Köln (www.anleihencheck.de) - AXA Investment Managers äußert sich zur möglichen Leitzinserhöhung der Federal Reserve Bank (FED) im Dezember:
"In den USA und Großbritannien könnten die Zinsen zum Jahresende steigen, während sie in Europa auf zu niedrigem Niveau verharren. Folgt im Dezember dann die Euro-Dollar-Parität?", frage sich Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.
Nach der vergangenen Offenmarktausschusssitzung der Federal Reserve Bank (FED) schien eines klar: Im Dezember wird der Leitzins steigen, so die Experten von AXA Investment Managers. Aber nicht das Timing der ersten Zinserhöhung sei entscheidend, sondern die Frage, wie oft die FED die Zinsen im kommenden Jahr noch anhebe, erkläre Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM): "Eine Zinserhöhung wäre lediglich das Signal. Wichtiger ist die Tatsache, dass sich der Zins wieder bewegt."
"Eine radikalere Nachricht hätte vermutlich die Angst geschürt, dass der US-Dollar wieder aufwertet und die langfristigen Anleiherenditen abrupt steigen. Beide Szenarien könnten sich negativ auf Wachstum und Inflation auswirken", erkläre Iggo. Ein starker Dollar könnte es der USA schwer machen, ihr Inflationsziel zu erreichen. Europa und Japan hingegen seien so weit von ihrem Inflationsziel entfernt, dass sich laut Iggo so manch einer wünsche, Euro und Yen würden gegenüber dem Dollar an Wert verlieren.
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, habe kürzlich die Effektivität des Quantitative Easing im Hinblick auf die Inflation angezweifelt. Die logische Schlussfolgerung daraus sei, dass die EZB mehr Asset-Käufe tätigen und auf die Bilanz für September 2016 achten müsse - in der Hoffnung, dass der Wert des Euro sinke und sich die Fremdkapitalkosten in der Eurozone auf einem sehr niedrigem Niveau hielten, so Iggo weiter.
Die Bank of Japan habe ihr Wertpapierkaufprogramm bislang nicht weiter ausgedehnt - dennoch sei es schon weit vorgeschritten und eine restriktivere Geldpolitik in weiter Ferne. Seit dem dritten Quartal schrumpfe die Wirtschaft und die Inflation halte sich gerade so über Null. "Investoren sind wahrscheinlich zuversichtlicher, dass die EZB und die Bank of Japan ihre Politik weiterführen, als dass die Politik der FED restriktiver wird. Ein realistisches Szenario für die kommenden sechs Monate ist aber, dass die Divergenz in der Geldpolitik der Notenbanken zu einer Aufwertung des Dollar führt", so Iggo. (23.11.2015/alc/a/a)
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