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06.09.24 13:50
Anleihen: "Zinssenkungsmonat September"

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Rezessionssorgen und Zinssenkungshoffnungen bestimmen die Märkte weiter, so die Deutsche Börse AG.

Für die Renditen sei es zuletzt klar nach unten gegangen, die Anleihekurse seien gestiegen. "Eher enttäuschende Beschäftigungszahlen aus den USA haben zuletzt wieder Sorgen vor einem stärkeren wirtschaftlichen Abschwung angefacht, weshalb die globalen Staatsanleiherenditen nachgaben und nun von ihren Jahrestiefs nicht mehr weit entfernt sind", berichte Analyst Hauke Siemßen von der Commerzbank.

Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmorgen mit 2,17 Prozent und damit unter dem Niveau vor einer Woche rentieren, als es 2,25 Prozent gewesen seien. US-Treasuries gleicher Laufzeit würden aktuell 3,71 Prozent abwerfen nach 3,90 Prozent vergangenen Freitag.

Kommende Woche gehe es aller Voraussicht nach los beziehungsweise weiter mit den Zinssenkungen. Für den Donnerstag werde fest mit einer zweiten Zinssenkung der EZB gerechnet, für den Mittwoch darauf mit einem ersten Zinsschritt der US-Notenbank. "Eine Zinssenkung der EZB in der nächsten Woche dürfte niemanden mehr überraschen", bemerke Siemßen. An den Finanzmärkten sei ein solcher Schritt bereits voll eingepreist. Mittlerweile werde über einen weiteren Zinsschritt im Oktober spekuliert, da die jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone mit 2,2 Prozent nah am 2 Prozent-Ziel gelegen hätten.

Auch für die USA werde fest von einer Zinssenkung ausgegangen. "Die Zinssenkungserwartungen bezüglich der FED sind weiterhin ausgeprägt und haben in der auslaufenden Woche nochmals leicht zugenommen", stelle Analyst Ralf Umlauf von der Helaba fest. Daran dürften auch die heute um 14.30 Uhr zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten nicht mehr viel ändern.

Der Anleihehandel habe sich unterdessen belebt. "Die Stimmung ist gut, die Sommerpause ist beendet", berichte Tim Oechsner, der für die Steubing AG Anleihen handele. "Die Investoren sind zurück."

Im Geschäft mit Unternehmensanleihen mache sich die heftige Krise von Europas größtem Autobauer VW bemerkbar, wie Rainer Petz von Oddo BHF feststelle. "Anleger werden etwas skeptischer, auch gegenüber der 'alten Industrie' generell, etwa gegenüber thyssenkrupp." Institutionelle Investoren hätten sich schon defensiver aufgestellt. "Für eine Neuemission müsste VW jetzt wahrscheinlich mehr bezahlen."

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe für Anleihen von Fraport mit Kupon von 4,25 Prozent und Fälligkeit 2032 (ISIN XS2832873355 / WKN A383CB) und Deutscher Lufthansa mit 3,625 Prozent bis 2028 (ISIN XS2892988275 / WKN A383QX). Noch nicht ausgewirkt hätten sich Nachrichten rund um Leasingspezialist Grenke. "Die Risikovorständin der Grenke AG geht, außerdem hat die Finanzaufsicht BaFin die Grenke Bank aufgefordert, Mängel bei der Geldwäscheprävention innerhalb von zwölf Monaten zu beheben", erkläre Daniel. Die Aktie habe bereits verloren, Grenke Finance-Anleihen (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B; ISIN XS2630524986 / WKN A3LJCD) würden sich unverändert zeigen.

Oechsner berichte von vielen Neuemissionen. "Die Nachfrage ist groß, auch am Sekundärmarkt." Die neuen BMW-Anleihen seien schon seit vorletzter Woche im Handel. Eine laufe bis 2027 und biete 3 Prozent (ISIN XS2887901325 / WKN A3L23P), eine weitere bis 2030 3,125 Prozent (ISIN XS2887901598 / WKN A3L23Q) und eine bis 2034 3,375 Prozent (ISIN XS2887901911 / WKN A3L23R). Mindestanlagesumme seien 1.000 Euro.

Oechsner berichte außerdem von neuen Bonds von Österreichs Mineralölkonzern OMV mit 3,25 Prozent bis 2031 (ISIN XS2886118079 / WKN A3L2YT) und diversen neuen US-Dollar-Bonds. Etwa biete US-Pharmakonzern Eli Lilly 4,15 Prozent bis 2027 (ISIN US532457CP17 / WKN A3L2VH) und 5,05 Prozent bis 2054 (ISIN US532457CS55 / WKN A3L2VL), US-Maschinenbauer Caterpillar 4,375 Prozent bis 2029 (ISIN US14913UAQ31 / WKN A3L2V8) und US-Süßwarenkonzern Mondelez 4,75 Prozent bis 2034 (ISIN US609207BE44 / WKN A3L24R). Die Mindestanlagesumme betrage immer 2.000 US-Dollar.

Im Bereich der Staats- und staatsnahen Anleihen gebe es Oechsner zufolge zudem Neues vom European Financial Stability Facility EFSF mit 2,5 Prozent bis 2027 (ISIN EU000A2SCAQ2 / WKN A2SCAQ). (06.09.2024/alc/a/a)


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