Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Handelsbeginn hatten die sicheren deutschen Staatspapiere einen deutlichen Kursverfall hinzunehmen, der im Vormittagsverlauf in einer Seitwärtsbewegung mündete. Offenbar haben Spekulationen über das weitere Vorgehen der EZB bezüglich möglicher Käufe von Anleihen der Schuldenstaaten eine höhere Risikoneigung aufkommen lassen und damit die deutschen Anleihen unter Druck gesetzt. Ansonsten blieb es auf der fundamentalen Nachrichtenebene ruhig.
Der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) fiel zum Mittag um 0,55% auf 141,34 Punkte, nachdem er sein Tageshoch bei 141,85 Punkten (Eröffnung) und das Tagestief bei 141,14 Punkten gesehen hatte. Der Bobl Future (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) lag um 0,28% niedriger auf 126,73 Punkten. Der Schatz Future (ISIN DE0009652669 / WKN 965266) nahm um 0,05% auf 110,81 Punkte ab. Die Gemeinschaftswährung konnte bis zum Mittag von den Spekulationen nicht profitieren, als die Cross-Rate EUR/USD bei 1,2323 und damit um 0,07% niedriger notierte.
Die ebenfalls im RDAX gefasste 5%ige Unternehmensanleihe (Nachrang-MTN) (ISIN DE000DB5DCW6 / WKN DB5DCW) der Deutschen Bank notierte zur Mittagsstunde um 0,47% niedriger auf 105,11%. Damit errechnet sich für das am 24.06.2020 zur Rückzahlung fällige Papier eine Rendite von 4,22%. Die Deutsche Bank ist erneut ins Visier der US-Behörden geraten. Wie die "New York Times" berichtet, untersuchen US-Ermittler die Geschäfte zahlreicher internationaler Kreditinstitute mit dem Iran, dem Sudan und weiteren sanktionierten Nationen.
Untersucht werde dabei der Umgang mit iranischen Geldern bis zur Schließung einer Gesetzeslücke in den USA im Jahr 2008. Die Untersuchung befinde sich noch in einem frühen Stadium, es gebe keinen Verdacht, dass die US-Filiale der Deutsche Bank iranisches Geld nach 2008 transferiert habe, so die Zeitung. Gegen die Deutsche Bank wird bereits wegen der Libor-Affäre ermittelt. Die Bank steht im Verdacht, jahrelang Absprachen bei Referenzzinssätzen getroffen zu haben.
Im Segment der Unternehmensanleihen hat sich der Bondm-Index für in Euro denominierte Mittelstandsanleihen an der Börse Stuttgart heute Mittag um 0,32% auf 94,36 Punkte erhöht. Das Index-Schwergewicht, die Unternehmensanleihe ((ISIN DE000A1EWGX1 / WKN A1EWGX) 7,25% bis 28.09.2015) von Dürr, lag zum Mittag in einer Geld-Brief-Spanne von 112,05% zu 112,45%. Die weiteren Schwergewichte des Bondm, die Unternehmensanleihe ((ISIN DE000A1A29T7/ WKNA1A29T) 9,25% bis 01.12.2015) von 3W Power lag in einer Taxe zwischen 81,00% und 82,50%; die Unternehmensanleihe ((ISIN DE000AB100A6 / WKN AB100A) 8,5% bis 10.11.2015) von Air Berlin verzeichnet ein Plus von 0,44% auf 91,50%. Für die Unternehmensanleihe ((ISIN DE000A1H3J67 / WKN A1H3J6) 7,25% bis 01.04.2016) der German Pellets GmbH waren zum Mittag 102,25% und damit 0,49% mehr als am Vortag zu zahlen. (20.08.2012/alc/a/a)
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