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Covered Bonds: USD-Deal der Deutschen Pfandbriefbank im Fokus


06.12.23 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Eine weitere Woche vergeht, ohne dass sich Covered Bond-Emittenten im Segment für EUR-Benchmarks an den Primärmarkt begeben haben, so Dr. Frederik Kunze und Lukas Kühne von der NORD/LB.

Diese schwache Aktivität im von den Analysten der NORD/LB betrachteten Fokussegment sei sicherlich nicht der alleinige Grund dafür, dass der USD-Deal der Deutschen Pfandbriefbank (Ticker: PBBGR) aus der vergangenen Handelswoche eine nennenswerte Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe. Schließlich habe das Pfandbriefsegment zuletzt im Fokus gestanden in Bezug auf stärkere Spreadausweitungen - ausgehend von den relativ engen Niveaus - sowie im Hinblick auf das CRE-Exposure einiger Institute. Die Refinanzierung im USD-Segment rücke unter anderem für Pfandbriefemittenten immer dann ins Blickfeld, wenn der erwartete Emissionspreis so attraktiv sei, dass ein Swap von EUR in USD nicht attraktiver sei.

Dies gelte insbesondere auch für die PBBGR, die aufgrund der Cover Pool-Zusammensetzung einen originären Fundingbedarf in US-Dollar habe. Der Deal über USD 550 Mio. (3y; REGS S) sei bei SOFR +100 Bp (Emissionsrendite: 5,274%) platziert worden. Auf Basis des für den EUR-Markt anzunehmenden Fair Values zum Transaktionszeitpunkt (näherungsweise ms +45 Bp) und unter Berücksichtigung von den marktbasierten Umrechnungsfaktoren sowie der aktuellen Marktdynamik im EUR-Benchmarksegment (NIP-Forderungen der Investoren) ist die Transaktion nach unserem Dafürhalten als erfolgreiche Platzierung für die Emittenten zu werten, so die Analysten der NORD/LB. Die Issue Size mit USD 550 Mio. erfülle die in Euro umzurechnende Anforderungen an eine Level 1-Klassifizierugn im Kontext des LCR-Managements (Mindestgröße EUR 500 Mio.). Insofern ist die USD-Benchmark (Rating: Aa1) nach Erachten der Analysten der NORD/LB als Level 1-Asset anzusehen.

Am Sekundärmarkt für Covered Bonds im EUR-Benchmarkformat bleibe die Gemengelage nahezu unverändert. Die Umsätze würden sich weiterhin mehr als zurückhaltend präsentieren. Vor diesem Hintergrund beobachten wir außerdem, dass die frische Ware insgesamt performt, was auch als Indiz dafür anzusehen ist, dass die Emissionen von einer erhöhten NIP "profitieren" können im Sekundärmarkt, so die Analysten der NORD/LB. Die Kurven würden aufgrund dieser relativen Unterscheidung zwischen "alten" und "neuen" Bonds ausweiten, wobei erneut zu konstatieren sei, dass etwas mehr nach Duration gesucht sei. Dies sollte aber überbewertet werden, da Secondaries einen geringeren Turnover aufweisen würden. Die Analysten der NORD/LB würden damit rechnen, dass sich dieses gemächliche Bild bis zum Jahreswechsel fortsetzen werde. Mit den ersten Handelstagen in 2024 dürfte aber auch dem Sekundärmarkt neues Leben eingehaucht werden. (Ausgabe 36 vom 06.12.2023) (06.12.2023/alc/a/a)