Erweiterte Funktionen

Was ist von der FED zu erwarten?


16.06.21 13:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat die Märkte zu Rekorden getrieben, aber sie wird sich einigen herausfordernden Fragen zu Inflation und Vermögensblasen stellen müssen, so die Experten von XTB.

Die FOMC-Sitzung ende mit der Veröffentlichung der Entscheidung heute Abend um 20:00 Uhr und die Pressekonferenz beginne 30 Minuten später. Das Statement werde zusammen mit neuen makroökonomischen Prognosen und dem Dot-Plot veröffentlicht, es werde also eine Menge Material geben, auf das man sich konzentrieren könne.

Die US-Wirtschaft boome dank massiver politischer Unterstützung und die Inflation erreichte im Mai 5%. Mehr noch, die Kerninflation (ohne Lebensmittel und Energie) liege bei 3,8% - der höchste Stand seit fast 30 Jahren. Während ein Teil davon vorübergehend sei (wie die FED gerne betone), könnten hohe Haushaltseinkommen über einen längeren Zeitraum einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, und Versorgungsschwierigkeiten könnten sich über Monate hinziehen. Darüber hinaus habe das Finanzministerium seine Bargeldposition reduziert, was die Märkte mit Liquidität überschwemmt habe und die FED gezwungen habe, Reverse-Repo-Geschäfte in Rekordhöhe durchzuführen, um zu verhindern, dass die Tagesgeldzinsen unter 0% sinken würden. All dies schaffe in der Theorie eine perfekte Grundlage für eine Straffung der Geldpolitik.

Die "alte" FED würde die Politik bereits straffen. Diese FED habe jedoch den Eindruck erweckt, sie wolle die Wirtschaft und die Märkte überhitzen und sehen, was passiere. Eine tatsächliche Straffung bei dieser Sitzung habe eine Wahrscheinlichkeit von ziemlich genau 0%. Daher sollten sich Investoren auf zwei Dinge konzentrieren:

1. QE-Diskussion - Chairman Powell habe gesagt, sie würden jede Diskussion über eine Reduzierung von QE kommunizieren, also sei der kleinste Schwenk, den die FED machen könne, die Ankündigung einer solchen Diskussion. Das Fehlen einer solchen Diskussion würde als sehr dovisch angesehen werden.

2. IOER-Satz - die rekordhohen Reverse-Repo-Geschäfte würden die massive USD-Überliquidität widerspiegeln, die durch eine Erhöhung des Satzes auf die Reserven der Banken (jetzt 0,1%) reduziert werden könnte. Das wäre ein technischer Schritt, aber er würde den Anleihen- und Aktienkursen etwas Treibstoff entziehen - und das mache einen solchen Schritt unwahrscheinlich.

Wenn es einen Markt gebe, der ideal widerspiegele, wie die Märkte über die FOMC-Entscheidung denken würden, dann sei es der US100. US-Hightech-Aktien würden zu Rekordbewertungen gehandelt, zum einen, weil ihr Geschäft wachse, zum anderen aber auch aufgrund der extrem akkommodierenden Geldpolitik. Jede Änderung sei daher für diesen Markt unwillkommen. (16.06.2021/alc/a/a)