Brechen (www.anleihencheck.de) - In zwei aktuellen Anleihen-Barometern stufen die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die beiden vierjährigen 5,50%-Ferratum-Anleihen 2018/22 (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) und 2019/23 (ISIN SE0012453835 / WKN A2TSDS) trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin als "attraktiv" mit 4 von 5 möglichen Sternen ein, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.
Aufgrund der bisherigen unverändert hohen Ertragskraft der letzten Jahre und der ungeminderten Attraktivität des Geschäftsmodells der Ferratum-Gruppe sowie der zusätzlichen Zins- und Rückzahlungsgarantie der Muttergesellschaft in Verbindung mit der Rendite der beiden Anleihen seien diese weiterhin "attraktiv", so die KFM-Analysten in ihrer Auswertung. Dabei werde der Effekt der Covid-19-Pandemie als "Ereignis vorübergehender Natur", mit einem vermuteten Rückgang der Umsätze und des Ergebnisses für das Jahr 2020 eingeordnet.
Die Ferratum Group sei 2005 als Pionier für mobile, kurzlaufende Mikrokredite an Privatpersonen in Europa gestartet und biete seit 2016 auch Produkte mit längerer Laufzeit für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen an. Das Geschäft sei in drei Segmente eingeteilt: Konsumentenkredite, Geschäftskredite und Mobiles Banking (Mobil App Wallet).
Hinweis: Emittentin der beiden Anleihen sei die deutsche Tochtergesellschaft des Ferratum-Konzerns, die Ferratum Capital Germany GmbH. Als 100%ige Tochter der finnischen Ferratum Oyj übernehme sie Finanzierungs- und interne Dienstleistungs-Funktionen für die Gruppen-Gesellschaften.
Ferratum-Anleihe 2018/22
ANLEIHE CHECK: Die im Mai 2018 emittierte Mittelstandsanleihe der Ferratum Capital Germany GmbH sei variabel mit dem 3-Monats-Euribor plus 5,50% p.a. verzinst. Notiert der 3-Monats-Euribor wie aktuell negativ, so werde dieser mit 0,00% angesetzt. Das bedeute auf aktueller Basis einen Zinskupon von 5,50% p.a. Die Zinszahlungs- und Zinsanpassungstermine seien vierteljährlich am 25.02., 25.05., 25.08. und 25.11. Die Anleihe sei endfällig am 25.05.2022. Im Rahmen der Emission seien 100 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro platziert worden.
Anleihebedingungen: Eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit der Anleihe nach Wahl der Emittentin sei in den Anleihebedingungen ab dem 25.11.2021 zu 101% des Nennwerts vorgesehen. Die Anleihegläubiger seien durch eine unwiderrufliche Garantie der Muttergesellschaft Ferratum Oyj abgesichert. Darüber hinaus sei die Anleihe unter anderem mit einer Verschuldungsbeschränkung und einer Transparenzverpflichtung ausgestattet.
Ferratum-Anleihe 2019/23
ANLEIHE CHECK: Die im April 2019 emittierte Mittelstandsanleihe der Ferratum Capital Germany GmbH sei ebenfalls variabel mit dem 3-Monats-Euribor plus 5,50% p.a. verzinst. Die Zinszahlungs- und Zinsanpassungstermine seien vierteljährlich am 24.01., 24.04., 24.07. und 24.10. Die Anleihe sei endfällig am 24.04.2023. Im Rahmen der Emission seien 80 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro zu einem Emissionspreis von 97% des Nennwerts platziert worden. Die Emittentin habe die Möglichkeit, die Anleihe bis auf 150 Mio. Euro aufzustocken.
Finanzkennzahlen
Der Gesamtumsatz der Gesellschaft habe sich für das Jahr 2019 auf 293,1 Mio. Euro belaufen (Vj: 262,1 Mio. Euro) und somit nach einem Plus von 18,3% im Vorjahr mit 11,8% erneut zweistellig gesteigert werden können. Das Wachstum resultiere im Wesentlichen aus den Produkten "Credit Limit" (+20%) und "SME Business" (+32%). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe um 21% auf 45,5 Mio. Euro (Vj: 37,8 Mio. Euro) gesteigert werden können. Die EBIT-Marge habe damit bei 15,5% nach 14,4% im Vorjahr gelegen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sei folglich ebenfalls an und lag mit 27,5 Mio. Euro ca. 23% über dem Vorjahreswert von 22,3 Mio. Euro gestiegen.
Nachdem die Ferratum Group bei ihrem Börsengang 2015 ihr Eigenkapital um nahezu 50 Mio. Euro habe erhöhen können, sei das Eigenkapital durch die erfolgreichen vergangenen Geschäftsjahre auf nun 129,1 Mio. Euro zum 31.12.2019 gesteigert worden (Vj: 107,4 Mio. Euro). Die Ferratum Group weise damit Ende 2019 eine Eigenkapitalquote von 20,9% (Vj: 21,4%) aus. Die Eigenkapitalquote liege nach Meinung der KFM-Experten - trotz der wachstumsbedingt erhöhten Kapitalbindung und des Anstiegs der Bilanzsumme - weiterhin auf einem "sehr soliden Niveau". Die liquiden Mittel würden sich Ende 2019 auf 155,5 Mio. Euro nach 115,6 Mio. zum 01.01.2019 belaufen.
Prognose 2020 und Covid-19-Pandemie
Im Zuge der Covid-19-Pandemie würden die computergesteuerten Kreditvergaben derzeit nach noch strengeren Vorgaben geführt. Umgekehrt möchte Ferratum auch Kunden davor bewahren, unverschuldet in eine Vorfälligkeits- oder Ausfallsituation zu geraten. Dies werde nach Einschätzung der KFM-Experten unweigerlich die Umsatz- und Ergebniserwartung für 2020 dämpfen.
Im ersten Quartal war bereits ein Umsatzrückgang zu erkennen, welcher sich unserer Einschätzung nach noch einige Monate hinziehen könnte, so die Anleihen Finder Redaktion. Zudem sei im ersten Quartal als Risikovorsorge eine ergebniswirksame Rückstellung in Höhe von 7,8 Mio. Euro gebildet worden, die die erwartete Verschlechterung des Zahlungsverhaltens widerspiegele. Dennoch sähen die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die Ferratum Group für die Zukunft "gut aufgestellt". Finanziell sei die Gruppe mit hohen Cashreserven (213 Mio. Euro zum 31.03.2020), dank weiterer Einlagensteigerung (318 Mio. Euro zum 31.03.2020) und nach Analysten-Einschätzung sehr solidem Eigenkapital ausgestattet. Bis Mai 2022 stünden zudem keine hohen Fälligkeiten an, eine 2020 fällige Anleihe mit einem Volumen in Höhe von 40 Mio. Euro sei im 1. Quartal fristgerecht zurückgezahlt worden.
"Ferratum trifft Zahn der Zeit"
Strategisch treffe Ferratum den "Zahn der Zeit", so die KFM-Analysten, da sich durch die Pandemie die Finanzdienstleistung schneller in das digitale Zeitalter bewege. Im Zentrum dieser Unternehmensstrategie stehe die Erweiterung der "mobile Wallet" App, die nach der Testphase in Finnland und Lettland in diesem Jahr europaweit ausgerollt werden solle. Sie solle durch die Zusammenführung mit dem Kreditgeschäft allen Kunden die Möglichkeit bieten ganzheitlich Bankgeschäfte digital zu tätigen.
Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 12.08.2020) (13.08.2020/alc/n/a)
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