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04.03.16 10:20
Draghi in den Startlöchern für weitere geldpolitische Schritte

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Deutet man die Zeichen aus dem Turm der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt richtig, so werden bereits am kommenden Donnerstag weitere geldpolitische Maßnahmen getroffen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Man sei auf mögliche weitere Schritte vorbereitet, habe EZB-Präsident Mario Draghi in einem Brief an einen Europa-Abgeordneten geschrieben, der von der EZB selbst öffentlich gemacht worden sei. Die EZB könne dadurch "alle zur Verfügung stehenden Optionen" nutzen, heiße es in dem Schreiben. Und: "Es gibt keine Grenzen, wie weit wir gewillt sind mit unseren Instrumenten innerhalb unseres Mandats zu gehen." Die EZB sehe sich also grenzenlos in ihren Spielräumen - "koste es, was es wolle", wie Draghi im Sommer 2012 gesagt habe.

Wenn nun am 10. März der EZB-Rat zu seiner turnusgemäßen geldpolitischen Sitzung zusammenkomme, werde diese auch unter dem Eindruck einer vermutlich negativen Inflation für die gesamte EU stehen, die wesentlich von der schwachen Teuerungsentwicklung in Deutschland und Spanien beeinflusst worden sei. Bekanntlich strebe die Notenbank mittelfristig eine Inflation von knapp 2% an, wovon man insbesondere wegen des Ölpreisverfalls weit entfernt sei. Vor diesem Hintergrund habe der Markt ein Absenken des aktuellen Einlagenzinses, zu dem Banken bei der EZB Gelder parken würden, von derzeit minus 0,3% auf minus 0,4% bereits eingepreist. Nach Erachten der Experten sei sogar mit einem Absenken auf minus 0,5% zu rechnen.

Eine Ausweitung des Ankaufvolumens für Anleihen von derzeit rund 60 Mrd. Euro pro Monat erscheine dagegen als unwahrscheinlich. Damit würde man im Markt früher oder später an die Grenzen der Verfügbarkeit stoßen. Der Sekundärmarkt sei ohnehin schon leergefegt, sodass die EZB sogar bei verschiedenen Neuemissionen immer wieder als Käufer auftrete. Bei einer Erhöhung des Ankaufprogramms würden der EZB also schlichtweg bald die Titel ausgehen, die am Markt verfügbar seien und man würde Gefahr laufen, an die Obergrenze von 33% der ausstehenden Anleiheschulden eines Landes zu geraten, die sie sich selbst gesetzt habe. Allerdings wäre auch eine Anpassung dieser Beschränkung eine mögliche Option der geldpolitischen Gestaltung am 10. März.

Mit Blick auf den Kampf für eine Erhöhung der Inflation argumentiere Draghi immer wieder gerne damit, dass sich niedrige Inflation bzw. Deflation nicht verfestigen dürfe. Sonst hätte die Zentralbank irgendwann kein Mittel mehr, etwas dagegen zu unternehmen. Umso mehr müsse die EZB handeln, so seine Schlussfolgerung. Da es insbesondere der Absturz des Ölpreises sei, welcher der EZB einen dicken Strich durch die Rechnung mache, möge man Draghi ja empfehlen, doch gleich am Spotmarkt in Rotterdam als Käufer aufzutreten, um den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Statt Anleihen und Gold würde die Notenbank dann auch Öl bunkern. Zugegeben, der Vorschlag sei nicht ganz ernst gemeint. Aber am Ende könnte eine solche direkte Intervention am Ölmarkt wirkungsvoller und gegebenenfalls auch weniger schädlich für den Finanzsektor sein als eine dauerhafte Niedrigzinsphase.

Als ich vor über 30 Jahren die Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert habe, da sei die Finanzwelt noch in Ordnung gewesen. Damals habe man erklärt: Wenn man Geld für eine kurze Zeitspanne aufnehme, dann zahle man hierfür einen Zins an den Geldgeber. Und wenn man das Geld über einen längeren Zeitraum benötige, steige der zu zahlende Zins entsprechend. Zum Schluss sei dann noch der Hinweis gekommen, dass ein schlechter Schuldner selbstverständlich höhere Zinsen zahlen müsse als ein guter. Soweit die Theorie.

