass die großen Versorger keine neuen Kohle- oder Gaskraftwerke mehr bauen oder alte modernisieren würden. Im Januar habe Utnegaard mitgeteilt, nun auch den Verkauf von großen Teilen der lukrativen Immobiliensparte "Building and Facility" zu prüfen, was damals schon auf das Ende seiner Zwei-Säulen-Strategie habe deuten lassen. Von dem einstigen stolzen Bilfinger-Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro bliebe am Schluss nur noch die Hälfte übrig.
Bei Anlegern habe in der Handelswoche insbesondere die bis Dezember 2019 laufende Anleihe (ISIN DE000A1R0TU2 / WKN A1R0TU) des Baukonzerns im Fokus gestanden. Der Bond verfüge über einen Kupon von 2,375 Prozent und könne zu einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden. Am letzten Donnerstag hätten verstärkt Verkäufe in dem Papier eingesetzt. Die Anleihe notiere aktuell bei 101,40 Prozent. (Ausgabe 14 vom 15.04.2016) (19.04.2016/alc/n/a)
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