München (www.anleihencheck.de) - Die Stahlindustrie in der EU steht schon lange vor größeren Herausforderungen, so das Zertifikate-Team der Bank Vontobel Europe AG im aktuellen "Aktienanleihen Investor".
Um auf diese Umstände zu reagieren, habe thyssenkrupp jüngst eine umfassende Neuausrichtung angekündigt, die einer vollständigen Umstrukturierung des Konzerns gleichkomme. Ziel der Umbaumaßnahmen sei die Schaffung einer Finanzholding sowie die Abspaltung des schwächelnden Stahlgeschäfts und des Automobilzulieferzweigs. Damit sollten diese Geschäftsfelder kapitalmarktfähig gemacht werden und durch die Eigenständigkeit agiler und handlungsfähiger werden. Dadurch sollten Effizienzsteigerungen erzielt und langfristig die Kosten gesenkt werden, um auf das gewandelte Marktumfeld zu reagieren.
Instinktiv würden viele Anleger mit dem Traditionsunternehmen aufgrund der mehr als 200-jährigen Geschichte unmittelbar die Stahlproduktion verbinden. Doch der Konzern biete weitaus mehr an und sei in verschiedensten Geschäftsbereichen tätig. Dazu würden das Automobilzuliefergeschäft, die Dekarbonisierung, der Rohstoffhandel sowie der Bereich Marine Systems zählen, der sich auf U-Boote fokussiere.
Gerade der Bereich, mit dem thyssenkrupp groß geworden sei - die Stahlproduktion - stehe schon länger aufgrund des schwierigen Marktumfelds unter Druck. Die traditionelle Sparte kämpfe mit Überkapazitäten, sinkenden Margen und intensivem Preisdruck aus Asien. Nachdem sich der Konzern bereits von seiner profitablen Aufzugsparte getrennt habe, beabsichtige CEO Miguel López nun, mit einer weitreichenden Umstrukturierung auf die anhaltenden Herausforderungen zu reagieren. Die geplante Transformation solle den diversifizierten Charakter des Unternehmens stärker zur Geltung bringen und jedem Geschäftsfeld mehr operativen Handlungsspielraum gewähren.
Um auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren, plane der Vorstand eine grundlegende Neustrukturierung durch die Abspaltung verschiedener Kernfelder. Dabei solle nur noch die Dachgesellschaft als Mehrheitseignerin an den unterschiedlichen Geschäftsbereichen bestehen bleiben.
Besonders der Stahlbereich leide unter dem schwierigen Marktumfeld und erweise sich als unrentabel. Deshalb führe das Unternehmen intensive Verhandlungen mit dem tschechischen Stahlsektor. Parallel zur Neuaufstellung der Stahlsparte werde der Börsengang des Rohstoffhandels vorbereitet. Zusätzlich sei auch eine Abspaltung der Marinesparte geplant.
Die Umstrukturierung umfasse darüber hinaus eine massive Verschlankung der Verwaltung und Konzernzentrale mit entsprechendem Stellenabbau. Zentrales Ziel dieses Transformationskurses sei es, den einzelnen Geschäftsfeldern als eigenständige Einheiten deutlich mehr Handlungsspielraum zu gewähren und sich von der bislang starren Konzernstruktur zu lösen.
Trotz der erhöhten Autonomie verbleibe die strategische Kontrolle weiterhin bei der Muttergesellschaft, die als Holding die Geschicke der abgespaltenen Bereiche koordiniere und überwache.
Während die Arbeitnehmervertretung dem Umbau kritisch gegenüberstehe und Stellenabbau befürchte, würden Investoren auf deutliche Effizienzsteigerungen durch Synergieeffekte setzen. Diese sollten die Margen verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Durch gezielten Kapazitätsabbau, Verwaltungsverschlankung und einen Fokus auf profitable Bereiche solle eine solide Wachstumsbasis geschaffen werden. Die geplanten Maßnahmen würden auch die Eliminierung von Doppelstrukturen und die Straffung der Prozesse umfassen. Diese gravierenden Einschnitte könnten die langfristige Finanzstabilität und Profitabilität des Konzerns sicherstellen und das Unternehmen wieder auf einen nachhaltigen Erfolgskurs bringen.
Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 17,25% Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VK2YUG1 / WKN VK2YUG) auf die Aktie von thyssenkrupp (ISIN DE0007500001 / WKN 750000). Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 80,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 19.06.2026. (Stand: 28.05.2025) (Ausgabe Mai 2025)
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
Ausgewählte Risiken:
Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.
Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.
Emittenten-/Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (29.05.2025/alc/a/a)
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