Norwegen: Erneut deutlicher Anstieg der Inflation


30.11.22 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das Festland-BIP ist im September in Norwegen überraschend erneut um 0,4 Prozent gewachsen, was im Endeffekt auch einen Anstieg des Quartals-BIPs um 0,8 Prozent zur Folge hatte (erwartet wurden lediglich 0,4 Prozent), so die Analysten von Postbank Research.

Unterdessen sei der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober überraschend deutlich auf 53,1 Punkte angestiegen. Die Gesamtinflationsrate sei von 6,9 Prozent im Vormonat auf überraschend deutlich auf ein 34-Jahres-Hoch bei 7,5 Prozent im Oktober gesprungen. Die Norges Bank habe einen Rückgang um 0,1 Prozentpunkte prognostiziert. Die Kerninflationsrate (CPI-ATE, ohne Energiepreisveränderungen und Steuereffekte) sei um weitere 0,6 Prozent aufwärts geklettert und mit 5,9 Prozent erneut ein Allzeithoch markiert. Die Gesamtinflation läge ohne Rabatte der Regierung auf die Stromkosten noch deutlich höher.

Die Notenbank habe den Leitzins dennoch Anfang November nur noch um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben. Der Markt habe in der Konsensschätzung 50 Basispunkte erwartet. Die Norges Bank plane zwei weitere Zinsschritte um 25 Basispunkte im Dezember und März.

Die Norwegische Krone habe sich gegenüber dem Euro zuletzt auf niedrigem Niveau stabilisiert. Sie könnte von aktuell EUR/NOK 10,362 in den kommenden sechs Monaten leicht auf EUR/NOK 10,75 zurücksetzen, falls die Norges Bank nicht doch wieder dynamischer an der Zinsschraube drehe. (Ausgabe Dezember 2022) (30.11.2022/alc/a/a)