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07.04.25 09:41
Ängste vor Handelskrieg drücken Stimmung - EZB sieht Abwärtsrisiken für die Konjunktur

Paris (www.anleihencheck.de) - Am 18. Februar war es so weit: Endlich hatte nun auch der Euro Stoxx 50 mit 5.570 Punkten sein altes Allzeithoch aus dem Jahr 2000 übertroffen, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

"Tempi passati" müsse man allerdings mittlerweile sagen. Zwischenzeitlich habe das Marktbarometer der 50 größten börsennotierten Unternehmen des Euroraums nämlich um rund 400 Zähler korrigiert. Damit ziehe sich der Index zwar deutlich besser aus der Affäre als seine US-Pendants, doch die neue Regierung in den Staaten sorge mit ihrer rigiden Handelspolitik auch auf dem alten Kontinent für erhöhte Unsicherheit - und damit für fallende Kurse. Was als Handelskonflikt begonnen habe, könnte sich mit der jüngsten Eskalation zum weltweiten Handelskrieg entwickeln.

US-Präsident Trump habe am Mittwoch 20 Prozent Zölle auf Importe aus der EU verkündet - zusätzlich zu den bereits bestehenden 25 Prozent auf Stahl und Aluminium sowie nicht in den Vereinigten Staaten produzierte Autos und Autoteile. Die Verunsicherung spiegele sich nicht zuletzt im Wirtschaftsvertrauen wider, das sich im Euroraum zuletzt einmal mehr verschlechtert habe. Mit 95,2 Punkten liege es im März 1,1 Punkte tiefer als im Vormonat. Für das erste Quartal 2025 zeichne sich somit eine Entwicklung der europäischen Wirtschaft im Bereich der Stagnation ab. Auch EZB-Vize Luis de Guindos habe gewarnt, dass die Abwärtsrisiken die Konjunkturaussichten für den Euroraum dominieren würden. Optimistische Marktteilnehmer würden dies als Bekenntnis zu weiteren Zinslockerungen deuten. Andere würden hoffen, dass Trump wie so oft nur hoch pokere, um anschließend zurückzurudern. (Ausgabe vom 04.04.2025) (07.04.2025/alc/a/a)


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