Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Unternehmens-Barometer zu der PCC SE kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, das Unternehmen weiterhin als "attraktiv (positiver Ausblick" (4,5 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen, so die KFM Deutsche Mittelstand AG.
Darstellung des Unternehmens anhand veröffentlichter, kostenlos und frei zugänglicher Informationen (1) (https://www.kfmag.de/kfm-barometer/details/kfm-unternehmens-barometer-update-die-pcc-se-wird-weiterhin-als-attraktiv-positiver-ausblick-45-von-5-moeglichen-sternen-eingeschaetzt/# _ftn1)
Branche: Basischemie, Spezialchemie, Silizium, Logistik und Energie
Kerngeschäft: Basischemie (i.W. Polyole, Tenside und Chlor) und Silizium, würden regelmäßig ca. 83% des Umsatzes entsprechen)
Marktgebiet: Weltweit an 39 Standorten in 17 Ländern vertreten / im Wesentlichen in Europa (Produktion in Osteuropa) /zudem in Nordamerika, Asien und Afrika
Die wesentlichen Tochter-Gesellschaften und deren Geschäftsmodelle:
(Stand 2021 / Änderungen inklusive in der Segmentstruktur siehe unter "Entwicklung erstes Quartal 2022"):
Sparte Chemie
Segment Polyole:
9 Unternehmen aus Polen (4), Deutschland (3), Bulgarien und Thailand
Anteil am Konzernumsatz: 24,5% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 2,9% / Anteil an den Konzensachanlagen: 5,4%
Polyole seien Grundstoffe für die Produktion von Polyurethan (PU)-Schaumstoffen und PU-Systemen. Diese würden Anwendung in einer Vielzahl an Branchen wie zum Beispiel in der Möbel- und Matratzenindustrie, in der Kälteindustrie zur Isolierung, in der Bauindustrie als Dichtschaum und in der Automobilbranche für Polierscheiben u.w. finden
Segment Tenside:
3 Unternehmen aus Polen, USA und Türkei
Anteil am Konzernumsatz: 15,8% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 8,3% / Anteil an den Konzensachanlagen: 6,2%
Tenside hätten als oberflächenaktive Substanzen ein breites Anwendungsspektrum. Ihre Wirkungsvielfalt umfasse Schäumen, Benetzen, Emulgieren und Reinigen. Tenside seien Grundkomponenten von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Körperpflegeprodukten. Zudem würden sie Anwendung in der Textilindustrie, Agrochemie sowie bei der Herstellung von Schmierstoffen, Farben, Lacken und Kunststoffen finden.
Segment Chlor:
3 Unternehmen aus Polen
Anteil am Konzernumsatz: 17,4% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 11,6% / Anteil an den Konzensachanlagen: 19,9%
Chlor zähle zu den wichtigsten und meistproduzierten Grundstoffen in der chemischen Industrie. Innerhalb des PCC-Konzerns selbst diene Chlor beispielsweise zur Herstellung von Propylenoxid für die Polyole-Produktion. Außerdem finde Chlor als Desinfektionsmittel sowie diverse Chlor-Folgeprodukte in der Wasserwirtschaft und der Petrochemie Anwendung.
Segment Spezialchemie:
4 Unternehmen aus Polen (3) und Deutschland
3 Unternehmen im Geschäftsfeld Rohstoffhandel aus Deutschland, Tschechien und Russland
Anteil am Konzernumsatz: 22,5% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 7,8% / Anteil an den Konzensachanlagen: 5,1%
Das Portfolio der Spezialchemie sei breit gefächert. Produkte seien unter anderem phosphorbasierte Flammhemmer sowie Weichmacher und Stabilisatoren für Hydrauliköle. Bis Ende 2021 hätten zu dem Segment noch das Rohstoffhandelsgeschäft und der Quarzit-Steinbruch in Polen gezählt. Seit dem 01.01.2022 würden diese Bereiche den neuen Segmenten Handel & Services sowie Silizium & Derivate zugeordnet.
Segment Konsumgüter:
4 Unternehmen aus Polen (2), Belarus und Russland
Anteil am Konzernumsatz: 2,4% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 0,9% / Anteil an den Konzensachanlagen: 0,7%
Bei Konsumgütern liege der Schwerpunkt auf der Produktion von Haushaltsreinigern und Desinfektionsmitteln sowie Waschmitteln und Körperpflegeprodukten. Die Beteiligungen dieses Segments würden sowohl Private-Label-Produkte für Discounter und Handelsketten als auch PCC-Eigenmarken herstellen. Außerdem produziere die PCC-Gruppe Wasch- und Reinigungsmittel für industrielle Anwendungen wie Reinigungsfirmen, Hotels, die Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft.
