Brüssel (www.anleihencheck.de) - Der Juni-Inflationsbericht aus der Eurozone hat nicht allzu viel Aufsehen erregt, so Roman Ziruk, Senior Market Analyst bei Ebury.
Die Gesamtinflationsrate sei zurückgegangen, obwohl der Kernpreisdruck etwas hartnäckiger gewesen sei als angenommen. Sowohl die Kerninflation als auch die Dienstleistungsinflation, die von den EZB-Beamten genau beobachtet würden, seien unverändert geblieben und lägen weiterhin bei 2,9% bzw. 4,1%, was das Argument stütze, dass ein entscheidender Sieg gegen die Inflation noch einige Zeit dauern werde.
Die Daten würden sich wahrscheinlich kaum auf die Entscheidungsfindung der EZB auswirken, insbesondere angesichts der nur geringen Überraschung. Die Anleger würden weiterhin mit einer 70%-igen Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Euroraum im September und einer Gesamtsenkung um 40 Basispunkte bis Jahresende rechnen. Vor der entscheidenden September-Sitzung würden noch zwei weitere Inflationsdaten veröffentlicht, was vielleicht die ausbleibende Reaktion der Märkte auf die heutige Veröffentlichung erkläre. Während die Daten sicherstellen würden, dass die EZB-Mitglieder wachsam bleiben würden, glaube Ebury weiterhin, dass die Zentralbank auf dem besten Weg sei, die Zinssätze im September und Dezember zu senken, sofern die Inflation in der Zwischenzeit nicht deutlich nach oben überrasche. (02.07.2024/alc/a/a)
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