Berlin (www.anleihencheck.de) - Während Privatplatzierungen für größere Unternehmen ein fest etabliertes Fremdfinanzierunginstrument sind, beobachtet Scope Ratings eine deutliche Zunahme von privat platzierten Schuldverschreibungen bei mittelgroßen und einigen kleineren Unternehmen, so die Experten von Scope Ratings.
Scope Ratings erfasse seit 2010 insgesamt 126 Fremdkapital-Privatplatzierungen von Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von weniger als 2 Mrd. Euro. Der Großteil der Privatplatzierungen werde als Schuldscheindarlehen begeben.
Das gesamte Emissionsvolumen dieser 126 Transaktionen summiere sich auf 8,7 Mrd. Euro. Das Transaktionsvolumen habe damit bereits eine signifikante Größe. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Markt für Schuldscheindarlehen, welcher wesentlich von großen Unternehmen dominiert werde, belaufe sich im gleichen Zeitraum auf 41,5 Mrd. Euro.
Scope beobachte, dass lediglich 30% der Emittenten im MidCap-Segment zum Zeitpunkt der Begebung der Privatplatzierung über ein öffentliches Unternehmens-Rating verfügt hätten. Die Mehrzahl dieser Ratings befinde sich im unteren Investment-Grade sowie oberen Non-Investment-Grade Bereich.
Der Großteil der nicht gerateten Unternehmen seien entweder langjährig etablierte Branchengrößen oder Unternehmen aus weniger zyklischen Industrien - wie zum Beispiel Versorger oder Immobilienunternehmen. Scope gehe davon aus, dass zahlreiche Emittenten ein nicht-öffentliches Kreditrating besitzen würden und ihre Kreditqualität ebenfalls im Bereich BB/BBB liege.
Die beobachtete Kreditqualität der mittelgroßen Emittenten reflektiere maßgeblich die Anforderungen institutioneller Investoren wie z.B. Versicherungen, Pensionsfonds und anderen institutionellen Fixed-Income Investoren.
Vor dem Hintergrund der geringen Dokumentations- sowie Standardisierungsvorgaben für Emittenten stelle sich der Markt für Privatplatzierungen als vergleichsweise intransparent dar. "Die Markttransparenz könnte durch höhere Standardisierung von Dokumentationsanforderungen, umfassende Erfassung von Transaktionsdaten (wie z.B. Volumina, Laufzeiten, Kupons, Transaktionsstrukturen etc.) sowie einem höheren Anteil öffentlicher Ratings erhöht werden", sage Sebastian Zank, Analyst bei Scope Ratings und Autor der Kurzstudie. (18.11.2014/alc/n/a)
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