Erweiterte Funktionen

EZB: Pandemie-Notfallankaufprogramm wird 2021 nicht enden


16.06.21 12:46
Generali Investments Europe

Köln (www.anleihencheck.de) - Bei der Sitzung am 10. Juni entschied sich die EZB für eine "ruhige Hand", wie Präsidentin Lagarde es nannte, so die Experten von Generali Investments Europe.

Der EZB-Rat (GC) habe beschlossen, dass die Netto-PEPP-Käufe (PEPP: Pandemie Notfallankaufprogramm) im kommenden Quartal "weiterhin in einem deutlich höheren Tempo als in den ersten Monaten des Jahres durchgeführt werden". Ein Grund dafür seien die immer noch gedämpften Inflationsaussichten gewesen. Mit Blick auf das Jahr 2021 prognostiziere die EZB, dass der frühere Inflationspfad vor der Pandemie auch 2023 nicht erreicht werde. Die Kerninflation habe sich zwar verbessert, bleibe aber weit unter dem Zielwert. Der zweite Grund seien die Finanzierungsbedingungen. Während sie immer noch als "weitgehend stabil" eingeschätzt würden, habe der GC gewarnt, dass eine Straffung verfrüht wäre und ein Risiko für die Erholung - und die Inflation. "In der Tat sehen auch wir ein Risiko für einen von den USA ausgehenden Anstieg der internationalen Renditen", kommentiere Martin Wolburg, CIIA Senior Economist bei Generali Investments.

Im Laufe des zweiten Quartals habe die EZB ihre wöchentlichen PEPP-Käufe auf 18 Milliarden Euro erhöht. "Die EZB könnte es sich leisten, dieses Tempo der Käufe bis zum regulären Auslaufen des Programms im März 2022 beizubehalten. Der GC befand einstimmig, dass eine ruhige Hand das Beste sei. Wir bezweifeln, dass sich diese Einschätzung bei der Sitzung am 9. September ändern wird, wenn die PEPP-Käufe das nächste Mal angepasst werden. Daher halten wir es für immer wahrscheinlicher, dass sich das PEPP-Tapering als Fata Morgana erweisen wird", erkläre Martin Wolburg. (16.06.2021/alc/a/a)