Inzwischen habe sich die Welt gedreht. Das Land der aufgehenden Sonne sei ein Paradebeispiel für Auswüchse in der Finanzwelt, die noch vor Jahren unvorstellbar gewesen seien. So habe es Japan in dieser Woche erstmalig geschafft, eine Staatsanleihe mit Minuszins zu begeben. Das heiße, das Land verschulde sich für zehn Jahre und bekomme dafür von den Gläubigern noch Geld. Auf die gesamte Laufzeit hochgerechnet, müsse Japan von den an diesem Dienstag aufgenommenen ca. 2,2 Bill JPY am Ende der Laufzeit ca. 7,5 Mrd. JPY weniger zurückzahlen. Damit habe der Zinsirrsinn ein Gesicht bekommen.

Wie Japan ergehe es momentan auch anderen Ländern. Solche Marktkonditionen seien natürlich kontraproduktiv für jede nachhaltige Wende in der Haushaltspolitik. Wenn selbst Länder wie Japan, die mit einer Verschuldungsquote von 244% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Kreide stünden, so vorgehen könnten, dann sei das für Politiker sehr verführerisch.

Zumal die Quoten von Griechenland (194%) und Italien (132%) gegenüber Nippon, so wie es in Reinhard Meys Lied "Über den Wolken" heiße, mickrig und klein erscheinen würden. Ein noch besserer Indikator der Verschuldung sei allerdings der Vergleich der jährlichen Staatseinnahmen mit der Verschuldung. Hierbei könne Japan mit dem Faktor 7, die USA mit 3 und Griechenland mit ca. 4 "glänzen". Bei Unternehmen werde in der Regel ein Faktor 3 noch toleriert. Allerdings sollte man bei dieser Betrachtungsweise nicht vergessen, dass Regierungen mittels Steuererhebungen eine Möglichkeit zur Verbesserung der Einnahmen besitzen würden , nach der sich jeder Finanzchef eines Unternehmens sehne.

Doch früher oder später werde ein Umdenken der Investoren einsetzen und zu einer drastischen Wende beim Anlegerverhalten führen. Der Chef der Schweizerischen Notenbank (SNB), Thomas Jordan, werde nicht müde, auf diese Problematik hinzuweisen. Seines Erachtens werde eine Flucht in Bargeld stattfinden. Und der Umstand, dass man jetzt seitens der Europäischen Zentralbank-Vertreter die Begrenzung von Barbezahlungen diskutiere, werde von vielen als Bestätigung dieser These gewertet. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals daran erinnert, dass in diesem Zinsspiel die Rollen der Gewinner und der Verlierer per Definition besetzt seien und sich nur noch die Frage nach der Dauer des Mitspielens stelle.

Noch habe Moody‘s den Daumen nicht gesenkt. Doch der Umstand, dass die Ratingagentur den Ausblick für die Bonitätsbewertung von China von stabil auf negativ gesenkt habe, sei als Schuss vor den Bug zu deuten. Das Reich der Mitte habe 2015 das schwächste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren ausgewiesen. Moody‘s habe den negativen Ausblick unter anderem mit Chinas steigenden Staatsschulden und den gesunkenen Fremdwährungsreserven begründet. Dennoch habe die Ratingagentur die langfristige Einstufung Chinas mit Aa3 bestätigt, der viertbesten Note innerhalb der Bonitätsskala und damit Investment Grade. Die Reserven Chinas seien nach wie vor großzügig, so Moody‘s. China könne abgestuft werden, wenn eine Verlangsamung der Reformen zu beobachten sei, welche das Land brauche, um ein nachhaltiges Wachstum zu fördern und den Staatshaushalt zu schützen.

Dass die Wirtschaft im Reich der Mitte neue Impulse brauchen könne, darauf deute auch eine Maßnahme der People‘s Bank of China (PBoC) hin, die den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken um 50 Basispunkte reduziert habe. Dieser Schritt solle für üppige Liquidität sowie für neue Anreize bei der Kreditvergabe sorgen.

