München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Airbus SE (ISIN NL0000235190 / WKN 938914), MTU Aero Engines Holdings AG (ISIN DE000A0D9PT0 / WKN A0D9PT) und Rolls-Royce Holdings PLC (ISIN GB00B63H8491 / WKN A1H81L) Investmentideen und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.
Die Luftfahrtindustrie sei in Aufruhr aufgrund der Unsicherheit über die Zollpolitik der US-Regierung. Delta Air Lines habe eine klare Position bezogen und erklärt, keinerlei Zölle für neue Airbus-Flugzeuge zahlen zu wollen. Dies könnte einen Präzedenzfall für andere US-amerikanische Fluggesellschaften schaffen. Die häufigen Änderungen und zusätzlichen Kosten belasteten eine Lieferkette, die bereits mit einem Mangel an Teilen und Arbeitskräften zu kämpfen habe.
Flugzeuge und ihre Triebwerke würden üblicherweise Jahre im Voraus bestellt, und die aktuelle Zollsituation drohe, Auslieferungen erheblich zu verzögern. Historisch gesehen hätten Zölle in der Luftfahrtindustrie eine untergeordnete Rolle gespielt. Abgesehen von einem 18-monatigen transatlantischen Zollkonflikt habe die Branche bislang weitgehend ohne größere Zollbeschränkungen agiert.
Delta Air Lines habe eine klare Position gegen mögliche Zölle auf importierte Flugzeuge bezogen. CEO Ed Bastian habe in einer Pressemitteilung zum jüngsten Quartalsbericht unmissverständlich erklärt, dass das Unternehmen keine Zollkosten für neue Airbus-Lieferungen übernehmen wolle und stattdessen bevorzugt Lieferungen verschieben würde. Diese Entscheidung habe strategische Bedeutung für die Fluggesellschaft, da ihr laufendes Flottenerneuerungsprogramm wesentlich auf Airbus-Modellen basiere. Die derzeit ausgesetzten Zölle könnten verschiedene geplante Lieferungen beeinträchtigen, darunter Langstreckenflugzeuge sowie die in Mirabel, Quebec, montierten A220-Jets.
Auf die potenzielle Einführung von Zöllen habe Airbus schon seit längerer Zeit Vorbereitungen getroffen. Im Februar 2025 habe Airbus-CEO Guillaume Faury gegenüber der New York Times erklärt, dass das Unternehmen sich "entsprechend anpassen" würde, indem beabsichtigt werde, die erhöhten Kosten an amerikanische Fluggesellschaften weiterzugeben. Diese Position stehe in direktem Widerspruch zu Deltas Weigerung, diese Kosten zu übernehmen.
Die Luftfahrtindustrie stehe an einem entscheidenden Wendepunkt. Die aktuelle Zollpolitik verändere das wirtschaftliche Umfeld für globale Fluggesellschaften grundlegend und könnte die Entwicklung der Branche in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen. Experten prognostizierten eine Spaltung des Marktes: Während Fluggesellschaften mit überwiegend heimischer Flotte wahrscheinlich gestärkt aus der Situation hervorgehen würden, stünden international ausgerichtete Carrier vor komplexen Herausforderungen bei der Flottenerneuerung und Routenplanung. Die verzögerte Modernisierung der Flotten werde voraussichtlich mittelfristig zu höheren Betriebskosten führen, da ältere Flugzeuge mehr Treibstoff verbrauchten. Diese zusätzlichen Kosten würden den operativen Gewinn der betroffenen Fluggesellschaften in den nächsten zwei bis drei Jahren belasten. Gleichzeitig eröffne dies Chancen für Unternehmen, die bereits über moderne, treibstoffeffiziente Flotten verfügten oder deren Lieferverträge nicht von Zöllen betroffen seien.
Die Branche erfahre zudem eine Neuausrichtung der Lieferketten. Airbus habe bereits angekündigt, Produktionskapazitäten strategisch neu zu bewerten und erwäge die Priorisierung nicht-amerikanischer Kunden. Einige US-Fluggesellschaften intensivierten unterdessen Gespräche mit Boeing, um ihre Abhängigkeit von importierten Flugzeugen zu verringern. Diese strukturelle Verschiebung könnte langfristig die Wettbewerbslandschaft verändern und neue regionale Schwerpunkte in der Luftfahrtindustrie hervorbringen.
Der Zollkonflikt beschleunige auch bestehende Trends wie die Konsolidierung des Marktes. Kleinere Fluggesellschaften mit geringeren finanziellen Reserven und ohne ausreichende Verhandlungsmacht gegenüber Flugzeugherstellern könnten unter dem erhöhten Kostendruck besonders leiden. Branchenexperten erwarteten daher eine Zunahme von Übernahmen und strategischen Partnerschaften in den kommenden Jahren, was die Marktkonzentration weiter erhöhen dürfte. Die unterschiedliche Anpassungsfähigkeit der Unternehmen werde zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Fluggesellschaften mit flexiblen Leasingverträgen, diversifizierten Flotten und etablierten Wartungskapazitäten für ältere Flugzeugtypen seien besser positioniert, um die aktuelle Unsicherheit zu bewältigen. Die Fähigkeit, Flugzeuglieferungen zu verzögern oder umzuleiten, ohne langfristige Wachstumspläne zu gefährden, entwickele sich zum kritischen Wettbewerbsvorteil.
Trotz zahlreicher Herausforderungen könnte die Branche weiterhin interessant sein, da sie sich in einer Phase der Transformation befinde. Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und digitalen Innovationen könnte neue Marktchancen eröffnen. Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen und in zukunftsorientierte Technologien investieren würden, könnten sich als Vorreiter positionieren. Die Konsolidierung des Marktes führe zudem zu strategischen Übernahmen, wodurch wertvolle Synergien entstehen könnten. Obwohl kurzfristige Volatilität bestehe, würden langfristige Wachstumsprognosen auf eine positive Entwicklung hindeuten - besonders für Akteure, die sich auf Qualität, Effizienz und Kundenbedürfnisse fokussieren würden.
Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VK04VJ9 / WKN VK04VJ) auf Airbus, MTU Aero Engines und Rolls-Royce. Diese sei mit einem Kupon p.a. von 16,25% ausgestattet. Die Barriere befinde sich bei 70,00%. Die Anleihe sei in Zeichnung bis 28.04.2025 und laufe bis zum 20.03.2026. (15.04.2025/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
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