Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Inflation im Vereinigten Königreich lag im Juni den zweiten Monat in Folge unter dem Zielwert der Bank of England (BoE) von 2% und auch die Kerninflationsrate bleibt auf einem Dreijahrestief, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.
Zwar hätten beide Zahlen dem Konsens entsprochen und nur wenig dazu beigetragen, die Markterwartungen für den Zeitpunkt einer Zinssenkung im Vereinigten Königreich zu verändern, doch seien die Experten der Meinung, dass sie genügend Beweise für eine rückläufige Inflation gesehen hätten, damit die BoE auf der nächsten Sitzung des Monetary Policy Committee (MPC) im August mit einer Zinssenkung beginnen könne.
Die Märkte seien etwas weniger überzeugt, da die Swaps derzeit die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausschuss im nächsten Monat eine Zinssenkung vornehme, mit 50/50 beziffern würden. Das MPC werde sich darüber im Klaren sein, dass die allgemein robusten Konjunkturdaten des Vereinigten Königreichs und der nach wie vor hohe Lohndruck ein Risiko für das Erreichen des Inflationsziels darstellen könnten, obwohl die jüngsten Äußerungen darauf hindeuten würden, dass andere Ausschussmitglieder kurz davor stünden, sich den geldpolitischen "Tauben" anzuschließen. Die Experten würden in der August-Sitzung die ideale Gelegenheit für die Zentralbank sehen, den Lockerungsprozess einzuleiten, da der Ausschuss sowohl den letzten geldpolitischen Bericht als auch die Pressekonferenz nutzen könne, um seine Entscheidung im Detail zu erläutern. (17.07.2024/alc/a/a)
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