Die scheinen auch bitter nötig, denn die chinesische Regierung beabsichtigt, aufgrund von Überkapazitäten infolge einer sich rasant abkühlenden Konjunktur, 5 bis 6 Millionen Jobs in staatlichen, so genannten Zombie-Firmen, zu streichen, so Stopp. Der Abbau solle in den nächsten zwei bis drei Jahren erfolgen. Es wäre die größte Umstrukturierung seit fast zwei Jahrzehnten. Vielleicht sei es ja der letzte Schuss vor den Bug gewesen, den Moody‘s mit seinem negativen Ausblick China verpasst habe - bevor die Ratingagentur die Bonität des Landes tatsächlich abwerte.

Aufgrund seiner Haushaltslöcher und der geografischen Lage Griechenlands habe sich die Krisensituation in dem Mittelmeerstaat zugespitzt. Angesichts des weiter wachsenden Flüchtlingszustroms habe Athen die EU um Hilfe ersucht, die nun ihrerseits ein millionenschweres Nothilfe-Paket für Hellas schnüre. Natürlich habe Griechenland an der Südostgrenze der EU bei der Bewältigung des Flüchtlingsthemas an strategischer Bedeutung gewonnen. Deshalb dürfte die Bereitstellung eines Nothilfe-Pakets zügiger vonstattengehen, als dies bei den Verhandlungen um Notkredite zur Bewältigung der Schuldenkrise der Fall gewesen sei.

Jedenfalls sollten noch in diesem Jahr 300 Mio. Euro und bis Ende 2018 insgesamt 700 Mio. Euro für humanitäre Hilfe dem Land zur Verfügung gestellt werden. Das Geld werde nicht nur Griechenland, sondern auch anderen EU-Staaten zugutekommen, werde in EU-Kreisen argumentiert. Die Unterstützung sei nötig, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, wenn eine noch nie dagewesene Zahl von Flüchtlingen in die EU gelange. Dafür sollten Umschichtungen in dem bestehenden Haushalt vorgenommen werden. Athen habe für dieses Jahr um Nothilfe in der Höhe von 480 Mio. Euro gebeten. Nach Angaben der Vereinten Nationen würden derzeit 24.000 Flüchtlinge in Griechenland auf ihre Weiterreise warten.

Parallel zu dem Flüchtlingsdrama drohe sich die Schuldensituation des Landes weiter zu verschärfen. So rechne der Internationale Währungsfonds (IWF) laut "Spiegel" damit, dass Griechenland bereits ab Ende März Schwierigkeiten haben werde, seine Schulden zu bedienen. Dabei stelle sich der IWF gegen die Bereitschaft vieler EU-Länder, Athen angesichts der Belastungen durch die Flüchtlingskrise bei den Sparauflagen im Rahmen des dritten Rettungspakets stärker entgegenzukommen. Das könnte etwa die Umsetzung der umstrittenen Rentenreform betreffen.

Der IWF beharre demnach auf den Reformversprechen aus Athen und blockiere den längst fälligen Fortschrittsbericht, der grünes Licht geben müsse, damit sich der Währungsfonds am dritten Rettungspaket beteilige. Solange es den Griechen nicht gelinge, die Wohlhabenden ausreichend zu besteuern, müssten laut IWF die Renten gekürzt werden - eine Situation, die ausgerechnet die linke Syriza-Regierung von Alexis Tspiras nicht in der Lage sei, zu lösen.

Seit fast 15 Jahren habe ein Streit zwischen Argentinien und seinen Gläubigern geschwelt. Viele Investoren hätten Geld verloren und nun hätten ihnen US-Hedgefonds gezeigt, wie man es richtig mache. Zum Wochenstart hätten die beiden Parteien über den Vermittler mitteilen lassen, dass eine Einigung erzielt worden sei und insgesamt 4,65 Mrd. USD beglichen würden. Das entspreche einer Einigung auf 75% der ursprünglich geforderten Summe. Unterm Strich habe sich dieser Rechtsstreit für die Investoren ausgezahlt, da man die fast wertlosen Schuldverschreibungen in den vergangenen Jahren aufgekauft habe und nun den Gewinn heben durfte.

