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15.04.14 09:23
EUR/USD schwächer nach weiteren EZB-Verbalattacken

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Bei der EZB wachsen die Sorgen, dass ein zu starker Euro die Wirtschaftserholung in der Eurozone abbremst und die Inflationsentwicklung weiter gedämpft wird, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nachdem EZB-Präsident Mario Draghi am Wochenende explizit betont habe, dass eine weitere Aufwertung der Einheitswährung zu einer Anpassung der Geldpolitik führen könnte, habe EZB-Ratsmitglied Bonnici gestern konkret auf den möglichen Einsatz eines negativen Einlagensatzes verwiesen. Dieser könnte den Euro-Wechselkurs "in die richtige Richtung lenken".

Auch Frankreichs Notenbankchef und EZB-Vertreter, Christian Noyer, habe auf erhebliche Risiken durch eine lange Phase einer Niedriginflation verwiesen und den möglichen Einsatz unkonventioneller Maßnahmen angedeutet, sollte sich an der Einschätzung einer schrittweisen Rückkehr der Inflationsrate zur Zielmarke von "unter aber nahe 2%" etwas ändern.

Zum US-Dollar habe der Euro gestern auf Kurse von "nur" noch gut 1,38 US-Dollar nachgegeben. Eine Trendwende sei bisher aber (noch) nicht auszumachen. Im Jahresverlauf 2014 sollte sich der geldpolitische "Vorsprung" der US-Notenbank, die im Gegensatz zur EZB bereits in 2015 eine Zinserhöhung durchführen dürfte, indes nachhaltig zugunsten des Greenbacks auswirken.

Im März habe sich in den USA nach dem schwachen Jahresbeginn eine Wirtschaftserholung eingestellt. So hätten die Einzelhandelsumsätze im Berichtsmonat um überraschend starke 1,1% gg. Vm. zugelegt. Begünstigt durch gute Automobilumsätze sei der Rebound damit sogar besser ausgefallen, als im Marktkonsens erwartet (0,9%). Zwar dürften einzelne Umsatzträger durch saisonale Verzerrungen - bedingt durch den späten Ostertermin in diesem Jahr - für März und April eine volatile Zeitreihe ausweisen, insgesamt bestätige sich aber der Eindruck - auch mit Blick auf das zuletzt wieder deutlich gestiegene Konsumentenvertrauen - dass die US-Wirtschaft die kleine Wachstumsdelle vom Jahresbeginn hinter sich gelassen habe. Für das Gesamtjahr 2014 rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit einem Konsumzuwachs von gut 2%, was dazu beitragen sollte, dass das BIP-Plus in diesem Jahr eine Größenordnung von rund 2,5% erreiche (2013: 1,9%). (15.04.2014/alc/a/a)


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