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11.11.13 09:53
PORR 6,25%-Unternehmensanleihe: Chance-Risiko-Verhältnis positiv

Wolfratshausen (www.anleihencheck.de) - Ein Investment in die 6,25%-Unternehmensanleihe (ISIN DE0000A1HSNV2/ WKN A1HSNV) von PORR (ISIN AT0000609607 / WKN 850185) sollte sich auszahlen, so Christian Schiffmacher, der Experte von "fixed-income.org" - Die Plattform für Emittenten und Investoren am Anleihemarkt.

Die PORR AG, einer der größten österreichischen Baukonzerne, plane die Begebung einer weiteren Unternehmensanleihe. Diese solle zum Handel in den Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse zugelassen und in das Segment Entry Standard für Anleihen der Börse Frankfurt einbezogen werden. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren liege der Kupon bei 6,25%. Das geplante Emissionsvolumen betrage bis zu 50 Mio. Euro. Das Unternehmen plane, den Erlös für die Optimierung des Finanzportfolios und die Stärkung der Finanzkraft zu verwenden.

Gegründet 1869, sei PORR eines der größten und traditionsreichsten Bauunternehmen Österreichs. Es verstehe sich als flexibler Full-Service-Baukonzern mit vorgelagerter Projektentwicklung und nachgelagertem Immobilien- und Facility Management. Die Gruppe biete alle Bauleistungen von Hochbau und Tiefbau bis zu Straßenbau oder Tunnelbau an. Dank einer lückenlosen Wertschöpfungskette ermögliche das umfassende Know-how der Gruppe auch die Realisierung komplexer Großprojekte. Sie sei neben ihren Heimatmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien auch selektiv in CEE/SEE sowie in Katar, Oman und dem Königreich Saudi-Arabien tätig.

In den letzten Jahren sei PORR neu ausgerichtet worden. Dies sei insbesondere wegen einer rückläufigen Bauleistung im Zuge der Finanzkrise notwendig gewesen. PORR habe sich aus den verlustreichen Märkten in Ungarn und Rumänien zurückgezogen und auf die Heimatmärkte konzentriert. Nach dem Wechsel der Eigentümerstruktur habe PORR 2012 den Turnaround geschafft. Ein Konsortium um CEO Ing. Karl-Heinz Strauss halte seitdem knapp 68% der Aktien. Für das kommende Frühjahr sei im Zuge eines "Re-IPOs" eine Kapitalerhöhung geplant, die einen Emissionserlös von ca. 60 Mio. Euro haben könnte. Das Syndikat um CEO Karl-Heinz Strauss und den österreichischen Unternehmer Ortner möchte auch nach der Kapitalerhöhung 50% plus 1 Aktie halten.

In den nächsten Jahren sollten zudem im Rahmen des Programms "fitforfuture" u. a. nicht betriebsnotwenige Immobilien verkauft werden. Diese hätten zum 31.12. einen Wert von ca. 700 Mio. Euro, zwei Drittel dieser Objekte sollten veräußert werden. In den nächsten zwei Jahren könnten ca. 350 Mio. Euro erlöst werden, wobei die Objekte zum Teil mit Fremdkapital finanziert seien.

In H1/2013 habe der Umsatz bei 1.041,8 Mio. Euro gelegen, dabei sei ein EBIT von 14,5 Mio. Euro erwirtschaftet worden. In den ersten neun Monaten habe man die Produktionsleistung um 13,2% auf 2.285 Mio. Euro steigern können. Der Auftragsbestand sei zum 31.09. um 47% auf 4.721 Mio. Euro gewachsen. Das Unternehmen sei mit dem Bau einer Doppel-Tunnelröhre mit einer Länge von 16,6 km sowie sechs U-Bahnstationen in Doha, der Hauptstadt von Katar, beauftragt worden. Mit einem Volumen von 945 Mio. Euro handle es sich um den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte. Die Bahnstrecke Stuttgart-Ulm ("Albaufstieg") habe ein Auftragsvolumen von 600 Mio. Euro.

Das Unternehmen beabsichtige, den Erlös aus der Anleiheemission für die Optimierung des Finanzportfolios und die Stärkung der Finanzkraft zu verwenden.

Die Gesellschaft habe starke Argumente für die Anleihe. Sie habe einen Rekordauftragsbestand und plane für das kommende Frühjahr eine Kapitalerhöhung. Das Management sei ferner substanziell mit eigenem Geld ins Risiko gegangen und habe den Turnaround geschafft. Das Kostensenkungsprogramm und der Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Immobilien sollte die Ertragsentwicklung positiv beeinflussen. Das Branchensentiment dürfte aber nach der Alpine-Pleite vor allem in Österreich eher negativ sein.

Insgesamt erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis positiv - ein Investment in die 6,25% PORR-Unternehmensanleihe sollte sich auszahlen, so die Experten von "fixed-income.org". (11.11.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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