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27.03.24 09:40
"Lieblingsländer" Brasilien und Mexiko bei Emerging Markets-Bonds

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Schwellenländer-Märkte zeigen derzeit eine stärkere wirtschaftliche Wachstumsdynamik im Vergleich zu den entwickelten Märkten, so Alessandro Ghidini, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible Emerging Markets Opportunities bei Swisscanto.

Zusätzlich würden die Experten einen großen Disinflations-Trend beobachten. Darüber hinaus hätten die Zentralbanken in den Schwellenländern ihren Zinserhöhungszyklus viel früher begonnen und würden sich nun dem Ende nähern. Diesmal habe sich die Inflation in den Schwellenländern besser entwickelt als jene in den USA oder der EU. Einer der Gründe dafür sei, dass die fiskalischen und geldpolitischen Anreize in den Schwellenländern viel geringer gewesen seien als in den USA und der EU.

Die Experten würden erwarten, dass lokale Anleihen in einigen ihrer bevorzugten Länder wie Brasilien und Mexiko weiterhin eine gute Performance erzielen würden. Außerdem seien die Bewertungen in verschiedenen Segmenten der Schwellenländer viel interessanter als in den entwickelten Volkswirtschaften. Beispielsweise seien die Spreads attraktiv und die Realzinsen in den Schwellenländern würden sich - sowohl absolut als auch relativ - auf einem so hohen Niveau wie seit Jahrzehnten nicht mehr befinden.

Nehmen wir unsere 'Lieblingsländer' Brasilien und Mexiko, die größten Volkswirtschaften Süd- und Mittelamerikas: Einer Verzinsung von 11,25 Prozent steht die Inflation von 4,5 Prozent gegenüber, so die Experten von Swisscanto. Daraus resultiere ein realer Ertrag von über sechs Prozent. Schließlich seien auch die Währungen der Schwellenländer relativ günstig bewertet.

Die Experten würden bei ihrem Fonds flexibel investieren und eine aktive Auswahl aus dem gesamten Universum der Schwellenländeranleihen treffen - also in Hartwährungs- oder Lokalwährungsanleihen, abhängig von der Attraktivität der Renditechancen. Die Entscheidung zwischen Hart- und Lokalwährungsanleihen werde auf Länderebene getroffen und steigere aus Sicht der Experten das Renditepotenzial erheblich. Bei USD-Anleihen würden die Experten Länder bevorzugen, die begrenzte Liquiditätsprobleme, eine unterstützende Handelsbilanz, robuste Fundamentaldaten und attraktive Bewertungen aufweisen würden.

Lokalwährungsanleihen würden die Experten in Ländern favorisieren, die über attraktive Bewertungen und solide oder verbesserte Zahlen in Bezug auf die Außenhandelsbilanz verfügen würden, wie zum Beispiel Indonesien sowie die bereits erwähnten Staaten Brasilien und Mexiko. Aber auch in Südafrika würden sie momentan Positionen halten. Die Experten würden weiterhin vollständig lokale Anlagen in Ländern mit keiner überzeugenden realen Zinsbewertung meiden, da diese ein asymmetrisches Total-Return-Profil bieten würden. Das Durchschnittsrating im Fonds, dessen Volumen sich auf 480 Millionen USD belaufe, liege bei Triple-B und der durchschnittliche Kupon bei knapp über fünf Prozent.

Abschließend noch zum größten Schwellenland, namentlich China. Das Reich der Mitte bereite unverändert Kopfschmerzen. China müsse eine Anpassung der Vermögenspreise im Immobiliensektor vornehmen: Positiv sei zu konstatieren: Die Behörden würden über alle fiskal- und geldpolitischen Instrumente verfügen, um den Prozess zu steuern und einen Zusammenbruch des Finanzsektors zu vermeiden.

Schwieriger werde es jedoch sein, eine Konjunkturabschwächung im Inland zu verhindern, die durch einen Rückgang der Investitionen in den Immobiliensektor und vor allem durch einen Vertrauensverlust der Verbraucher, deren Häuser einen großen Teil ihres Vermögens ausmachen würden, verursacht werde. Bei den festverzinslichen Wertpapieren seien die Bewertungen im Vergleich zum Rest des Emerging Market-Universums nicht besonders überzeugend. Daher würden die Experten es vorziehen, konservativ zu bleiben, bis sie konkrete Verbesserungen in der Wirtschaft sehen würden. (27.03.2024/alc/a/a)


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