Rotterdam (www.anleihencheck.de) - Der Asset Manager ROBECO hat heute seine jährlich erscheinende Publikation "Expected Returns" für 2020 bis 2024 veröffentlicht, so die Experten von ROBECO.
Welche Renditen könnten Anleger in den nächsten fünf Jahren erwarten? Das Thema "Flucht aus dem Spiegelkabinett" nehme Bezug auf ein Szenario, das der ehemalige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, beschrieben habe. Darin habe er davor gewarnt, dass sich die Notenbanken zu stark auf die Erfüllung der Markterwartungen fokussieren würden.
Aus Sicht von ROBECO sei eine Rezession in den nächsten fünf Jahren unvermeidlich. Sie werde dazu führen, dass viele Anlagen Erträge unterhalb ihres historischen Durchschnitts abwerfen würden. Die nächste Rezession werde allerdings nicht die Tragweite der globalen Finanzkrise haben. Sie dürfte eher davon geprägt sein, dass es in Teilbereichen der Weltwirtschaft zu Übertreibungen komme, die zusammengenommen stark genug seien, um das globale Wachstum abzuwürgen.
Die Bewertungen würden auch bei Aktien aus entwickelten Ländern einen Belastungsfaktor darstellen. Dennoch könnten ihre Erträge in der ersten Hälfte des Prognosezeitraums noch relativ solide ausfallen. Da ROBECO aber für die zweite Hälfte eine Rezession erwarte, dürften die Erträge zum Ende des Prognosezeitraums hin nachlassen. Aktien aus Schwellenländern seien allgemein recht günstig. Dennoch habe ROBECO die Ertragsprognose gegenüber den entwickelten Märkten beibehalten. Angesichts fortbestehenden Protektionismus sei lediglich mit einem Renditeaufschlag von 50 Basispunkten gegenüber Aktien aus entwickelten Ländern zu rechnen.
Für Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Qualität sowie Hochzinspapiere werde das Makroumfeld zunehmend ungünstiger. Von daher erwarte ROBECO, dass sich ihre Mehrerträge trotz neutraler Bewertungen unterhalb der historischen Durchschnitte bewegen würden. In Bezug auf den relativen Ertrag würden Rohstoffe positiv hervorstechen - hier würden sich die Erwartungen auf demselben Niveau wie im Vorjahr bewegen.
Jaap Hoek, Portfoliostratege bei ROBECO, erkläre: "Die Einschätzungen, die wir in dieser Publikation wiedergeben, basieren auf einer Fünf-Jahres-Prognose, die bis 2024 reicht. Damit geben wir einen Ausblick über kurz- und mittelfristige Entwicklungen hinaus, den unsere institutionellen und professionellen Kunden in ihre Portfoliokonstruktion einfließen lassen können und der ihnen ein tieferes Verständnis der Märkte vermittelt, in denen sie anlegen. Zwar haben wir unsere Erwartungen gesenkt. Allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass das größere Risiko darin besteht, sich zu früh aus riskanten Anlagen zurückzuziehen. Wir erwarten, dass es in den wichtigsten Anlageklassen nach wie vor Chancen zur Erzielung von Risikoprämien gibt."
Peter van der Welle, Strategieexperte bei ROBECO, ergänze mit Blick auf die Kapitalmärkte: "Den Sommer über war das Geschehen an den Finanzmärkten wechselhaft. Darin spiegelten sich Sorgen der Anleger in Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das nachlassende Wachstum der Weltwirtschaft wider. Eine wichtige Änderung in unserem aktuellen Ausblick ist die Abwärtskorrektur unserer Ertragserwartungen. Sie resultiert aus der Einschätzung, dass bis 2024 eine Rezession unvermeidbar ist. Für die Notenbanken ist es von essentieller Bedeutung, dem Spiegelkabinett' zu entrinnen. Dies besteht darin, dass ihre geldpolitische Strategie in den Diskussionen der Marktteilnehmer eine zu zentrale Bedeutung einnimmt und sie versuchen, die Erwartungen des Markts in Form immer niedrigerer Zinsen zu erfüllen." (01.10.2019/alc/a/a)
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