Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank überraschte im Vergleich zu den Markterwartungen mit einer restriktiven Haltung, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.
Powell habe zwar die Anzeichen für eine sinkende Inflation im Mai-Bericht über den Verbraucherpreisindex begrüßt, habe es aber nicht eilig, die Zinssätze zu senken. Die meisten FOMC-Vertreter würden davon ausgehen, dass es in diesem Jahr nur noch eine Zinssenkung geben werde. Risikoanlagen würden sich jedoch vergleichsweise gut halten und die meisten Währungen hätten in den letzten 24 Stunden gegenüber dem Dollar weiter zugelegt. Die Märkte würden die Entscheidung zwischen einer oder zwei Zinssenkungen in diesem Jahr als sehr knapp ansehen und es bräuchte nicht viel, um das Gleichgewicht in Richtung einer pessimistischen Haltung zu kippen.
Man habe bisher genügend Belege für die Inflation gesehen, um an der Forderung nach zwei Zinssenkungen im September und Dezember festzuhalten. Das würde auch im Einklang mit den aktuellen Marktpreisen stehen. Dennoch würden die Experten die anstehenden Berichte zur PCE-Inflation sehr aufmerksam verfolgen, da etwaige positive Überraschungen den wahrscheinlichen Beginn der geldpolitischen Lockerung des FOMC weiter hinauszögern könnten. Das bleibe für die kurzfristige Entwicklung des US-Dollars entscheidend. (13.06.2024/alc/a/a)
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