München (www.anleihencheck.de) - Die Rentenmärkte haben mit einem deutlichen Zinsanstieg für eine Überraschung gesorgt, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Beispiel sei auf über 4% gestiegen, bei den 20-jährigen Staatsanleihen sogar auf 4,5%. Damit sei das alte Zinshoch aus dem Herbst 2022 erreicht worden, obwohl die Inflation in den USA deutlich auf rund 3% gesunken sei - eine eher ungewöhnliche Kombination. Die St.Galler Kantonalbank Deutschland AG erwarte, dass die FED - aber auch die EZB in Europa - am Ende der Zinserhöhungen angekommen sei. Ab Frühjahr 2024 könnten Zinssenkungen wieder ein Thema sein.
An den Aktienmärkten habe sich die Erwartung der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG bestätigt, dass die übertrieben optimistische Anlegerstimmung für volatile Kurse sorge. Das zeige sich besonders deutlich in Europa, wo der EURO STOXX 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) wieder deutlich unter die Marke von 4.400 Punkten gefallen sei. Dieser wichtige Kurswiderstand sei erst kurz davor durchbrochen worden - eine typische Bullenfalle. In den USA sehe dagegen das Chartbild deutlich besser aus. Sowohl beim NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) als auch beim S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) sei der Aufwärtstrend noch intakt, trotz der jüngsten Kursrückgänge.
Fazit:
- Zinsanstieg sei überraschend gekommen, fundamental spreche vieles für sinkende Renditen ab 2024. Aktuell bestehe noch einmal die Chance auf hohe Kupons.
- Aktienmärkte würden anfällig für Gewinnmitnahmen bleiben, aber US-Aktienmärkte stünden technisch besser da als Europa. Eine Konsolidierung oder Korrektur wären gesund.
- Vorausschauend würden eine ungünstige Saisonalität und schwächere Unternehmensgewinne die Aktienmärkte belasten. (08.08.2023/alc/a/a)
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