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11.06.12 10:51
Spanien-Anleihen: EFSF unterstützt Spanien mit 100 Mrd. Euro

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research könnten sehr risikofreudige Anleger wieder einen Blick auf spanische Staatsanleihen werfen.

Die Kurse spanischer Staatsanleihen stünden enorm unter Druck. Denn die Euro-Schuldenkrise spitze sich weiter zu. Die Ratingagentur Fitch habe in der letzten Woche mit einem deutlichen Downgrade Spaniens von "A" auf "BBB" reagiert. Der Markt warte gespannt auf die Neuwahlen in Griechenland am 17. Juni und es vergehe nicht ein Tag, an dem nicht neue (Negativ-)Schlagzeilen zu Spanien und Italien veröffentlicht würden. Zudem würden mehr und mehr die Wortschöpfungen "Grexit" und Spexit" durch die Medien gehen. Damit seien die möglichen Austritte Griechenlands und Spaniens aus dem Euro gemeint.

Bei seinen jüngsten Anleiheemissionen habe Spanien den höchsten Risikoaufschlag für zehnjährige Spanien-Bonds seit der Gründung der Eurozone hinnehmen müssen. Und vergangene Woche habe das Land für Zehnjahrespapiere 6,7% bieten müssen. Dieses Niveau sei für ein Land nicht lange trag- und finanzierbar. Somit sei es nun gekommen wie es sich bereits angedeutet habe: Spanien habe nun mitgeteilt, dass die Finanzmärkte bei dem derzeitigen Refinanzierungsniveau für das Land nicht mehr zugänglich seien.

Vor allem Spaniens angeschlagener Bankensektor setze dem Land zu. Wie sich zuletzt abgezeichnet habe, erhalte das Land nun Hilfe durch den europäischen Rettungsschirm EFSF. Am Wochenende sei bekannt geworden, dass dieser Spanien eine Summe in Höhe von 100 Mrd. Euro zur Sanierung des Bankensektors zur Verfügung stelle. Es bleibe nun zu hoffen, dass diese Gelder ausreichen würden. Denn ansonsten dürfte am Markt die Sorge aufkommen, dass es sich bei Spanien, ähnlich wie bei Griechenland, um ein Fass ohne Boden handle.

Spanien habe seinen Refinanzierungsbedarf für dieses Jahr zu mehr als der Hälfte gedeckt und müsse nur noch knapp 40 Mrd. EUR am Kapitalmarkt einsammeln. Die nächste Anleihe-Auktion finde im Juli statt und das Land wolle bis zu 20 Mrd. Euro einsammeln. Der Markt dürfte mit großem Interesse die Anleihe-Auktion verfolgen.

Die EU-Kommission rechne für Spanien mit einem BIP-Rückgang für dieses Jahr von 1,0%. Vor dem Hintergrund der aktuell sehr schwachen Verfassung des Landes sei es kaum überraschend, dass die Bank of Spain auch für das zweite Quartal 2012 mit einem BIP-Rückgang rechne. Dass 2012 und 2013 vor dem Hintergrund der massiven Sparmaßnahmen keine großen Sprünge zu erwarten seien, sei keine Überraschung. Dem Land dürfte es aber gelingen, die Krise zu meistern, auch wenn man dazu nun die Hilfe der EU in Anspruch nehme. Ein Austritt Spaniens aus der Europäischen Währungsunion würden die Analysten für unwahrscheinlich halten, auch wenn dies am Markt momentan anders kolportiert werde. Das Beispiel Irland zeige, dass externe Hilfe kein Nachteil sein müsse. So habe Irland die Krise bereits hinter sich gelassen und befinde sich wieder auf Wachstumskurs.

Trotz der negativen Nachrichtenlage hätten sich dank der finanziellen Unterstützung der EU die Anleihe-Kurse zuletzt beruhigt. Zwar liege die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen immer noch bei über 6%. Die Anleihe (ISIN ES00000123K0 / WKN A1GXLB) habe Anfang April noch bei knapp 104% notiert. Aktuell liege der Kurs bei 98,63%, habe sich in den letzten Handelstagen aber spürbar erholen können.

Die Unsicherheit an den Anleihemärkten sei weiter hoch, habe sich in den letzten Tagen aber etwas entspannt. Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien nach der Finanzspritze des ESFS eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein. Spanische Papiere seien aber weiterhin eher für spekulativ veranlagte Anleger interessant. (Analyse vom 11.06.2012) (11.06.2012/alc/a/a)


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