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09.04.15 08:45
FED hält an der Leitzinswende fest

Essen (www.anleihencheck.de) - Das FOMC-Protokoll enthielt insgesamt wenig Neues: Die US-Notenbanker halten trotz der Reduzierung der Wachstums- und Inflationsprojektionen sowie des Leitzinspfades an einer ersten Leitzinsanhebung im laufenden Jahr fest, so die Analysten der National-Bank AG.

Das Protokoll widerspiegele zwar die Stimmung der US-Notenbanker vor dem jüngsten Arbeitsmarktbericht. Dass sich an dieser Einschätzung jetzt etwas Grundsätzliches geändert habe, sei nicht anzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Zinsschritt nun bereits im Juni erfolgen könnte, habe abgenommen, ausgeschlossen sei das aber nach wie vor nicht, so auch einzelne Vertreter der Notenbank. Die US-Notenbanker würden aber Angesicht der Stärke des US-Dollars und der anhaltend niedrigen Energie- bzw. Rohstoffpreise entspannt auf die Teuerungsentwicklung schauen.

Heute Morgen dürften die deutschen Daten zur Industrieproduktion ähnlich enttäuschend ausfallen wie die Auftragseingänge gestern. Dennoch und das hätten insbesondere ifo und die Markit-Einkaufsmanagerindices gezeigt, sei man hierzulande guter Stimmung. Der Außenhandel dürfte jedenfalls weiterhin gut laufen. Auf der Importseite sollten die niedrigen Rohstoffpreise trotz des schwachen Euro entlastend wirken.

Ansonsten dürfte die Diskussion über die Lage in Frankreich und Italien wieder an Fahrt gewinnen. Die französische Regierung habe ihre Wachstumsprognosen für 2016 und 2017 gesenkt. Das werde kaum ohne Rückwirkung auf die Entwicklung von Haushaltsdefizit und Verschuldung sein, denn es sei nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre nicht davon auszugehen, dass die französische Regierung massive strukturelle Anpassungsmaßnahmen einleiten werde. Nun sei allmählich die EU-Kommission gefordert. Sie werde sich im Mai mit en Haushaltsentwürfen von Frankreich und Italien beschäftigen.

Da die italienische Regierung das Ziel, einen ausgeglichene Haushalt vorzulegen, auf 2018 verschoben habe, sei die Einleitung von formalen Defizitverfahren gegen beide Länder wohl kaum vermeidbar. Ansonsten verliere die EU-Kommission ihre Glaubwürdigkeit. Vielleicht würden die Länder ihre Stimme erheben, die bereits drastische Anpassungsprozesse durchlaufen hätten und erste Erfolge verzeichnen könnten.

Des weitern würden sich die Blicke auf Griechenland richten. Fortschritte hinsichtlich der Untermauerung der Reformpläne seien nicht zu erwarten. Heute müsste aber die Zahlung von rund 460 Mio. Euro beim IWF eingehen. Es sei davon auszugehen, dass Griechenland gemäß der Zusage vom Wochenende die Leistung erbringen werde.

Der Bund-Future dürfte behauptet in den Tag starten. Im weiteren Handelsverlauf sollte er sich zwischen 158,60 und 159,70 bewegen. Während Spanien keine Probleme haben werde, die drei Bonds unter die Investoren zu bringen, dürfte die Aufstockung des T-Bonds heute Abend nicht ganz so friktionsfrei verlaufen, so dass es gegen Abend etwas Druck auf die Notierungen aufkommen dürfte. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 1,85 und 2,02% liegen. (09.04.2015/alc/a/a)


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