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30.05.12 13:05
Anleihen-Märkte am Mittag: Gewinne im Verlauf ausgebaut

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die Euro-Schuldenkrise hat die Trends bei den deutschen Anleihen weiter fest im Griff. Die zunächst verhaltene Eröffnung mit einem leichten Plus wandelte sich bei den deutschen Staatstiteln bis zum Mittag in eine sehr feste Tendenz, in deren Verlauf immer wieder neue Rekordmarken erreicht wurden. Hatte zunächst noch die spanische Bankenkrise die Märkte beherrscht, als vom Markt über den, einen Monat früher als geplanten, Rücktritt des spanischen Notenbank-Chefs Miguel Fernádez Ordónez diskutiert wurde. Diesem war sein Krisenmanagement in Zusammenhang mit der angeschlagenen Bankia vorgehalten worden. Im weiteren Verlauf zeigten sich die Finanzmärkte vom schlechten Ergebnis der Italienischen Anleiheaktion vom Mittwoch enttäuscht.

Statt der geplanten bis zu 6,25 Mrd. EUR konnten nach Angaben der italienischen Schuldenagentur nur 5,732 Mrd. EUR platziert werden. Auf das Volumen von 2,341 Mrd. EUR der Zehnjahrestranche sei ein Zins von 6,03% zu zahlen. Für die 3,391 Mrd. EUR der Fünfjahrestranche werde ein Zins von 5,66% fällig. Das machte die Negativmeldung komplett, da in den letzten Auktionen die Sätze noch bei 5,84% (10J) und 4,86% (5J) gelegen hatten.

Der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) eröffnete den Tag mit +0,01% auf 144,31 Punkte und zog bis zum Mittag um +0,42% auf einen neuen Rekordstand von 144,91 Punkte an. Kräftig zugelegt hat der Bobl Future (ISIN DE0009652651 / WKN 965265), der um +0,24% auf 126,70 Punkte anzog und damit ebenfalls ein neues Top markierte. Der Schatz-Future (ISIN DE0009652669 / WKN 9652669) notierte bei 110,80 Punkten. Die Verunsicherung des Marktes ließ sich auch an der Gemeinschaftswährung ablesen, als die Crossrate EUR/USD zum Mittag bei 1,2436 um 0,33% schwächer notierte.

Der RDAX für Unternehmensanleihen (ISIN DE000A0C3743 / WKN A0C374) konnte zum Mittag auf 101,60 Punkte zulegen. Die im RDAX gefasste 4,875% Unternehmensanleihe (EO-MTN) (ISIN XS0503603267 / WKN A1AWC1) der Deutschen Telekom Int. B.V. notierte zum Mittag bei 116,53% um 0,36% leichter. Damit errechnet sich für das mit einem Moody's-Anleiherating von "Baa1" bewertete und am 22.04.2025 zur Rückzahlung fällige Papier eine Rendite von 3,28%. Der Autobauer SEAT hat die Zusammenarbeit mit der zur Deutsche Telekom gehörenden Geschäftskundensparte T-Systems verlängert. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde T-Systems von SEAT für weitere drei Jahre mit IT-Services beauftragt. Der neue Rahmenvertrag regelt die zu erbringenden Services. Neben Rechenzentrumsleistungen gehören dazu die ICT-Infrastruktur sowie Wartung und Weiterentwicklung der Anwendungen. Alle Informations- und Kommunikations-Leistungen bezieht SEAT dynamisch, angepasst an den aktuellen Geschäftsverlauf.

"Der Autohersteller zahlt nur für die tatsächlich in Anspruch genommenen Services und kann die Nutzung nach Arbeitslast und Bedarfsspitzen zu bestimmten Zeiten erhöhen oder reduzieren", betont Luz G. Mauch, Senior Vice President Automotive der T-Systems. Das Auftragsvolumen wurde auf 45 Mio. Euro beziffert.

Der Bondm-Index (ISIN DE000SLA0BX3 / WKN SLA0BX) für in Euro denominierte Mittelstandsanleihen an der Börse Stuttgart markierte zum heutigen Mittag bei 94,90 Punkten ein Plus von 0,29%. Für die im Bondm-Index gefasste 7,25%ige Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1H3F20 / WKN A1H3F2) der Albert Reiff GmbH & Co. KG waren zum Mittag 108,00% und damit 0,93% mehr zu zahlen. Damit errechnet sich für das mit einem Creditreform-Rating von "BBB" bewertete und am 27.05.2016 zur Rückzahlung fällige Papier eine Rendite von 4,99%. Für die Anleihe ist kürzlich die erste Zinszahlung fällig gewesen, auf die sich die Investoren nach Aussage des Unternehmensmanagements "freuen konnten".

Für das erste Quartal hatte die Unternehmensführung steigende Umsatzerlöse aber rückläufige Margen im Rahmen einer Pressemiteilung kommuniziert. Demnach war im Geschäftsbereich Reifen und Autotechnik aufgrund des vergleichsweise warmen Winters das Winterreifengeschäft schwächer als im Vorjahr. Darüber hinaus führt die aktuell ungünstige wirtschaftliche Entwicklung in den südeuropäischen Peripheriestaaten und in Frankreich zu einem branchenweiten Warenüberschuss bei Reifen in den nordeuropäischen Handelssystemen, der sich negativ auf die Verkaufsmargen im Großhandel auswirkt, hieß es. Im Technischen Handel führt die Tendenz zur Kosteninflationierung zu einer Belastung der Ergebnisse. Reiff rechnet daher für das erste Halbjahr 2012 mit einem etwas unter Vorjahr liegenden, aber noch deutlich positiven Ergebnis.

Die Reiff-Gruppe stellt sich auf Grund der Entwicklungen im 1. Quartal 2012 auf ein schwieriger werdendes Umfeld sowie einen Margenrückgang ein. Vor dem Hintergrund der strategischen Ausrichtung in allen Geschäftsbereichen ist weiterhin mit soliden bis steigenden Umsätzen zu rechnen, so die Meldung. (30.05.2012/alc/a/a)



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