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12.12.11 11:05
Bunds bleiben gesucht

München (anleihencheck.de) - Bei geringer Marktliquidität und hoher Volatilität lagen die Wochenschlusskurse für Bunds fast unverändert auf ihren Niveaus zu Wochenbeginn, so die Analysten der BayernLB.

Ähnliches gelte für die cross country spreads von Italien und Spanien wie auch Frankreich. EZB- und Gipfelbeschlüsse seien offensichtlich so erwartet worden bzw. würden, zumindest kurzfristig, nicht als Lösung der sich fester fressenden Schuldenkrise gesehen. Eine Änderung des EU-Vertrags - und damit der von der EZB erwartete große Schritt hin zu einer Fiskalunion - sei gescheitert. Stattdessen gebe es eine zwischenstaatliche Vertragslösung, deren Rechtmäßigkeit schon von entsprechenden Instanzen der EZB und EU wie auch auf nationaler Ebene bezweifelt worden sei (wegen direkter Eingriffe der EU-Kommission in die nationalen Haushalte und damit das parlamentarische Budgetrecht einerseits, wegen einer möglichen Aushebelung des EU-Vertrags andererseits).

Die beschlossenen bilateralen Kredite an den IWF stünden in eklatantem Widerspruch zu Mario Draghis Aussagen auf der jüngsten Ratssitzung. Die Bundesbank wolle für ihre zusätzliche IWF-Kreditlinie die Zustimmung des Bundestags. Zudem dürften die insgesamt 200 zusätzlichen Milliarden für den IWF marktseitig einmal mehr als zu gering erachtet werden. Zu den genannten Implementierungsproblemen/-zeitfragen geselle sich die Frage, ob die EZB die Integrationsfortschritte (ohne Fiskalunion) als ausreichend bewerte, um die eigene Unterstützungsbereitschaft auszudehnen. Schließlich könnte auch S&P die Beschlüsse als unzureichend erachten und die angedrohten Rating-Herabstufungen in die Tat umsetzen. Die Unsicherheit bleibe somit extrem hoch, während die Marktliquidität zum Jahresende weiter abnehmen werde.

Mit den diese Woche anstehenden Bond-Aufstockungen Italiens (Mi.) und Spaniens (Do.) stehe eine erste Nagelprobe für die vertrauensbildende Kraft der Gipfelbeschlüsse an. Die europäischen Wirtschaftsdaten dürften auf eine möglicherweise schrumpfende Wirtschaft im laufenden Quartal deuten. Für die FED-Sitzung (Di.) erwarten die Analysten der BayernLB vor dem Hintergrund sich zuletzt leicht aufhellender Konjunkturindikatoren eine vorerst unveränderte Geldpolitik. "Hilfe von Außen" sei somit an keiner Front in Sicht - Bunds würden gesucht bleiben. (12.12.2011/alc/m/a)


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