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11.02.21 09:30
UBS Asset Management
UBS Asset Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Das Niedrigzinsumfeld stellt Anleiheinvestoren weiterhin vor große Herausforderungen, so die Experten von UBS Asset Management.

Ein Blick nach China könnte ihre Sorgen jedoch etwas mildern. "Die Renditen von chinesischen Staatsanleihen - sowohl nominale als auch reale Renditen - stechen in einer Welt mit sehr geringen oder gar negativen Anleiherenditen positiv hervor", sage Hayden Briscoe, Head of Fixed Income Asia-Pacific bei UBS Asset Management. Im Portfolio könnten diese Papiere als sicherer Hafen dienen. Trotz der starken Erholung der Wirtschaft sehe Briscoe keine drohende Gefahr von der Inflationsseite. Die Teuerung sei gering und scheine unter Kontrolle. Zinserhöhungen durch die Notenbank seien ebenfalls nicht zu erwarten.

Auch chinesische und asiatische Unternehmensanleihen allgemein seien aktuell attraktiv. Sie würden mit einem deutlichen Risikoaufschlag gegenüber Bonds aus den USA und Europa gehandelt. "Vieles spricht dafür, dass sich dieser Bewertungsabstand bald reduzieren wird, sodass Anleger von einer Spread-Verengung profitieren können", so Briscoe. Im High-Yield-Bereich scheine vor allem der wichtige Immobiliensektor vielversprechend - auch dank neuer staatlicher Vorgaben.

"Der chinesische Onshore-Anleihemarkt hat sich in fünf Jahren verdoppelt. Und wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt", sage Briscoe. Parallel zum starken Wachstum habe die Regierung begonnen, den Markt für ausländische Investoren immer weiter zu öffnen. Eine erste Einbindung chinesischer Anleihen in wichtige globale Anleiheindizes sei bereits erfolgt.

Als Konsequenz ströme ausländisches Kapital in den Markt. "Dennoch ist der Anteil ausländischer Investoren am Gesamtmarkt immer noch sehr gering und liegt bei unter drei Prozent", sage Briscoe. Auch wenn wachsendes Interesse zu beobachten sei, so würden chinesische Anleihen in vielen globalen Portfolios bislang nicht die Rolle spielen, die der wirtschaftlichen Stellung und Perspektive des Landes entspreche.

Über die nächsten zehn Jahre dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft rund 30 Prozent zum globalen Wirtschaftswachstum beitragen. Die Verschiebung der wirtschaftlichen Schwerkraft gen Asien sei vorprogrammiert. Investoren sollten sich rechtzeitig positionieren. (11.02.2021/alc/a/a)



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