Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die erneute Stimmungsverschlechterung in Deutschlands Verarbeitendem Gewerbe trieb den Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex auf 97,4 Zähler - den tiefsten Stand seit 2014, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Die Nachricht habe den Renditerückgang bei Bundesanleihen aller Laufzeiten verstärkt. Dadurch steige die Gefahr einer Japanisierung Deutschlands, ein Szenario mit dauerhaft niedrigen Renditen, niedrigem Wachstum und niedriger Inflation. Inzwischen würden nur noch Bundesanleihen mit einer Laufzeit von über 20 Jahren eine positive Rendite bieten. Durch die Nachfrage von Investoren nach sicheren Anleihen mit positiver Rendite könnten allerdings auch diese Laufzeiten bald eine negative Rendite liefern. Der Markt preise die Möglichkeit, dass Deutschlands gesamte Zinsstrukturkurve 2019 in den negativen Bereich drehe, bereits mit rund 30 Prozent ein.
Die schlechte Stimmung in Deutschlands Industrie schien die Anleger jedoch nicht zu überraschen, der Euro notierte fast unverändert gegenüber dem US-Dollar, so die Deutsche Bank AG. Auch die Nachricht, dass die EU-Kommission heute von der Empfehlung eines Budgetdefizitverfahrens gegen Italien absehen wolle, habe keine starke Reaktion des Wechselkurses ausgelöst. Doch Italiens Schonfrist reiche nur bis nächsten Dienstag. Brüssel habe bereits angedeutet, dass ein Defizitverfahren ohne weitere Zugeständnisse unvermeidbar wäre. (25.06.2019/alc/a/a)
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