Sparte Energie:
7 Unternehmen aus Polen (2), Deutschland, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien (2), Bulgarien
Anteil am Konzernumsatz: 1,2% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 5,4% / Anteil an den Konzensachanlagen: 7,1%
Die Sparte Energie habe bis Ende 2021 zwei Geschäftsfelder umfasst. Zum einen habe es den Bereich "Konventionelle Energien" gegeben, der insbesondere den großen Chemiestandort Polen mit Strom und Prozessdampf versorge. Zum anderen habe es den Bereich "Erneuerbare Energien" gegeben, in dem die PCC Kleinwasserkraftwerke in Südosteuropa projektiere und betreibe. Seit dem 01.01.2022 würden diese Bereiche dem Segment Holding & Projekte zugeordnet.
Sparte Logistik:
4 Unternehmen aus Polen (2), Deutschland und Russland
Anteil am Konzernumsatz: 12,0% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 29,5% / Anteil an den Konzensachanlagen: 9,3%
Die Sparte Logistik (seit 01.01.2022 Segment Logistik) sei in drei Geschäftsfelder unterteilt: Das dominierende Geschäftsfeld Intermodaler Transport, sowie Straßen- und Eisenbahntransport. Beispielsweise betreibe die PCC Intermodal fünf eigene Containerterminals und sei ein führender Anbieter von Containertransporten in Polen. Die Tankwagenflotte der PCC sei auf den europaweiten Straßentransport flüssiger Chemikalien spezialisiert. Zudem bestehe ein Fuhrpark von Eisenbahnwaggons in Russland.
Sparte Holding / Projekte:
9 Unternehmen im Geschäftsfeld Holding aus Deutschland und Polen (8)
8 Unternehmen im Geschäftsfeld Projekte aus Deutschland (2), Island (2), Russland, Polen (2) und Malaysia
Anteil am Konzernumsatz: 4,2% / Anteil an den Konzerninvestitionen: 33,4% / Anteil an den Konzensachanlagen: 46,4%
Die Sparte Holding / Projekte (seit 01.01.2022 Segment Holding / Projekte) erbringe zentrale und segmentübergreifende Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften. Dies gelte unter anderem für die Bereiche Finanzen, Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit, Rechtsberatung, Forschung und Entwicklung. Zudem würden in dieser Sparte Projekte des PCC-Konzerns in ihrer Entwicklungsphase gesteuert.
Im Konzernabschluss zum 31.12.2021 seien 49 Unternehmen vollkonsolidiert und drei Joint Ventures nach der Equtiy-Methode einbezogen worden.
Mitarbeiter: Weltweit 3.334 (Stand 31.03.2022)
Unternehmenssitz: Duisburg (PCC SE (Holding))
Seit der Gründung der PCC-Gruppe im Jahr 1993 habe sich das Unternehmen vom Rohstoffhändler mit der heutigen PCC Trade & Services GmbH zu einem der führenden Chemieproduzenten in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Im Jahr 2007 sei die PCC AG in die Rechtsform der SE umgewandelt worden und firmiere seitdem als PCC SE, die die Beteiligungsholding der PCC-Gruppe bilde. Die Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) solle Ausdruck der europäischen Identität sein.
Geschäftsmodell/Produkte/Dienstleistungen:
Produktion von chemischen Basisstoffen durch intelligente und gezielte Vor- und Rückwärtsintegration in der Wertschöpfungskette zur weiteren effizienten Ausrichtung in artverwandte, mit ähnlichem Know-how hergestellte Produkte zur Schaffung von Synergien auf allen Ebenen. Eigene Dienstleistungen wie Transportkapazitäten auf Straße und Schiene würden das Geschäftsmodell abrunden.
Mitbewerber/Alleinstellungsmerkmal/Besonderheit:
Aufgrund der Konzentration auf Marktnischen sehe sich die PCC weniger Wettbewerb ausgesetzt. Der Fokus auf Spezialprodukte helfe dabei. Die Logistikaktivitäten mit eigener Terminalinfrastruktur würden diesen Vorteil zusätzlich absichern, wie Transport mit eigenen Eisenbahnzügen und Tanklastzügen auch auf der Straße.
Strategie:
Die Konzernstrategie der PCC bleibe als langfristig orientierter Investor auch 2022 auf das nachhaltige Wachstum der Beteiligungen verbunden mit der kontinuierlichen Wertsteigerung der jeweiligen Unternehmenseinheiten ausgerichtet. Aktuell fokussiere sich die PCC zusätzlich auf die geografische Entwicklung des Kerngeschäftes in anderen Regionen. Zur Strategie gehöre auch die permanente Prüfung von Akquisitionen, um den Ausbau und die Stärken der jeweiligen Tochtergesellschaften zu stärken. Unterstützung würden diese auch in den Funktionen wie Finanzierung, IT, Controlling und Forschung & Entwicklung erhalten.
