Zinswende: Auch Dispo könnte durch EZB-Leitzins-Erhöhung teurer werden - 6 Mio. Deutsche betroffen


08.06.22 16:01
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Erhöht die EZB im Juli den Leitzins, könnten in der Folge die ohnehin schon teuren Dispokredite noch teurer werden, so die smava GmbH in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Davon wären im Schnitt 6 Millionen Deutsche (8,7%) betroffen. "Aktuell verlangen Banken im Schnitt 9,43 Prozent Dispozinsen. Würde der Leitzins auf 0,25 Prozent oder später sogar auf 0,5 Prozent erhöht, könnte der Dispozins auf im Schnitt rund 11 Prozent steigen. So viel kosteten Dispokredite, als der Leitzins das letzte Mal bei 0,25 bis 0,5 Prozent lag. Verbraucherschützer*innen prangern die hohen Dispozinsen seit Jahren an. Der Bundestag diskutierte 2014 über eine Deckelung der Dispozinsen. Passiert ist bis heute nichts. Wer sich vor hohen Dispozinsen schützen will, muss selbst aktiv werden und sich eine günstigere Alternative wie einen Ratenkredit suchen", sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditportals smava.

Dispozinsen üblicherweise abhängig vom EZB-Leitzins oder 3-Monats-Euribor

Die Höhe der Dispozinsen orientiert sich, je nach Bank, üblicherweise am EZB-Leitzins oder am sogenannten 3-Monats-Euribor. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Dieser entwickelte sich in der Vergangenheit ähnlich wie der EZB-Leitzins. Für Juli 2022 hat das Gremium der EZB eine Erhöhung des Leitzinses in Aussicht gestellt.

Wird der Leitzins erhöht, könnten folglich bei den Banken, die ihre Dispozinsen am Leitzins ausrichten, auch die Dispozinsen steigen. Gleiches gilt für die Banken, die ihre Dispozinsen am 3-Monats-Euribor ausrichten, da sich der 3-Monats-Euribor in der Vergangenheit ähnlich wie der Leitzins verhielt. Wer diese drohende Dispozinserhöhung umgehen möchte, muss handeln und eine günstigere Alternative zum Dispokredit nutzen.

Dispo-Alternative gibts im Schnitt für unter 4 Prozent Zinsen

"Sobald sich abzeichnet, dass ich mein Konto nicht innerhalb von 2, vielleicht 3 Monaten ausgleichen kann, sollte ich realistisch sein und zu einer günstigeren Alternative wechseln. Das kann zum Beispiel ein Ratenkredit sein", rät Alexander Artopé. Ein Ratenkredit kostet im Bundesdurchschnitt rund 5,5 Prozent Zinsen. Er ist damit rund 42 Prozent günstiger als der Dispo. Über ein Kreditportal wie smava sind Ratenkredite sogar nochmal deutlich günstiger. Hier liegen die Zinsen für Ratenkredite im Schnitt deutlich unter 4 Prozent. Zudem sind die Zinsen beim Ratenkredit für die vereinbarte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Egal, wie sich der EZB-Leitzins und der 3-Monats-Euribor verändern, Ratenkreditnehmer*innen zahlen ihre Schulden zum vereinbarten Zinssatz zurück.

6 Millionen Deutsche sind durchschnittlich im Dispo

Im Schnitt befinden sich 8,7 Prozent der Deutschen (6 Millionen) im Kontominus. Dafür zahlen sie hohe Zinsen. Die Kontoüberziehung ist eine der teuersten Arten sich Geld zu leihen. Das Konto sollte daher nur für kurze Zeit überzogen werden. 74,8 Prozent der Disponutzer*innen machen das und gleichen ihr Konto innerhalb von bis zu 3 Monaten aus. Ein Viertel der Disponutzer*innen (25,2%) braucht jedoch deutlich länger, teilweise bis zu einem Jahr und mehr. Bis das Konto ausgeglichen ist, zahlen sie aktuell im Schnitt 9,43 Prozent Zinsen. Das ist unnötig viel Geld, das sich leicht, zum Beispiel durch den Wechsel vom Dispo- zum Ratenkredit, sparen lässt. (08.06.2022/alc/n/a)