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12.06.12 16:16
Frankreich-Anleihe: Keine turmhohen Renditen, aber durchaus mit 2,5% respektabel

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN FR0011196856 / WKN A1GZ7K) von Frankreich für eine interessante Alternative für den top-gerateten Staatsanleihen-Sektor.

Die Staatsanleihe, emittiert von der Republik Frankreich, sei mit einem Kupon von 3,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 25.04.2022 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1,00 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 103,88% biete das Papier eine jährliche Rendite von 2,54%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet worden. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.

Die Euro-Schuldenkrise erreiche einen neuen Höhepunkt. Nachdem in Griechenland vorerst eine Regierungsbildung gescheitert sei, stünden dieses Wochenende Neuwahlen an. Aber auch der abgeschlagene spanische Bankensektor habe den Marktteilnehmern zunehmend Kopfzerbrechen bereitet. Am Wochenende sei nun bekannt geworden, dass der europäische Rettungsfonds EFSF dem spanischen Bankensektor Hilfsmittel von bis zu 100 Mrd. Euro zur Verfügung stellen werde, was für eine kurzfristige Entspannung an den Märkten gesorgt habe. Nun seien aber schon Proteste aus Portugal laut geworden, die sich benachteiligt sähen und bessere Bedingungen für ihr Milliardenpaket fordern würden. Somit dürfte Euroland ein heißer Sommer bevorstehen.

Vor diesem Hintergrund sei es ratsam, bei Staatsanleihen auf Schuldner mit Top-Bonitäten zu setzen. Trotz der jüngst eher negativen Nachrichten würden die Analysten Frankreich dazu zählen.

Frankreich sei eine der größten Volkswirtschaften der Welt, und neben Deutschland das wichtigste Industrieland Europas. Im Frühjahr sei es zu einem Machtwechsel an der Regierung gekommen. Nicolas Sarkozy sei durch den linken Herausforderer François Hollande abgelöst worden. Damit habe das erste Mal seit 17 Jahren wieder ein Sozialist das Regierungszepter Frankreichs übernommen. Es werde gehofft, dass er die Stabilitätspolitik und Haushaltsdisziplin weiterführe.

In 2011 sei Frankreichs Wirtschaft um 1,7% gewachsen, die Prognose für dieses Jahr liege bei +0,7%. Dies sei über dem europäischen Durchschnitt. Die Jahre 2013 bis 2015 sollten ein Wachstum von jeweils 2% bringen, was aber angesichts der aktuell schwer zu prognostizierenden Entwicklung für Euroland nur eingeschränkt berücksichtigt werden sollte. Das Haushaltsdefizit habe im letzten Jahr 5,2% des BIP betragen und für dieses Jahr zeige sich die Regierung (noch) zuversichtlich, die avisierten 4,5% schlagen zu können. In 2013 solle dann wieder die 3%-Marke unterschritten werden.

Jüngst sei publiziert worden, dass Frankreichs Wirtschaft in Q1'2012 stagniert habe. Demnach habe das BIP unverändert auf dem Niveau des Vorquartals gelegen. Im vierten Quartal 2011 sei das BIP noch um revidiert 0,1% (vorläufig: 0,2%) angestiegen. Zudem habe die Industrieproduktion in April einen Anstieg um 0,9% verzeichnet und das französische Verbrauchervertrauen sei im Mai auf den höchsten Wert seit Ende 2010 gestiegen.

Unabhängig davon, wie es mit Griechenland und Spanien weitergehe, dürfte Frankreich auch künftig zu den stärksten Volkswirtschaften in Europa zählen. Somit halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Staatsanleihe von Frankreich mit einer Rendite von 2,54% für eine interessante Alternative für den top-gerateten Staatsanleihen-Sektor. Eine vergleichbare Bundesanleihe bringe aktuell nur eine Rendite von rund 1,3%. (Analyse vom 12.06.2012) (12.06.2012/alc/a/a)


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