München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Kering (ISIN FR0000121485 / WKN 851223), LVMH (ISIN FR0000121014 / WKN 853292) und Richemont (ISIN CH0210483332 / WKN A1W5CV) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.
Kering sei ein globales Luxusgüterhaus, das eine Reihe von Luxusgütermarken unter seinem Dach vereine. Hierzu würden unter anderem namhafte Modehäuser wie Gucci, Yves Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga und Alexander McQueen gehören.
Das Zugpferd im Markenportfolio Gucci habe zuletzt gelahmt und auch der wichtige asiatische Absatzmarkt habe geschwächelt. Gucci erziele circa ein Drittel seines Umsatzes in China und spüre den Rückgang der Nachfrage empfindlich. Die Herausforderungen bei Gucci würden positive Entwicklungen bei den Marken Yves Saint Laurent und Balenciaga überschatten. Yves Saint Laurent habe im Jahr 2023 rund 16 Prozent zum Umsatz von Kering beigetragen und mache neben Gucci den zweitgrößten Umsatztreiber aus. Außerdem sei der Konzern mit Kering Eyewear zusätzlich führend im Brillengeschäft tätig, dass knapp 8 Prozent vom Umsatz im Jahr 2023 ausgemacht habe (nach 5 Prozent im Vorjahr).
Das italienische Modehaus Gucci, welches bereits 1921 in Florenz gegründet worden sei, mache mit über 50 Prozent des Umsatzes und zwei Drittel des Gewinns einen Großteil der Ergebnisse von Kering aus. Das bedeute, dass der kommerzielle Erfolg oder Misserfolg der Marke Gucci einen großen Einfluss auf Kering habe.
Gucci habe mit seiner weitreichenden Historie lange als der Erfolgsgarant für Kering gegolten. Die auffälligen Designs und die großen Prints unter Kreativchef Alessandro Michele seien vor allem im asiatischen Raum sehr gefragt gewesen. So sei es dem Modehaus gelungen auch in den letzten zehn Jahren den Umsatz mehr als zu verdreifachen. Im Jahr 2022 habe das Unternehmen einen Spitzenumsatz in Höhe von 10,49 Milliarden Euro erreicht. Zum umsatzstärksten Segment hätten dabei die Lederwaren (Handtaschen und Schuhe) gehört.
Allerdings habe Gucci in den letzten Jahren vermehrt zu kämpfen gehabt. Die Geschäfte in dem so wichtigen asiatischen Raum seien schleppend verlaufen. Zeitgleich hätten mit dem Beginn der Pandemie die auffälligen Prints und Designs des Modehauses aufgrund des sich veränderten Modegeschmacks an Interesse verloren. Zusätzlich hinzu komme, dass chinesische Konsumenten aufgrund der lahmenden Inlandskonjunktur weniger Luxusgüter des Modehauses nachgefragt hätten. Dies habe sich entsprechend auch in Guccis Unternehmenskennzahlen niedergeschlagen. Im Jahr 2023 habe Gucci mit rückläufigem Umsatz (9,87 Milliarden Euro) und operativen Gewinn zu kämpfen gehabt (3,26 Milliarden Euro im Jahr 2023 gegenüber 3,73 Milliarden Euro im Jahr 2022).
Die Besitzerfamilie Pinault des Luxusgüterkonzerns Kering habe sich Ende 2022 vom Kreativdirektor Michele getrennt und auch der CEO von Gucci, Marco Bizzarri, habe das Unternehmen verlassen. Der Markt habe diesen personellen Wechsel als Unruhe bei Gucci wahrgenommen und der Aktienkurs des Kering-Konzerns habe knapp einen Drittel an Wert verloren.
Vor dem Hintergrund einer Normalisierung im Luxussektor und der laufenden Umstrukturierungen bei einigen Marken im Portfolio (unter anderem Gucci) sei der Umsatz von Kering im ersten Quartal 2024 um 11 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesunken. Dieser Umsatzrückgang beinhalte auch einen negativen Währungseffekt von 3 Prozent. Die Geschäftsentwicklung in den Absatzmärkten Westeuropa, Nordamerika und Japan habe der des vierten Quartals 2023 entsprochen. Nur in der Region Asien-Pazifik sei ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen gewesen.
Im ersten Quartal des Jahres 2024 mache Gucci 2,1 Milliarden Euro Umsatz, was einem Rückgang von 18 Prozent zur Vergleichsbasis entspreche. Yves Saint Laurent habe 740 Millionen Euro generiert (Rückgang von 6 Prozent zur Vergleichsbasis). Bottega Veneta habe 388 Millionen Euro Umsatz gemacht, was einem Rückgang von 2 Prozent zur Vergleichsbasis entspreche. Subsumiert unter "Andere Marken" seien weitere 844 Millionen Euro Umsatz gemacht worden (Rückgang von 6 Prozent).
In seinem Quartalsbericht schreibe Kering, dass sie umfangreich in die Entwicklung seiner Modehäuser investieren würden, um die langfristige Attraktivität und Exklusivität zu stärken. Im Rahmen der firmeneigenen Strategie und Vision würden im Wesentlichen zwei Hauptziele verfolgt: Die Aufrechterhaltung eines langfristigen profitablen Wachstums und die Bestätigung seines Status' als eine der einflussreichsten Gruppen in der Luxusgüterindustrie. Im Jahr 2024 könnten die Auswirkungen der Investitionsstrategie von Kering in einem Umfeld, in dem sich das Wachstum des Luxussektors weiter normalisiere, das Betriebsergebnis der Gruppe zunächst belasten.
Die Kering Aktie habe im letzten Jahr mehr als 30 Prozent an Wert verloren und handele aktuell bei einem 5-Jahres-Tief. Für den weiteren Verlauf werde unter anderem der Turnaround von Gucci und die Konsumentenstimmung im asiatischen Raum ausschlaggebend sein.
Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VD81XB5 / WKN VD81XB) auf Richemont, Kering und LVMH, die zum 22.07.2024 (15:00 Uhr Ortszeit Frankfurt/Main; vorbehaltlich einer Verkürzung) gezeichnet werden könne. Der Kupon p.a. sei auf 10,75% festgelegt worden. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Erster Handelstag sei am 24.07.2024, der Bewertungstag am 19.09.2025. Fällig werde die Anleihe am 26.09.2025. (Stand: 12.07.2024, 09:45)
Bitte beachten Sie auch Risiken und wichtige Hinweise unter folgendem Link. (Ausgabe vom 11.07.2024) (12.07.2024/alc/a/a)
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