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29.01.24 09:45
Mit Unternehmensanleihen gegen Wachstumsrisiken wappnen

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Das Inflationsgespenst hat ausgespukt. Herauf ziehen Konjunktursorgen. Hinter der Fassade eines wirtschaftlichen Aufschwungs gibt es Anzeichen für eine Abschwächung des Wachstums. Bernard Lalière, Head of Credit bei DPAM, sieht in Unternehmensanleihen einen möglichen Ausweg für Anleger.

Die Märkte würden bis Juli 2024 drei Zinssenkungen sowohl in Europa als auch in den USA erwarten. Das klinge positiv: Die FED scheine den Gipfelpunkt ihrer Zinserhöhungen erreicht zu haben, die Inflation lasse nach und die Lage am US-Arbeitsmarkt entspanne sich. Aber bröckele hinter dieser glänzenden das Wachstum?

Die globalen Frühindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor würden sich auf negative Werte zubewegen. Auch die Umfragen unter Wirtschaftsführern würden sich eintrüben. Die Auswirkungen einer schwächeren Nachfrage und verschärfter finanzieller Bedingungen könnten das Marktgeschehen rasch verändern.

Im Euroraum würden sich zwar die Inflationszahlen verbessern, die Abschwächung der deutschen Wirtschaftsdaten könnte jedoch auf grundlegende strukturelle Probleme in Europas größter Volkswirtschaft hindeuten. Seien die Anleger angemessen auf einen möglichen Konjunkturrückgang vorbereitet?

Positiv beeindruckt mit guter Wertentwicklung hätten in den vergangenen Monaten die Anleihen. Der Markt für Unternehmensanleihen biete eine gute Gelegenheit, sich attraktive Renditen zu sichern und von potenziellen Kapitalgewinnen zu profitieren. Und im Falle einer Konjunkturdelle dürften die Schwankungen geringer ausfallen als am Aktienmarkt.

Die Unternehmen selbst seien bemerkenswert widerstandsfähig. Hohe Gewinnspannen, beträchtliche Barreserven und kaum Neuverschuldung während des jüngsten Zyklus würden die Robustheit erhöhen. Zwar würden sich die Unternehmen erheblich voneinander unterscheiden; Resilienz und finanziellen Gesundheit würden zwischen den Branchen variieren. Insgesamt aber scheinen die Firmen insgesamt weitaus besser vorbereitet zu sein als bei früheren Konjunkturabschwächungen, dank vorsichtiger Finanzstrategien in Reaktion auf globale Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine. Was bedeute das und was würden die Unterschiede zwischen den Unternehmen für die Anlagemöglichkeiten bedeuten?

Die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der Unternehmen habe zur Folge, dass es für die Performance im Jahr 2024 besonders auf die Auswahl der richtigen Anleihen ankommen werde. Investment-Grade-Anleihen seien besonders attraktiv, da die allgemeine Kreditwürdigkeit ihrer Emittenten aufwärts tendiere - die Zahl der Rating-Hochstufungen übersteige die der Herabstufungen. Hier könne man zu einem Renditeaufschlag, der über dem risikofreien Zinssatz liege, gesunde Bilanzen und ausgewogene Fälligkeitsprofile kombinieren.

Der Hochzinsbereich sei volatiler, biete aber eine angemessene Bonitätsprämie für ausgewählte Emittenten, die ihr Kreditwürdigkeit beibehalten oder verbessert hätten. Bei sorgfältiger Auswahl würden sich mit hochverzinslichen Anlagen die Kreditrisiken erheblich mindern lassen.

Da keine größeren Fusionen und Übernahmen oder LBOs stattfinden würden, könnte der Bedarf an Neuemissionen geringer ausfallen als in den Vorjahren. Die Unternehmen würden zunächst ihre Schulden verlängern, um von einem günstigeren Zinsumfeld als im letzten Jahr zu profitieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten dürften sie jedoch nicht damit beginnen, ihre Verschuldung zu erhöhen.

Der technische Hintergrund bleibe günstig. Die Renditen seien attraktiv, Anlagegelder würden in Investment-Grade- und High-Yield-Anlagen strömen. Die Aussichten für die Kreditmärkte seien vielversprechend. Der Schlüssel zum Anlageerfolg werde darin liegen, die richtigen Anleihen auszuwählen und die wirtschaftliche Landschaft genau im Auge zu behalten. (29.01.2024/alc/a/a)


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