Brüssel (www.anleihencheck.de) - Der Euro bekam heute Morgen einen kleinen Auftrieb, nachdem der jüngste Inflationsbericht für den Euroraum darauf hindeutete, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Senkung der Zinssätze in den kommenden Monaten zu Recht vorsichtig vorgehen würde, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.
Nicht nur die Hauptinflationsrate sei angestiegen, auch die kritische Kerninflationsrate habe über den Erwartungen gelegen und sei zum erstmals seit Juni letzten Jahres wieder nach oben geklettert. Ebenso besorgniserregend sei der sprunghafte Anstieg der Inflationsrate bei den Dienstleistungen, die wieder über 4% gestiegen sei und damit den höchsten Stand seit Oktober erreicht habe.
Die heutigen Daten würden den Mitgliedern des EZB-Rats einiges Kopfzerbrechen bereiten und zweifelsohne für neue Ungewissheit in Bezug auf den Zinspfad der EZB sorgen. Ryan gehe zwar nach wie vor davon aus, dass die EZB auf ihrer Juni-Sitzung nächste Woche eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen werde, doch werde man nun wahrscheinlich eine relativ weniger dovishe Mitteilung sehen, die sowohl auf die Besorgnis über die Inflation hinweise als auch andeute, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik nicht unmittelbar bevorstehe. Die Swap-Märkte würden eine Zinssenkung im Juni weiterhin stark ein preisen, würden aber erst im Dezember mit einer zweiten Senkung des Einlagensatzes der EZB rechnen. (31.05.2024/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.de