Kunden:
Die Polyole würden Verwendung in Schaumstoffen für die Möbel- und Matratzenindustrie sowie in der Automobilindustrie (u.a. Polierscheiben) finden. Zudem würden Wärmedämmplatten- bzw. andere Baustoffhersteller und Klebstoffhersteller zu den Kunden dieses Segments zählen. Im Segment Tenside würden Unternehmen aus der Kosmetik- und Personal-Care-Industrie zu den Kunden zählen.
Im insgesamt größten Konzernbereich der chemischen Basisprodukte würden die Kunden im Wesentlichen aus der verarbeitenden Chemie stammen, für die diese Grundstoffe Vorprodukte darstellen würden.
Die Kunden im Bereich der Konsumgüterprodukte seien Reinigungsfirmen, Hotels, Restaurants, die Lebensmittelindustrie, internationale Discounter und landwirtschaftliche Unternehmen.
Die Kunden im Bereich Energie seien sowohl Gemeinden (i.W. Südosteuropa), Industrieunternehmen mit langfristigen Abnahmeverträgen als auch eigene Tochtergesellschaften, die mit einem eigenen Kraftwerk wie am Hauptproduktionsstandort in Polen versorgt würden.
Kunden des Quarzits würden u.a. aus der Ferroliegierungsindustrie, aber auch Straßenbauunternehmen stammen, die das Quarzgestein als Schottermaterial nutzen würden. Weitere Abnehmer seien nun die eigenen isländischen Siliziumöfen zur Produktion von reinem Silizium(metall), welches u.a. von Photovoltaikmodul-Herstellern nachgefragt werde und auch für Aluminiumlegierungen benötigt werde.
Die Logistikgesellschaften würden vor allem intermodalen Containertransport an über eigene Umschlagterminals an größeren Umschlagsplätzen wie Häfen und Terminals (so auch die Strecke von Polen nach Antwerpen bzw. Rotterdam) bieten.
Lieferanten: Rohstofflieferanten und -händler, Unternehmen der chemischen Basisindustrie, wie auch Raffinerien und sonstige Dienstleistungsunternehmen
Markt / Branche (2)
Die weltweite Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen wachse laut des Verbandes der Chemischen Industrie mit einer jährlichen Rate von 3,4 Prozent. Das Nachfrage-Wachstum nach Chemikalien werde von zwei grundlegenden Trends getrieben. Zum einen steige die Nachfrage aus den Schwellenländern, insbesondere aus Asien, immer noch an. Hierbei würden die wachsende Bevölkerung und der zunehmende Wohlstand der Mittelschicht eine treibende Rolle spielen. Zum anderen bleibe auch in den Industrieländern die Nachfrage nach Chemieprodukten für moderne, neue Anwendungen auf hohem Niveau, allerdings sei der Anstieg deutlich geringer als in den Schwellenländern. Dort finde eher eine Nachfrage-Verschiebung in Richtung hochwertiger, hochpreisiger und innovativer Chemikalien statt.
Zudem steige in einigen Branchen die Chemieintensität, da für innovative Produkte mehr Spezialchemikalien benötigt würden. Die Basischemie sei strategisch sehr bedeutsam, denn 95% aller Industrieerzeugnisse würden auf Basischemikalien basieren. Aufgrund der niedrigeren Kosten würden der Großteil der Investition der deutschen chemischen Industrie im Ausland getätigt. Für die Chemieindustrie im europäischen Markt stelle das europäische Klimaziel, das bis 2055 erreicht werden solle (European Green Deal), eine zusätzliche Herausforderung dar. Daraus ergebe sich eine notwendige Transformation der Produktionsprozesse, die erhebliche, derzeit aber noch nicht konkret abschätzbare Mehrkosten mit sich bringen werde.
(1) (https://www.kfmag.de/kfm-barometer/details/kfm-unternehmens-barometer-update-die-pcc-se-wird-weiterhin-als-attraktiv-positiver-ausblick-45-von-5-moeglichen-sternen-eingeschaetzt/# _ftnref1) Quellen: veröffentlichte Geschäftsberichte 2019 bis 2021, Konzern-Quartalsbericht zum 31.03.2022, Website des Emittenten, Pressemitteilungen
(2) (https://www.kfmag.de/kfm-barometer/details/kfm-unternehmens-barometer-update-die-pcc-se-wird-weiterhin-als-attraktiv-positiver-ausblick-45-von-5-moeglichen-sternen-eingeschaetzt/# _ftnref2) Analyse zur Basischemie 2030, Verband der chemischen Industrie e.V. (VCI)
Das vollständige KFM-Unternehmens-Barometer zu der PCC SE sei unter dem folgenden Link zu finden. (13.07.2022/alc/n/a)
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