Doch in diesem Streit gebe es nicht nur einen Gewinner, sondern auch eine Vielzahl an Verlierern. Hätten sich die früheren Präsidenten Argentiniens noch dem "Erpressungsversuch" erwehren können, so sei der amtierende Präsident Mauricio Macri eingeknickt und habe dem Deal zugestimmt. In der Folge sei allerdings in Argentinien eine innenpolitische Debatte über die Frage ausgelöst worden, ob die Lösung als Erfolg oder als Niederlage einzustufen sei. Einerseits sei Argentinien, dem seit fast 15 Jahren der Weg an die Kapitalmärkte versperrt gewesen sei, vielleicht bald wieder in der Lage, sich bei Investoren zu refinanzieren. Andererseits müssten die Kosten des Deals an anderer Stelle eingespart werden, was nicht ohne Stellenabbau im öffentlichen Dienst möglich sein werde. Somit schließe sich der Kreis bis zum einfachen Bürger, der zum Schluss der Leidtragende dieser Einigung sein werde.

Daher sollte man sich nicht nur in Lateinamerika vor Augen führen, was passiere, wenn die Inkompetenz von Politikern auf die Beharrlichkeit der "Geierfonds" treffe. Die Fehler seien in der Vergangenheit gemacht worden, und die jetzige Generation müsse dafür bluten. Auch werde von dieser Vereinbarung eine Signalwirkung für zukünftige Fälle dieser Art ausgehen. Wenn, wie in diesem Fall, die Rückzahlung in etwa dem 15fachen des eingesetzten Kapitals entspreche, dann wisse man, welche Begehrlichkeiten bei ähnlich gelagerten Verhandlungen geweckt würden. Allerdings sei auch hierbei wichtig, dass man den richtigen, schwergewichtigen Partner an seiner Seite habe. Argentinien sei zwar nicht Heta, die Bad Bank der einstigen Hypo Alpe Adria, und auch nicht Kärnten, aber die beiden dort involvierten Streitparteien würden sich diese Lösung sicherlich gut anschauen.

Grundsätzlich müsse allerdings angemerkt werden, dass solche Rechtsstreitigkeiten hoffentlich auch wieder dazu beitragen würden, die Rückzahlungsmoral der Schuldner wiederzubeleben. Denn ein Rentenhandel ohne verlässliche Partner sei zum Scheitern verurteilt. Die Auswirkungen eines fehlenden Vertrauens seien momentan bei verschiedenen Mittelstandsanleihen zu beobachten - und das gelte es zu verhindern.

Den meisten PC Usern seien System-Updates bestens bekannt und die habe in dieser Woche auch der US-Software- und Hardwarehersteller IBM für sich in Anspruch genommen.

Auf diesem Wege seien drei neue Anleihen im Gesamtvolumen von 2,25 Mrd. Euro emittiert worden. Eine 5,5-jährige Anleihe (ISIN XS1375841159 / WKN A18YPK) im Volumen von 1 Mrd. Euro zahle dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,5% bis zum Laufzeitende am 07.09.2021. Der Bond sei mit +60 bps über Mid Swap gepreist worden und somit habe der Ausgabepreis bei 99,337% gelegen. Der zweite Bond (ISIN XS1375841233 / WKN A18YPL) mit einem Emissionsvolumen von 750 Mio. Euro sei am 06.09.2024 fällig. Der Anleger erhalte eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,125%. Gepreist worden sei die Anleihe zu 99,399%, was einem Emissionsspread von +85 bps über Mid Swap entsprochen habe.

Zur Komplettierung des Dreierpacks sei eine 12-jährige Anleihe (ISIN XS1375955678 / WKN A18YPM) im Volumen von 500 Mio. Euro mit Laufzeitende am 07.03.2028 auf den Markt gebracht worden. Mit einem jährlichen Kupon von 1,75% ausgestattet, sei das Papier mit +120 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Reoffer von 98,858% gleich gekommen sei. Alle hier beschriebenen Anleihen würden über ein optionales Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) und eine kleinste Stückelung von 100.000 Euro verfügen.

