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USA: Inflationsrate im März bei 2,5% p.a. erwartet


09.04.21 14:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Steigende Preise ist das Stichwort für die wohl bedeutendste Daten-Veröffentlichung der nächsten Woche, jene der US-Verbraucherpreisinflation (VPI), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Inflationsrate werde 2021 deutlich über jener des Vorjahres liegen und insbesondere in den nächsten Monaten seien signifikante Inflationssprünge zu erwarten. So werde die Inflationsrate im März bei 2,5% p.a. erwartet (1,7% im Februar) und im April sollte diese auf über 3% klettern. Im März werde die Dynamik der Kerninflation noch eine untergeordnete Rolle spielen, aber im zweiten Quartal wohl auch über 2% p.a. steigen. Neben Basiseffekten (Wachstumsraten würden auf niedrigerem Preisniveau des Vorjahres basieren) würden auch steigende Input-Kosten und eine dynamischere Nachfrage zu steigenden Inflationsraten beitragen. Die entscheidende Frage für die Finanzmärkte werde sein, als wie nachhaltig sich diese Preisanstiege erweisen würden.

Die ersten Handelstage des zweiten Quartals seien durch Renditeabwärtsdruck innerhalb des seit etwa Mitte März herrschenden Seitwärtsmarkts charakterisiert gewesen. Der Transatlantik-Spread 10-jähriger Renditen habe sich bei nahe 200 Basispunkten stabilisiert und reflektiere nicht nur das niedrigere nominelle Zinsniveau in der Eurozone, sondern auch eine deutlich steilere Renditekurve in den USA (2J10J bei 150 BP in den USA vs. 40 BP in DE).

Während sich nominelle Renditen auf höherem Niveau stabilisiert hätten, seien reale Renditen in der Eurozone im März deutlich gefallen (nicht so in den USA) und befänden sich nahe den Tiefständen von Anfang Februar. Dies reflektiere einen Anstieg mittelfristiger Inflationserwartungen in der Eurozone (5JF5J Inflationsswap bei etwa 1,55%, +25 BP seit Mitte Februar), während Inflationserwartungen in den USA bereits im dritten Quartal kräftiger hätten zulegen können. Dies bestätige auch die Lesart der US-Notenbanker, welche im jüngst veröffentlichten Protokoll der März-Zinssitzung die steigenden Treasury-Renditen auf den verbesserten Wirtschaftsausblick und ein erhöhtes Emissionsaufkommen im Zuge der neuerlichen Fiskalpakete zurückgeführt hätten. Das Protokoll bestärke die abwartende Haltung der Federal Reserve und bekräftige, dass trotz höherem Konjunkturoptimismus es noch einige Zeit dauern werde, bis genügend Fortschritte zur Erfüllung der FED-Ziele erreicht worden seien, um ein beginnendes Tapering zu rechtfertigen.

Im Fokus stünden aktuell auch die Aufschlüsselungen der EZB-Anleihekäufe. Die EZB habe ihre PEPP-Nettokäufe in der letzten vorliegenden Woche mit EUR 10,6 Mrd. fast halbiert. Damit steige der Gesamtbestand des PEPP auf EUR 943,2 Mrd. an. Die jüngsten Daten zur Zusammensetzung des PEPP würden einen weiteren Anstieg der Wertpapierbestände des öffentlichen Sektors in den letzten zwei Monaten zeigen. Während sich die Länderverteilung insgesamt in den letzten beiden Monaten kaum verändert habe, sei eine Verlängerung der gewichteten durchschnittlichen Laufzeit von 7,1 (Januar) auf 7,3 Jahre (März) für die Wertpapierbestände des öffentlichen Sektors auffällig gewesen. (09.04.2021/alc/a/a)