Sei zu Jahresbeginn sogar der Kapitalmarkt für "gute" Unternehmen infolge der Sorge um den Zustand der Weltwirtschaft und des VW-Skandals nicht verfügbar gewesen, so habe nicht zuletzt der Stimmungswechsel an den Aktienmärkten zu einer deutlichen Belebung am Primärmarkt für Corporate Bonds geführt. Die Gunst der Stunde habe auch der deutsche Premiumhersteller von Automobilen, Daimler, genutzt und drei neue Bonds platziert. Zuerst sei ein zweijähriger Floater (ISIN DE000A2AAL15 / WKN A2AAL1) im Volumen von 1 Mrd. Euro zu pari begeben worden. Gezahlt werde bis zum Laufzeitende am 09.03.2018 ein vierteljährlicher Kupon in Höhe des Drei-Monats-Euribor +48 bps. Daimler habe sich bei dieser Anleihe für eine Mindeststückelung von 100.000 Euro entschieden.

Der zweite Bond sei als 3,5-jährige Anleihe (ISIN DE000A2AAL23 / WKN A2AAL2) mit Fälligkeit am 09.09.2019 im Volumen von 1,5 Mrd. Euro und einem jährlichen Kupon von 0,5% aufgelegt worden Der Emissionspreis von 99,793% habe einem Spread von +70 bps über Mid Swap entsprochen. Den Hattrick komplettiere ein zehnjähriger Bond (ISIN DE000A2AAL31 / WKN A2AAL3) im Volumen von 1 Mrd. Euro. Die Anleger würden bis zur Fälligkeit am 09.03.2026 jährlich Zinsen in Höhe von 1,5% erhalten. Das Papier sei mit +105 bps über Mid Swap gepreist worden und folglich habe sich der Ausgabepreis auf 99,339% belaufen. Die beiden letztgenannten Anleihen würden sich durch die Mindestanlage von 1.000 Euro auch an private Investoren richten.

Frisches Kapital habe auch der Stahlproduzent thyssenkrupp gebraucht. Aus diesem Grunde sei eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2AAPF1 / WKN A2AAPF) im Volumen von 750 Mio. Euro mit Laufzeitende am 08.03.2021 begeben worden. Der Investor erhalte einen jährlichen Zins von 2,75%. Der Reoffer habe bei 99,425% und somit mit +289,4 bps über Mid Swap gelegen. Der Bond besitze ein Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten zu pari am 08.12.2020. Auch bei dieser Anleihe sei die "privatanleger-freundliche" Mindestanlagesumme von 1.000 Euro gewählt worden.

Am kommenden Dienstag sei es wieder soweit. Es stehe der letzte Handelstag im März-Kontrakt bei den unterschiedlichen Fixed-Income-Futures an und der Rollover werfe bereits seinen Schatten voraus. Ein Blick auf den neuen Kontrakt würde sicherlich bei vielen Investoren für Verwunderung sorgen. Der Juni Kontrakt des Euro-Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) notiere aktuell bei 162,60% und somit über 2,5 Punkte tiefer als der März-Kontrakt. Doch diese Differenz bedeute keinen signifikanten Renditeanstieg wie ihn sich viele Investoren wünschen würden, sondern sei lediglich den mathematischen Besonderheiten geschuldet.

Auch in dieser Handelswoche hätten die Kursverläufe an den Aktienmärkten das Geschehen an den Rentenmärkten beherrscht. Somit sei der Wochenauftakt mit dem Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 166,63% keine Überraschung gewesen, aber infolge der weltweiten Kurserholung an den Aktienmärkten sei dem Sorgenbarometer die Luft ausgegangen, was eine Korrektur bis auf 165,04% bedeutet habe. Aufgrund der hohen Erwartungen an die EZB-Entscheidung in der kommenden Woche wachse die Gefahr, dass sich in einer ersten Reaktion Enttäuschung einstellen werde, da die Marktteilnehmer allzu oft an die Raupe Nimmersatt erinnern würden.

Aber trotz des anstehenden Rollover orientiere man sich noch an den Leitplanken des bisherigen Kontrakts und daraus ergebe sich, dass der seit dem 29.12.2015 bestehende Aufwärtstrend noch intakt sei und lediglich der etwas steilere mit dem Unterschreiten der 166er Marke durchbrochen worden sei. Somit würden sich Unterstützungen bei 165,20% und 164,50% ergeben und nach oben würden alle zwischenzeitlichen Höchststände zu Widerständen mutieren. Eine erste obere Begrenzungslinie verlaufe aktuell bei 165,57% (Hoch vom 22.02.).

Geldmarktwochen in den USA. Mit diesem Motto sei in dieser Handelswoche die Refinanzierung in Amerika zu umschreiben. Insgesamt seien für 142 Mrd. US-Dollar T-Bills mit Laufzeiten von vier und 52 Wochen sowie drei und sechs Monaten aufgelegt worden.

In Euroland sei angedacht, lediglich 17 Mrd. Euro einzusammeln. So sei in Deutschland turnusgemäß am gestrigen Mittwoch die aktuelle fünfjährige Bundesobligation Serie 173 (ISIN DE0001141737 / WKN 114173) um 4 Mrd. Euro auf insgesamt 9 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Nachfrage nach diesem Titel sei seitens der Investoren so hoch gewesen wie schon lange nicht mehr (ca. 5,5 Mrd. Euro). Und das trotz der hohen Negativrendite, denn die Zuteilung sei im Durchschnitt bei -0,36% erfolgt.

Zum Abschluss der Emissionsrunde europäischer Staaten würden heute noch die französischen (ISIN FR0011486067 / WKN A1HKFP/ 2023; ISIN FR0012993103 / WKN A1Z7JJ/ 2031; ISIN FR0013131877 / WKN A18YPD/ 2026) sowie die spanischen Anleihen (ISIN ES00000128B8 / WKN A18YPG/ 2021; ISIN ES00000126A4 / WKN A1ZJHS/ 2024; ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6/ 2030) Investoren zum Kauf angeboten.

Das noch relativ junge Jahr habe bis dato im Hinblick auf die Finanzmärkte rund um den Globus bereits einiges zu bieten gehabt. Und weil das noch nicht genug gewesen sei, beschere das Schaltjahr 2016 noch einen weiteren Tag, um sich mit den aktuellen Marktgegebenheiten zu beschäftigen.

Diesen zusätzlichen Handelstag habe die europäische Gemeinschaftswährung allerdings nicht zu nutzen gewusst. Im Gegenteil, gegenüber dem Greenback habe die Währung Eurolands aktuell das klare Nachsehen. Erwartungen, die EZB könnte ihre geldpolitische Ausrichtung nochmals lockern, würden den Eurokurs belasten. Hinzu kämen überraschend gute Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die dem US-Dollar Rückenwind verleihen und die Einheitswährung weiter schwächen würden. So sei es im Augenblick nicht überraschend, dass der Euro auf einem Niveau um die Marke von 1,0850 USD so niedrig handle wie zuletzt Anfang Februar (1,0812 USD). Und das obwohl nach einer Studie der BNP Paribas der innere Wert des Euro bei 1,32 USD liege.

Besonders hervorzuheben sei aber noch eine weitere Dollar-Währung. Der Kanadische Dollar (CAD) habe zum Euro kräftig zulegen können und mit 1,4532 CAD ein neues 3-Monatshoch erreicht. Nach den relativ deutlichen Kursverlusten der jüngeren Tage aufgrund der Brexit-Diskussion habe sich auch das Pfund-Sterling leicht stabilisieren können und notiere aktuell etwas fester bei 0,771 GBP nach zuletzt 0,7928 GBP.

Auf der Suche nach rentablen Investments hätten Privatanleger in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen, lautend auf US-Dollar, Brasilianische Real, Türkische Lira und auch Russische Rubel, nachgefragt.

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